Erneuerbare Energien - Jede fünfte deutsche Windkraftanlage entstand 2021 in Brandenburg

Fr 21.01.22 | 14:46 Uhr
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Audio: Antenne Brandenburg | 21.01.2022 | Sabine Tzitschke | Bild: dpa-Zentralbild

Brandenburg steht an der Bundesspitze beim Aufbau von neuen Windkraftanlagen. Das geht aus einem Bericht im Auftrag des Bundesverbands Windenergie hervor, der am Donnerstag vorgestellt wurde. Jede fünfte neue Anlage in Deutschland entstand demnach im Jahr 2021 in Brandenburg.

Insgesamt waren es in Brandenburg im vergangenen Jahr 104 neue Anlagen mit einer Gesamtleistung von 412 Megawatt. Nur in Niedersachsen wurde auch diese Zahl erreicht.

In Brandenburg wird aktuell eines der größten Windfelder zwischen Friedland (Oder-Spree) und Lieberose (Dahme-Spreewald) erneuert. Die kumulierte Leistung aus Windenergie beträgt in Brandenburg 7.864 Megawatt – damit ist Brandenburg nach Niedersachsen das Bundesland mit der zweitgrößten Leistung. Die neu installierten Windkraftanlagen in Brandenburg haben eine durchschnittliche Anlagenleistung von jeweils knapp vier Megawatt, die neue Windtürme sind im Durchschnitt 217 Meter hoch.

Mehr Leistung mit wenigeren Windrädern möglich

Im Koalitionsvertrag hatte sich die Bundesregierung vorgenommen, dass bis 2030 80 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energiequellen stammen soll. Dazu sollen zwei Prozent der Landesfläche für den Windkraftausbau reserviert werden.

Doch es müssten nicht überall neue Anlagen entstehen, sagte Hans-Josef Fell, Präsident der Energy Watch Group, einer grünen Lobby-Organisation, dem rbb. Heute seien neu installierte Windräder viel leistungsstärker als vor zehn Jahren. "Heute haben wir etwa 30.000 Windräder in Deutschland, wir bräuchten nur noch 26.000 Windräder, um doppelt so viel Leistung zu haben", sagte Fell.

Durch das sogenannte Repowering werden alte Anlagen ersetzt und neue Windräder auf alten Fundamenten gebaut. "Wir müssen also keine Angst vor der Verschandelung der Landschaft haben", sagte Fell dem rbb.

Der Repowering-Antail an den neuen Windkraftanlagen in Brandenburg betrug 14 Prozent im vergangenen Jahr.

Sendung: Antenne Brandenburg, 21.01.2022, 12 Uhr

21 Kommentare

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  1. 21.

    Wenn sie jetzt wieder, zum dreiunddreißigsten Mal, die Geschichte mit dem Grunewald und den preußischen Förstern erzählen, beantrage ich, dass der Kommentar gelöscht wird.

  2. 20.

    Im Gegenteil, gerade die dann besiedelten Flächenländern profitieren von der EEG-Umlage, die alle Zahlen. Nach Brandenburg fließt deshalb mehr Geld als die Einheimischen zahlen. Auch die Bayern profitieren davon, da dort viele PV-Anlagen gebaut worden sind.
    https://tarifo.de/news/15278-eeg-umlage-nrw-buerger-zahlen-fuer-oekostrom-im-laendervergleich-drauf/#

  3. 19.

    Wenn auch in Brandenburg etwas erschaffen werden soll, melden sich allerdings gleich mwjr oder weniger Betroffenen lautstark zu Wort und wollen das verhindern. Am Althergebrachten wie die täglich 7,5 ha für die Braunkohle stören die sich komischerweise nicht wie viele auch die Kuefernmonokulturen für natürlich halten.

  4. 18.

    "Zahlreiche Studien auf regionaler Ebene seien zu dem Ergebnis gekommen, dass nur ein Teil der Gäste den infrage stehenden Urlaubsort nicht mehr besuchen würde
    ...
    Je älter die Befragten waren, desto eher empfanden sie Windenergieanlagen jedoch als störend." war das Ergebnis einer Befragung von Touristen zu neuen WKA in Bayern, die das zuständige bay. Staatsministerium bereits 2019 vorgestellt hatte. Der Faktenfuchs des BR relativiert auch die von Vernunftkraft und Co. geschürten Ängste zum Flächenverbrauch:
    https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/faktenfuchs-weniger-waldrodung-fuer-windraeder-als-behauptet,SsKyxci

  5. 17.

    Gerade nicht, da haben Sie mich gründlich missverstanden... :-) Den Schornsteinen dort ziehe ich ja gerade die Windräder vor! :-)))
    Natürlich sind qualmende Kraftwerksschornsteine seltener als Windanlagen, aber in deren Nähe zu wohnen (oder spazierenzugehen) ist ja vielleicht noch ein klitzeklitzekleines bisschen unangenehmer. Oder auch nicht, man gewöhnt sich ja an alles, so wie ich an Windräder. :-)
    (Und schon klar, auch für mich, der Strom kommt nicht einfach so aus der Steckdose - das muss man ja dazuschreiben, wenn man hier was verfasst, sonst gibt es gleich die entsprechende Schimpfe...)
    Der letzte Satz hatte nichts mit Ihnen zu tun, John, aber ich weiß, was sonst irgendwoher noch kommt... :-))
    Ein schönes Wochenende!

  6. 16.

    Prämien-Robert möchte demnächst auch massiv die Wälder verspargeln...spätestens dort wird massiv in die Natur eingegriffen. Bayern stellt sich schon auf die Hinterbeine.
    Aber freut mich, wenn Ihnen das Herz aufgeht, wenn Sie z.B. die riesigen WKA-Felder an der A13 oder A20 hochfahren.
    Mir nicht. Vielleicht wäre Urlaub im Industriegebiet etwas für Sie ;-)

  7. 15.

    Ein interessanter Gedanke der Berechnung nach Entnahme statt Einspeisung. Da das Geschäftemachen und Schaffen nicht gerade die Stärke bestimmter politischer Farben ist, ist jeder „Verkaufsgedanke“ für ständige Einnahmen willkommen. Noch besser, Brandenburg baut selber was (nur Flächen ausweisen reicht nicht, um eine Leistung zu suggerieren, wie hier in der Überschrift). Dann könnte die Überschrift mal lauten: Brandenburg ist führend im Erschaffen von... Man wird ja mal träumen dürfen ;-) und da is se wieder: die könnte-Formulierung...oh je.

  8. 14.

    Ist es nicht genau umgekehrt? Finden sich nicht immer mehr „Verunglimpfer*innen“, auch in Talkshows, die echt Betroffene, zwielichtig in das moralische Abseits stellen sollen, um wirklich sinnvolle Abstandsregeln aufzuweichen? Fragt sich keiner, warum Betroffene nicht gehört werden? Und wenn doch, dann immer merkwürdig lächerliche „Gestalten“ mit Schein- statt Sachargumenten? Wird hier der Boden bereitet für die Erpressung und Spaltung von Siedlungsgemeinschaften? Ahnt jemand wie das ausgehen wird?

  9. 13.

    „Eisenkäfige“? Gabionen sind ein modernes hervorragendes Mittel zur senkrechten (!) Hangabstützung, wenn Erdsprünge über 1,20m von Betonwinkeln nicht abgefangen werden können (wegen des Wasserdruckes in der Erde, z.B. nach einem Regen) und wenn nicht ausreichender horizontaler Platz für eine Trockenmauer da ist. Das ist die fachliche Seite. Warum Sie aber dieses hervorragend artenreiche Insektenhotel verunglimpfen und die Anwender/Nutzer/Besitzer moralisch öffentlich „verunglimpfen“, bleibt Ihr Geheimnis. Übrigens, Die machen nicht so ein Krach wie Rotorblätter.

  10. 12.

    "Ich finde Windräder schön. Ich freue mich immer wenn ich beim Wandern welche sehe." Das glaube ich gerne, dass sie sich beim Spazierengehen an Windrädern erfreuen. Und da sie in Berlin keine finden, müssen sie zu uns kommen. Als Berliner kann ihnen das ja auch am Ar... vorbeigehen. Sie müssen dort ja nicht wohnen und kriegen von ihrer Kolonie Brandenburg nur den erzeugten Strom geliefert, genauso wie sie bei uns einen Teil ihres Abfall und Fäkalien entsorgen können.
    Windräder sind schön - ich glaub es nicht. Es wird Zeit, dass dem Beispiel Bayerns gefolgt wird und man sich gegen diesen grünen Spuk, der unseren Energiebedarf niemals decken wird, wehrt.
    10:15/11:00/12:07

  11. 11.

    Naja, nun stehen ja Windräder selten in unberührter Natur. Und ob ich nun meilenweit flache Äcker sehe oder noch Windräder darauf kommen, ist wirklich egal.
    Man kann Windräder durchaus schön finden und muss sich deswegen hier auch nicht rechtfertigen - höchsten wäre noch zu bedenken, ob in jeder Anzahl und auch noch in der größten Zusammenballung. :-)
    Mich würden ja viel mehr die großen Solarzellenflächen stören, die die Äcker unbrauchbar machen. Aber die "stören" von weitem das Auge eben nicht so, während Windräder in der Hinsicht ein leichteres Ziel bieten und manche Leute dementsprechend eifrig auf sie "einhacken"... :-))

  12. 10.

    Über Ästhetik lässt sich (Gott sei Dank) streiten.
    Ich behaupte dass die meisten Bürger sich der unberührten Natur erfreuen.

  13. 9.

    Sie haben meine Aussage leider überhaupt nicht verstanden. Deutschland ist seit Jahrhunderten eine Kulturlandschaft. "Natur" sieht man praktisch nirgends (von ein paar Hektar Urwald, die wir bald der Kohle opfern, mal abgesehen). Es geht also darum wie wir die Kulturlandschaft gestalten. Windkraft ist ein schönes Beispiel für eine Umgestaltung in die richtige Richtung. Strom kommt übrigens nicht aus der Steckdose.

  14. 8.

    Ist ja eine tolle Leistung knappe 500 neue Windraeder in 2021.

    26.000 fehlen zur Verdoppelung der leistung, die wir minimum brauchen. Wieviel Jahre wenn es so weiter geht? Prima Energiewende.

  15. 7.

    „Eisenkäfige“ ? Verunglimpfung ohne Warum? Wenn Gabionen gemeint sind, so sind diese dann sinnvoll, wenn Höhenunterschiede ausgeglichen werden müssen und der Platzbedarf für eine Trockenmauer (die man nicht senkrecht errichten kann) fehlt. Sie kann höher, als 1,20m hohe Betonwinkel, gebaut werden und den Wassergegendruck aushalten. Und das Ganze ohne Betonfundament. Hätten Sie gedacht, dass die auch das perfekte Insektenhotel sind und keinen Krach machen? Insektengeräusche werden als schön wahrgenommen, Rotorblättergeräusche nicht.

  16. 6.

    Genau, Beton ist auch modern, sieht man ja in allen modernen Vorgärten, Steine und Beton und Eisenkäfige. Man geht ja auch Wandern, damit man endlich Beton sehen kann, gruseliges Grün stört da irgendwie. Ich bin ganz Ihrer Meinung.

  17. 5.

    Doch natürlich meine ich das ernst. Windräder sind ästhetisch und ein schönes Zeichen für Fortschritt im Land. Bei Aussichtspunkten halte ich immer Ausschau. Windräder sehe ich viel lieber als zum Beispiel endlose Äcker mit Monokulturen.

  18. 4.

    Egal ob Neubau oder RePowering.
    Brandenburger bezahlen die höchsten Netzentgelte und Umlagen nach EEG und für abschaltbare Lasten, etc.

    Nachdem Harbeck bei Söder gestern abgeblitzt ist, gehört endlich die unsinnige Berechnung nach Einspeisung umgestellt auf Entnahme. Wenn in München der Saft aus dem Norden kommt, ist dem Kunden dort auch alles aufzuerlegen, was seine Belieferung sichert.

  19. 3.

    Das meinen Sie doch nicht etwa im Ernst!!! Ich freue mich wenn ich Bäume beim wandern sehe. Windräder sind eine gute Sache, aber nicht wenn sie überall sind und es nachts dauernd blinkt.

  20. 2.

    Ich finde Windräder schön. Ich freue mich immer wenn ich beim Wandern welche sehe.

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