Luftaufnahme der künftigen Gigafactory Berlin-Brandenburg am 15.09.2020. (Quelle: dpa/Soeren Stache)
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Audio: Antenne Brandenburg | 14.10.2020 | Franziska Hoppen | Bild: dpa/Soeren Stache

Genehmigungsverfahren für Autofabrik - Tesla unterschreibt Vertrag zur Wassererschließung

Die Wassererschließung der geplanten Autofabrik in Grünheide ist gesichert: Nach wochenlangem Warten hat nun auch Tesla den Vertrag unterschrieben. Damit ist ein wichtiges Zwischenziel für das Großvorhaben erreicht.

Der US-Autobauer Tesla hat in der Nacht den Erschließungsvertrag für das Baugelände in Grünheide (Oder-Spree) unterschrieben. Das teilte der Verbandsvorsteher der Wasserverbandes Strausberg-Erkner, André Bähler, am Mittwochvormittag mit. Damit kann das Gelände in den nächsten Monaten an das Wassernetzwerk angeschlossen werden.

Intensive Auseinandersetzung

Bereits vor mehr als drei Wochen hatten die 16 Verbandsmitglieder des Wasserverbands Strausberg-Erkner (WSE) dem Erschließungsvertrag zugestimmt. Der Wasserverband hatte den Vertrag über Monate mit Tesla ausgehandelt. Umso größer war die Überraschung bei Verbandsvorsteher André Bähler, dass Tesla sich mit der Unterzeichnung Zeit ließ. Laut Bähler hatte der WSE erwartet, dass Tesla sofort unterzeichne. Dem rbb sagte er am Mittwoch, Tesla habe sich intensiv mit den Unterlagen beschäftigt.

Details zur Wasserversorgung

Der Vertrag regelt laut Bähler unter anderem, dass das Werk mit maximal 1,45 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr versorgt wird. Außerdem werde man Tesla 0,95 Millionen Kubikmeter Schmutzwasser abnehmen. Dafür müsse Tesla im Gegenzug die nötigen Anschlüsse schaffen und die Schadstoffgrenzwerte im Wasser einhalten.

Durch den Vertrag verpflichtet Tesla sich auch, den sogenannten Baukostenzuschuss für die Trinkwassererschließung sowie den sogenannten Schmutzwasserbeitrag zu übernehmen, also einen Teil der Kosten für den Anschluss, die damit nicht auf den Bürger umgelegt werden.

Anschluss in zwei bis drei Monaten

Das Tesla-Gelände nun vollständig an das Wassernetz anzuschließen, wird laut WSE noch zwei bis drei Monate dauern. Beispielsweise müsse vor der Verlegung von den oft hunderte Meter langen Leitungen der Untergrund auf Kriegsmunition geprüft werden, Grundstücksbesitzer müssten informiert und Genehmigungen eingeholt werden.

Tesla ist weiterhin in Verzug bei der Zahlung des Bauwassers, dass der WSE bisher bereitgestellt hat. Die Mahnfrist läuft am Donnerstag ab. Hat Tesla die Kosten bis dahin immer noch nicht beglichen, werde der WSE die Bauwasserversorgung einstellen.

Weitere Kapazitäten notwendig

Sowohl das Genehmigungsverfahren für die Tesla-Fabrik als auch die Änderung des Bebauungsplanes des Tesla-Geländes hängen vom unterzeichneten Erschließungsvertrag ab.

Perspektivisch müssen für die weiteren Ausbaustufen der Fabrik zusätzliche 2,15 Mio Kubikmeter pro Jahr bereit gestellt werden. Dabei sind weitere Kapazitäten zu erschließen. Für die weitere Schmutzwasserentsorgung könnte laut Entwurf des geänderten Bebauungsplanes die Kläranlage Münchehofe (Märkisch-Oderland) ausgebaut oder eine neue Kläranlage gebaut werden. Das jetzige Genehmigungsverfahren jedoch bezieht sich lediglich auf die erste Ausbaustufe der Fabrik. Eine Entscheidung könnte Mitte November fallen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 14.10.2020, 11:30 Uhr

13 Kommentare

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  1. 13.

    Coole Aktion
    Die Arbeiter auf der Baustelle müssen sich auch verarscht vorkommen. Wer da so gepennt hat, wo es doch sogar durch die Medien ging.

  2. 12.

    Solch dumme Frage; der WSE ist unser Versorger für Trinkwasser. Wo sollte denn nach ihren Vorstellungen das Tesla- Abwasser hin ? In den Werlsee ? Versickern vor Ort ? Hier haben zwar viele Grundstückbesitzer eine eigene Wasserversorgung für den Garten. Aber es besteht Trinkwasseranschlusszwang.

  3. 11.

    Tesla dürfte dafür aber auch neben dem in Summe höheren Baukostenzuchuss auch wesentlich höhere Gebühren zahlen als die, die in Ihrer Nebenkostenabrechnung auftauchen.

    Ihr Wasserversorger will übrigens in Stahnsdorf eine neues Klärwerk bauen und dort Abwasser aus u.a. aus Potsdam aufbereiten.

  4. 10.

    Jetzt wird das Wasser wie im Eldorado nur so sprudeln! Für Grünheide wird alles gut win/win.

  5. 9.

    Schauen Sie man bei der WSE zum Thema Baukostenzuschuss vorbei. Tesla bekommt in der Hinsicht keine Sonderbehandlung.

  6. 8.

    Meinen sie die Leitung, von eisenhüttenstadt bis zu Tesla? Diese wird wohl der Steuerzahler tragen? Und die Planung und Umbau für das Klärwerk münchehofe? Welches mit Sicherheit nie die Kapazitäten schaffen wird? Das vermutlich neue klärwerk? Bezahlt bestimmt auch nicht Tesla. Aber besonders einzelne wenige werden den Profit mitnehmen. Das ist kaum vergleichbar für einen Hauswasseranschluss, der durch die Allgemeinheit erwirtschaftet wurde. Für eine einzelne Person wurde meines Wissens kein klärwerk und keine überdimensionale Wasserleitung auf Kosten der Bevölkerung gebaut...

  7. 7.

    Haben sie denn ihre Wasserleitung komplett selbst bezahlt? Also nicht nur den Teil auf ihrem Grundstück/in der Wohnung?
    Wohl er nicht...
    Aber deutsche Unternehmen bezahlen bestimmt den Anschluss vom Brunnen zum Unternehmen komplett selbst. Auch sonst versuchen sie nie kosten zu sparen, gar Subventionen zu erhalten.

  8. 6.

    In diesem Wasserschutzgebiet ist zwar die Errichtung einer Autofabrik gemäß Bebauungsplan zulässig, eigene Brunnen sind jedoch untersagt. Es bedürfte also einer Ausnahmegenhmigung. An anderer Stelle wären solche eigenen Brunnen aber genehmigungspflichtig-

  9. 5.

    "...Tesla übernimmt einen Teil der Kosten, damit diese nicht auf die Bürger umgelegt werden..."
    Und den Rest trägt der Wasserverband und dieser Teil der Kosten wird auch nicht auf die Bürger umgelegt?
    Wer es glaubt!

  10. 4.

    Hat man Tesla eigentlich verboten eigenes Wasser zu fördern? Warum sollten nur die Wasserbetriebe das Monopol haben und damit dann abdere "verdursten" lassen?

  11. 3.

    Bin ja mal auf Donnerstag ff. gespannt. Zahlung in letzter Minute oder Hahn zu?

  12. 2.

    Vertrag zur Wasser-Versorgung.
    Wasser-Erschließung gibt`s nicht.
    Wasser wird aus Ressourcen entnommen.
    Entweder auf dem eigenen Grundstück oder aus einem Netz.

  13. 1.

    Auch mal positive Nachrichten, wie schön. Freue mich, dass es dort vorran geht.

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