An der Staion Hangelsberg soll der Zug bei die Tesla-Ansiedlung deutlich öfter durchrollen.
Bild: rbb / Daniel Tautz

E-Autofabrik in Brandenburg - Grünheide berät Verkehrsausbau zum Tesla-Werk

Mit der wachsenden Tesla-Fabrik, wächst auch die Frage nach der Infrastruktur rund um das Gelände. In Grünheide fand am Donnerstagabend eine Anhörung statt, wie das neue Tesla-Werk in das bestehende Verkehrsnetz eingebunden werden kann.

Das Ziel ist klar: Das Tesla-Werk soll ökologisch und effizient in die bestehende Infrastruktur rund um Grünheide eingebunden werden. Doch unklar ist noch, was dafür neu gebaut werden muss. Dies wurde am Donnerstag in einer öffentlichen Veranstaltung in Grünheide diskutiert. Dabei ging es vor allem um die dafür notwendige Änderung des alten Bebauungsplans des Tesla-Geländes. Dazu stellten Experten und Gemeindevertreter den Zwischenstand ihrer Analysen vor.

Vergleichsstudie über Mitarbeiter-Reisezeiten

Mit der Koordinierung des Änderungsverfahrens ist die Landesentwicklungsgesellschaft Brandenburg beauftragt. Sie gibt Einschätzungen ab, wie sinnvoll etwa der Neubau an die Anschlussstelle der Bundesautobahn A10 ist oder zum Beispiel die Verlagerung der Regionalbahnhaltestelle.

Zum Vergleich wurde eine Studie über die Reisezeiten der Mitarbeiter von Wolfsburg, Ingolstadt und Sindelfingen herangezogen. Das Ergebnis: Die Fabrik wird vor allem für Berliner hoch attraktiv sein, durch die regelmäßige RE1-Anbindung. Aus Brandenburg und Polen sind jedoch die ÖPNV-Anbindungen zu schlecht. Da ist es eher unwahrscheinlich, dass die Menschen den langen Weg auf sich nehmen würden

Vorrang hat der Schienenverkehr

Der Schienenverkehr zum Tesla-Gelände soll möglichst im Sommer 2021 schon mit sieben bis acht Zugpaaren rein und raus starten. Geplant sind weitere Gleisanlagen auf dem Tesla-Gelände, um die Kapazität zu erhöhen. Das sind aber private Anlagen, die Tesla selbst bauen würde. Unabhängig der Tesla-Pläne wird die RE1-Taktung nach einem ÖPNV-Konzept 2030 des VBB erhöht. Eine weitere Frage ist, ob der Bahnhof Fangschleuse in Richtung Tesla-Fabrik verlegt werden könnte. Doch dort können die Bahnsteige nicht verlängert werden.

Zügiger Straßenausbau

Ab Sommer 2021 sollen bis zu 500.000 Fahrzeuge im Jahr in Grünheide produziert werden, dafür sind etwa 12.000 Arbeitsplätze geplant. Geplant ist die L38 im Süden auszubauen. Die Straße soll statt wie bisher zweispurig an vielen Stellen vierspurig werden. Dazu sollen etliche Abbiegespuren und Nebenspuren entstehen. Es ist auch eine neue Anschlussstelle im Norden des Bebauungsgebietes geplant.

An die Anschlussstelle soll eine neue Landesstraße anbinden, die das Industriegebiet von Norden erschließt und Richtung Osten weitergeht. Von der Anschlussstelle Autobahn geht die Straße Richtung Osten auf die bestehende L23. Die L23 wird dann ebenfalls ausgebaut und überquert nördlich den Bahnübergang.

 

Bebauungsplan als Empfehlung

Die Landesentwicklungsgesellschaft stellt zunächst lediglich Empfehlungen vor, basierend auf eigenen Analysen und den Einwendungen und Ideen der Bürger nach der ersten Auslegung des Antrags auf den geänderten Bebauungsplan. Als notwendig erachtet die Landesentwicklungsgesellschaft die Ausbauplanungen der Straßen L23 und L38 sowie die neue Anschlussstelle im Norden.

Zunächst entscheidet die Gemeinde über den Bebauungsplan. Wenn die Abwägung stattgefunden hat, hat der Bebauungsplan Rechtskraft. Das soll bei der Gemeindevertretersitzung Ende November passieren.

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147 Kommentare

  1. 147.

    Wohl wahrscheinlicher Wald aus Ausgleichs- und Kompensationsmaßnahme. Oder sehen Sie Bedarf für unzählige Autofabriken wo Sie diese eine doch schon für überflüssig halten.

  2. 146.

    Ihr hinkender Vergleich macht nur dann Sinn, wenn sich Bauer Peters nach jeder Ernte ein neues Feld sucht.
    Sie werden merken, dass die Felder langsam knapp werden, denn auf dem zuvor abgeernteten Feld stünde nun eine Fahrzeugfabrik.

  3. 145.

    Wenn Bauer Peters, seine 300 Hektar Mais oder Raps erntet, ist das Ok ??? Wenn Elon Musk, 100 oder 200 Hektar Holzplantage erntet, ist das so schlimm ??? Bauer Peters wird nie Ausgleich schaffen und auch keine hohe Anzahl von Arbeitsplätzen- verbraucht aber auch die Fläche, überdüngt Diese, bringt sehr viel Gülle darauf aus und trocknet den Boden und das Klima total aus.

  4. 144.

    Wäre das Ergebnis anders ausgefallen, wenn nur wenige Harvester eingesetzt worden wären? Vermutlich ja, weil dann die sogenannten "Naturschützer" wie neulich vermutet sofort "Vegetationszeit" gerufen hätten.

    Was die Grünheider und Rüdersdorfer etc. im Sommer mit deren Grundwasser machen, kritisiert die WSE regelmäßig.

    Recht und Gesetz ist für manche nur dann interessant, wenn es zu deren persönlichen Vorteil ausgelegt wird. Ansonsten wird der Rechtsstaat gerne angezweifelt.

  5. 143.

    Warum sollte man in einem überplanten Industriegebiet auf Grund der in naher Zukunft erwarteten Nachfragesituation den Wald umbauen? So ist dem Klima auf Dauer mehr geholfen, da anderer Wald neu angelegt wird bzw noch werden soll und auch weitere Ausgleichsmaßnahmen ergriffen werden. Wald darf laut Naturschutzgesetz das ganze Jahr über gerodet werden. Nisthilfen müssen dabei keine in der Nähe aufgehängt werden wie die Fledermäuse kein Ersatzquartiert bekommen hätten etc.

    Die Acker besteht eben nur aus Kiefern und Fichten und einigen Wildanssaaten am Rand. Lediglich einen kleinen Eichenhain hatte es gegeben. Deshalb ist die ökologische Vielfalt gering, nicht nur bezogen auf den Brasilianischen Regenwald, sondern auch gegenüber hier in Deutschland bestehenden Mischwäldern.

    Das alles führte dazu, dass die Umwelt- und Naturschutzverbände relativ wenig Widerstand leisten und die Grüne Liga bereit gewesen ist, gegen u.a. 30 km Hecke entlang der Autobahn einem Vergleich zuzustimmen.

  6. 142.

    Wenn Sie im Wannsee baden und bis zum Hals im Wasser stehen sollten sie nicht sagen: Was wollen die denn in Grünheide mit ihrem Grundwasser ? Ist doch genug da. Berlin liefert. Nach Recht und Gesetz wäre hier alles anders gelaufen. Es war feige mit so vielen Harvestern den Wald in so kurzer Zeit zu killen. Die Bürger waren geschockt. Polizei war aber auch reichlich da ?

  7. 141.

    Sie verkennen dabei, dass man es in Grünheide ebenso hätte machen können. Es ist aber auch unverschämt meine Schilderung gegen Herrn Gerhard zu verwenden. Der ist klug genug die Zukunft eines ausgelichteten Kiefernwaldes vorherzusehen. Sie wissen aber auch, dass viele Waldbrände durch Straftaten entstehen und die noch vorhandene alte Munition aus dem WK2 längst beräumt werden müßte. Es ging doch ganz flink in Grünheide.

  8. 140.

    "Hier wohnen" ist relativ, und reduziert auch noch im diejenigen, die in den letzten Dekaden zugezogen oder ein neues Häuschen gebaut haben und auch zig Gelegenheiten verpasst haben, bereits lange im Vorfeld die Ansiedlung zu verhindern

  9. 139.

    Fadenscheinig? Was sind dann erst ihre Argumente, die sich nur um einen kleinen Waldacker drehen? Völlig hanebüchen und irrational, weil die Bäume Ihren Blick auf das grosse Ganze verstellen und Sie auch kein Interesse haben, den Kopf zu heben?

    Wo habe ich zugegeben, "dass die Führungsebenen der Umweltverbände meist durch aktive Politiker besetzt wurden"? Soll ich bei Gelegenheit die Vita z.b. des Greenpeace-Sprechers heraussuchen, der den Begriff "Holzacker" im Rahmen dieser Ansiedlung geprägt hatte?

  10. 138.

    Der Waldacker wäre auch ohne Tesla bald Geschichte gewesen, da er als Potentialfläche für Gewerbe- und Industrieansiedlungen geführt wurde, eben wiederum ganz banal, weil der rechtliche Rahmen das zulässt.

    Besuchen Sie endlich mal einen Mischwald, dann erlernen Sie den Unterschied kennen und bräuchten nicht immer wieder über Tiere fabulieren, die kein Zoologe dort vermutet.

  11. 137.

    Schön wie sie einem immer wieder das Wort verdrehen. Sie wissen genau, dass ich die Energiewende in dieser Form nicht vertreten kann.. Wald gegen Windkraftanlagen und Auto Fabriken... Waldäcker gab es bisher nicht im Wortschatz der Brandenburger... und sie wissen es genau, in wenigen Jahren wäre die ökologische Vielfalt (die heute schon unterschlagen wird) um ein vielfaches angestiegen...Die Zukunft des Waldes wie immer durch Macht und Profit Gier beendet!

  12. 136.

    Mir ist immer noch nicht ganz klar, warum Sie mir ständig mit den fadenscheinigen und angeblichen Aussagen der Umweltverbände kommen.
    Dabei hatten Sie, in einer anderen Kommentarlinie, doch längst selbst festgestellt und zugegeben, dass die Führungsebenen der Umweltverbände meist durch aktive Politiker besetzt wurden.

  13. 135.

    "Die einige wenige, auf hier auch schon mal abgehoben wurde, sind zehntausende Menschen, die direkt oder indirekt dank Tesla in Lohn und Brot stehen können samt derer Angehöriger."
    Mal davon abgesehen, dass Sie einem gerade das Gefühl vermitteln, dass Ihnen nun vollends die Argumente ausgegangen sind, stehen den vorgenannten "zehntausenden Menschen...samt Angehöriger" mindestens genauso viele Menschen gegenüber, deren Befindlichkeiten und Bedürfnisse überhaupt keine Beachtung finden.
    Nur mit dem feinen Unterschied, dass jene hier WOHNEN und auch hier ihre Wurzeln haben.

  14. 134.

    Einerseits fragen Sie mich, wieviel Energie ich in andere Umweltprojekte stecke, am Ende beantworten Sie sich die Frage selbst.
    Prima!

  15. 133.

    Schade, dass Sie so spät in die Diskussion eingestiegen. Sonst wüssten Sie,wovon ich schreibe. Die damaligen Stellungnahmen der Naturschutzverbände wurden auch bereits im Frühjahr hier diskutiert. Die drüftern Ihnen aber eh nicht gefallen.

    Die einige wenige, auf hier auch schon mal abgehoben wurde, sind zehntausende Menschen, die direkt oder indirekt dank Tesla in Lohn und Brot stehen können samt derer Angehöriger. Da stellt sich dann schon die Frage, wer Sie legitimiert hat für "die Bevölkerung" zu sprechen oder ob dass nicht vielmehr die gewählten Politiker sind, die Gesetze erlassen haben, auf deren Basis auch Verordnungen erlassen werden wie nach öffentlichen Anhörungen die für dieses Wasserschutzgebiet. Oder einfacher gesagt: Fakten und Rechtslage oder Bauchgefühl.

  16. 132.

    Immer noch abgesehen von Ihrer Abneigung gegen die Energiewände, hätte dieser Waldacker in der Tat keine Zukunft gehabt:
    - die Kiefernmonokulturen neigen stark zu Waldbränden (vergl. Berichterstattung des RBB)
    - Wie alle Monokuluren wirkt auch dieser Waldacker anziehend für Schädlinge
    - Die Gemeinde Grünheide wirbt immer noch mit diesem überplanten Industriegebiet für Ansiedlungen
    - Viele Kiefer waren / sind hiebreif
    ...

    Gehen Sie mal mit dem Rüdersdorfer auf Tour. Der kann Ihnen Laubmischbestände zeigen,die erst ein paar Jahre alt sind und nach seiner Aussage schon eine ansehnliche Höhe erreicht haben sollen.

  17. 131.

    Zur Nazizeit hatte die Firma Henschel dort ihren Werkflugplatz. Zu DDR-Zeiten baute man für die größeren Flugzeuge mit Strahltriebwerken eine längere SLB und ein ausreichend großes Flughafengebäude. - Kein Milliardengrab wie der BER. Ludwigsfelde-ehemals BMW-Flugmotorenwerk; z. B. DB 605 für Kriegsflugzeuge wurde zum VEB-Industriewerk Ludwigsfelde. Bekannt durch die Motorroller Pitty, Wiesel,Berlin und Troll. Aber auch Serienproduktion des Triebwerks der 152. Aber auch Instandsetzung , Generalüberholung von Triebwerken der NVA. Es folgten IFA-LKW W50 / L50. Übrigens; es stimmt, dass der "Klassenfeind" zeitweise kein Tiefziehblech für die Rollerproduktion lieferte. Ludwigsfelde ist bis in die Gegenwart ein Beweis richtiger Industrieansiedlung ohne Pfahlrammungen in einem Trinkwasserschutzgebiet.

  18. 130.

    Da kann man nur hoffen, das sie auch sonst so konsequent beim Umweltschutz sind.
    Bei soviel Energie wie sie in die 3 Quadratkilometer Wald stecken, oder auch die 12-14 die sie mit Ansiedlung, Infrastruktur etc. schätzen, wüsste ich gern wieviel Energie sie aufwenden um gegen die Abholzung von über 800 Quadratkilometer Wald tagtäglich vorzugehen. Immerhin macht ihre Schätzung 0,0175% der täglichen Abholzung aus. Wobei der Ausbau des Werkes und dem drumherum sich über mehrere Jahre hinziehen wird.

    Das würde zwar bedeuten auf so ziemlich alles verzichten zu müssen.
    Aber die Regenwälder sind ja weit weg. Welchen Einfluss soll das schon haben.

  19. 129.

    .. ich schreibe es immer wieder... sie waren Niemals dort im Wald bei Grünheide...außerdem können sie mal sehen, wie lange es dauert, bis ein Laubbaum ihrer Vorstellung entspricht. Und sie wollen nun erklären, dass die Ersatzmaßnahmen die jetzt betroffenen Quadratkilometer ersetzen? Hauptsache 12000 oder 40.000 Arbeitsplätze und das Gefühl etwas für den Klimaschutz getan zu haben...

  20. 128.

    "Ein so komnpormißloser Umweltschutz wie Sie fordern, ist unrealisrtisch..."
    Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es immer wieder Menschen gibt, denen der Umwelt- und Naturschutz am Allerwertesten vorbei geht.
    Wenn wir mit der Umweltzerstörung so weitermachen wie bisher, werden meine angeblich so "unrealistischen Forderungen" sehr schnell zur Realität.

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