Ein Elektrofahrzeug der Marke Tesla steht vor einem Rohbau auf der Baustelle der Tesla Gigafactory. (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
Bild: dpa/Patrick Pleul

Fabrikbau in Grünheide - Steinbach erwartet komplette Tesla-Genehmigung noch in diesem Jahr

Die Tesla-Fabrik in Grünheide wächst rasend schnell, doch der US-Elektroauto-Hersteller baut auf eigenes Risiko. Denn noch fehlen entscheidende Genehmigungen. Brandenburgs Wirtschaftsminister ist aber zuversichtlich, dass diese schon bald vorliegen.

Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) erwartet, dass spätestens im Dezember die Tesla-Fabrik in Grünheide (Oder-Spree) vollständig genehmigt sein wird. Das sagte er am Rande einer Veranstaltung in Grünheide am Donnerstag dem rbb.

Auf der Sitzung des Hauptausschusses der Gemeinde Grünheide sagte Steinbach zudem zu, dass das Land Brandenburg die Planungskosten für den Bebauungsplan komplett übernimmt. Die Gemeinde Grünheide erstellt gerade einen neuen Bebauungsplan für das Fabrik-Gelände im Ortsteil Freienbrink. Dieser ist Voraussetzung für die endgültige Genehmigung des Werks, das derzeit mit vorläufigen Genehmigungen schon gebaut wird. Laut Steinbach bezahlt das Land nun insgesamt 800.000 Euro für die Planung und entlastet Grünheide damit um 300.000 Euro.

Einwendungen werden ab 23. September erörtert

Gegen die Tesla-Fabrik liegen 406 Einwendungen vor. Über sie werde nun debattiert, der erste Erörterungstermin ist für den 23. September in der Stadthalle Erkner angesetzt, teilte das Umweltministerium in Potsdam am Donnerstag mit.

Der Erörterungstermin bietet Kritikern die Möglichkeit, mit der Genehmigungsbehörde und dem Antragsteller ins Gespräch zu kommen. Das sehen die Vorschriften des Bundes-Immissionsschutzgesetzes und die Verordnung über das Genehmigungsverfahren vor.

Kritik an Wasserverbrauch, Rodung und Umgang mit Tieren

Derzeit baut Tesla auf eigenes Risiko mit vorläufigen Genehmigungen. Eine erste bleibende Fassade an der Antriebsstrangproduktionshalle - nach Tesla-Angaben das Herzstück der Fabrik - ist bereits errichtet, die Pfähle für das Presswerk sind im Boden. Das zeigte das Unternehmen am Mittwoch bei einer gerführten Informationsfahrt über das Gelände.

Kritiker sehen unter anderem die öffentliche Versorgung mit Trinkwasser wegen der Ansiedlung in Gefahr, kritisieren aber auch die Rodung und den Umgang mit Tieren auf dem Gelände. Das Unternehmen will den Wasserverbrauch inzwischen senken. Tesla braucht nach eigenen Angaben 1,4 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr. "Das Wasser ist da, es muss nur hierher", sagte der Unternehmenssprecher. Das sei technisch lösbar.

Landesregierung rechnet mit bis zu 40.000 Tesla-Beschäftigten

Als größte Herausforderung sieht der US-Elektroautobauer die rasche Gewinnung von Arbeitskräften. Nach Einschätzung der Landesregierung könnten in dem Werk deutlich mehr Arbeitsplätze entstehen als bislang beziffert. "Perspektivisch könnte die Tesla-Fabrik in Grünheide – je nach Markthochlauf – bis zu 40.000 Mitarbeiter haben", sagte der brandenburgische Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Donnerstagsausgabe).

In einem Gespräch mit Tesla-Chef Elon Musk vergangene Woche habe er noch einmal an die deutsche Mitbestimmung und Tarifverträge erinnert. "Das ist sicherlich nicht euphorisch aufgenommen worden. Aber wir erwarten, dass Tesla am Ende tariforientiert zahlen wird."

Sendung: Antenne Brandenburg, 10.09.2020

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127 Kommentare

  1. 127.

    Nachdem schon Ihre jeweils nahe in der Zukunft liegenden Dystopien im Kampf gegen die Energiewende und deshalb stellvertretend gegen Tesla nicht eingetreten sind, versuchen Sie es jetzt mit einer auf die ferne Zukunft ausgerichtete Schwarzmalerei.

  2. 126.

    Was jetzt in Freienbrink läuft, so hat es in der Lausitz auch mal angefangen. Irgendwann erscheint dann in der Zukunft wieder so ein Typ wie der Herr Steinbach und ruft "Überraschung". Grünheide wird jetzt Großstadt, so richtig lauschig und schön wird es abends bei Kerzenschein bei baumfreier Sicht bis zum nächsten Betonklotz, denn den Strom werdet ihr Euch zwar nicht mehr leisten können. Dafür aber wurde das Wasserproblem durch Tesla gelöst. Beim Discounter erhaltet ihr in glasklaren PET-Flaschen mit Tesla-Logo superreines Wasser, das hygienisch höchsten Ansprüchen genügt, da dreifach chlorbehandelt mit leichten Klärschlammnote 1 Liter zum Supersonderpreis von nur 1,99 Euro.

  3. 125.

    So manch anderen hätte angesichts des Vergleiches Tesla/Lausitz Ahnungslosigkeit unterstellt. Bei Ihnen ist es aber nur der erneute verzweifelte Versuch von Bauernfängerei. Die Reviere in der Lausitz sind bekanntlich flächenmässig um ein paar Zehnerpotenzen größer.

  4. 124.

    Anstelle attraktiver Arbeitsplätze zu vernünftigen Entgelten anzubieten, hat also Ihre Arbeitgeber gegen einen potentiell um Arbeitskräfte konkurierenden Arbeitgeber unterschrieben. Und dann schimpfen andere hier über Tesla als Arbeitgeber.

  5. 123.

    "Ostbrandenburg war Industriestandort mit tausenden Arbeitsplätzen. Die kommen jetzt zurück.“ Herr Josti haben sie sich überlegt, was sie sagen? Warum versuchen sie nicht, diese Entwicklung zu stoppen? Früher wurden ganze Landstriche in der Lausitz verunstaltet. Jetzt hat sich die neue Klientel vorgenommen, ihr zerstörerisches Werk in Freienbrink fortzusetzen. Auch hier wird die Landschaft großräumig plattgemacht. 300 ha Wald zu roden, ist nur der Anfang. Es ist widerlich, welche schauerlichen Gedanken gewissenlose Planer verfolgen, die Verlegung des Bahnhofs Fangschleuse, die Verbreiterung alter und Projektierung neuer Straßen, Wege, Gleisanlagen, neuer Trassen für Strom, Gas, Wasser und Abwasser, sowie Aushaltung neuer Gewerbe- und Siedlungsflächen, Projektierung von Versorgungs- und Entsorgungseinrichtungen wie neue Windpark- und Solaranlagen, Umschlag- und Pumpstationen, Zwischenlager, Umspannwerke und, und , und. Das erfolgt alles auf Kosten eines vormals halbwegs intakten Umwelt.

  6. 122.

    Herr Neumann, das brauchen sie nicht erwähnen, dass sie gern Märchen lesen. Schlimm ist nur, dass sie die Märchen auf der rbb24-Seite weiterverbreiten und als wahr hinstellen. Diese, ihre Praktiken sind abscheulich und zeugen von Gewissenlosigkeit.

  7. 121.

    Ich lese halt gerne Märchen, stelle die aber auch gerne der Realität gegenüber.

    Dabei stellt sich mit die Frage, wie verzweifelt manche sein müssen, wenn die sich sogar immer wieder an mich wenden, weil sogar die organisierten Tesla-Gegner denen keinen Glauben schenken.

  8. 120.

    Arbeitsplatzverlust, Mehrarbeit ohne Lohnausgleich, Verdrängung des Mittelstandes an den Stadtrand, Auftragsstornierungen durch fehlendes Personal, ausfallende Veranstaltungen durch Zugausfälle. Diese Argumente haben unseren Arbeitgeber überzeugt. Er hat unterschrieben.

  9. 119.

    "...der tatsächlich aktiv geworden ist und seine Einwende nicht auf Kommentare beim RBB beschränkt..."
    Anderenfalls frage ich mich, was Sie dazu befähigt, hier Ihr Unwesen zu treiben...

  10. 118.

    Mir ist vor allem nicht entgangen, dass Menschen immer dann am Rechtsstaat zweifeln und die Unabhängigkeit der Justiz in Frage, wenn denen das Ergebnis aus der privaten Sichtweise heraus nicht gefällt.

  11. 117.

    Manfred Stolpe und Regine Hildebrandt waren bekanntlich an der Regierung, als begonnen wurde, dieses Industriegebiet zu überplanen. Deren Saat steht jetzt zur Ernte an.

  12. 116.

    Ich schrieb bereits mehrfach von Gleichgesinnten und hatte Ihnen auch den Hinweis auf die BI gegen Tesla gegeben. Ihre Antworten bestanden darauf aus ähnlichen Ausflüchten wie jetzt auch. Dabei hatte der RBB über andere Menschen wie Herrn Schocht berichtet, der tatsächlich aktiv geworden ist und seine Einwende nicht auf Kommentare beim RBB beschränkt.

    Wenn man sich auf der verlinkten Seite kundig macht, findet man ähnliche Aussagen wie von den Gegnern. Andere hatten die Seite schon vor Ihnen gefunden.

  13. 115.

    Darüber müssen sich die Herrschaften im klaren sein. Das Vertrauen vieler Bürger in den Rechtsstaat ist arg beschädigt worden. Wir sind nun ganz unauffällige normale Bürger, die aufmerksam Dinge verfolgen, die man bisher so nicht kannte. Allen ist die zu geringe Niederschlagsmenge seit Jahren bekannt; fallende Wasserstände in vielen bekannten Seen und der fallende Grundasserspiegel dazu. Was geschieht derzeit da unten am Ende der "Teslapfähle" ?

  14. 114.

    Einverstanden Herr Neumann, wie hoch ist Ihr Beitrag, um mich geldlich zu unterstützen? Sie müssten doch ein Interesse haben, gerichtlich zu klären, dass nicht ich sondern sie recht haben. Das müsste ihnen doch etwas wert sein. Bei Bedarf nenne ich ihnen meine Kontonummer. Oder was halten sie davon, sich auf folgender Seite kundig zu machen? Eine Unterschrift ist dort nicht so teuer:
    https://www.change.org/p/vsinkevicius-stoppt-tesla-rettet-unser-trinkwasser

  15. 113.

    "Verschwörungstheorien" - was Sie hier anderen Bürgern alles in die Schuhe schieben wollen ist schon krankhaft; mit der Einschätzung kommen Sie noch ganz gut weg. Hätte man damals auf die Privatpersonen in Sachen BER gehört wäre dem Steuerzahler ein schwerer Milliardenbetrag für Schulen, Kitas und Erhaltungsmaßnahmen geblieben. Es geht doch schon so viele Jahre ohne BER. Was da nun noch an jährlichen Millionenbeträgen auf die Bürger zukommt wird ihnen ja inzwischen bekannt geworden sein. Für eine derartige Geldverschwendung hätte Manfred Stolpe und Regine Hildebrandt nie ihr Einverständnis gegeben. Warten wir ab welch Folgen für Umwelt u. Grundwasser die entstehende Giga haben wird und was das Gericht dann entscheidet.

  16. 112.

    "...Der Klagewert im Frühjahr vor dem OVG lag bekanntlich bei lediglich ein paar tausend Euro..."
    Geht's noch?
    Auch Ihnen dürfte nicht entgangen sein, dass dieses Projekt außerhalb jeglicher rechtsstaatlicher Regeln von höchster Stelle aus, zum Teil rechtswidrig, durchgepeitscht wird. Wie hoch lägen dann im Falle einer Klage die Aussichten auf Erfolg.
    Die Generalprobe für die Aushebelung des Rechtsstaates fand im Übrigen schon Mitte Februar 2020 statt.


  17. 111.

    Ah, Sie laufen sich warm für den auch von Ihnen erwarteten Fall der Genehmigung und bereiten Verschwörungstheorien vor, da Sie wie auch bei der Justiz die. Unabhängigkeit in Frage stellen. Der Klagewert im Frühjahr vor dem OVG lag bekanntlich bei lediglich ein paar tausend Euro. Da es ja zudem viele Gleichgesinnte geben soll, wäre es zudem doch ein leichtes, das Kostenrisiko auf eine grosse Zahl Schultern zu verteilen. Gegen den BER hatten auch Privatpersonen geklagt. So bleibt weiterhin der Eindruck bestehen, dass auch Sie um die geringe Qualität Ihrer Einwende wissen und sich deshalb bewusst auf das Schreiben von Kommentaren hier beim RBB beschränken.

  18. 110.

    Wenn Sie sich Ihrer Sache sicher sind, wäre es schade, wenn eine erfolgversprechende Klage am Geld scheitern würde.

    Käme denn nicht eine Sammelklage infrage?

  19. 109.

    Herr TRAMM88 da gebe ich ihnen recht, Urwaldabrennen ist auch nicht schädlicher. Deutschland nimmt hinsichtlich seiner CO2-Negativbilanz pro Einwohner einen Spitzenplatz unter allen Ländern der Welt ein und liegt da weit vor Brasilien, auf das immer mit dem drohenden Finger gezeigt wird. Nur den kleineren Wüstenstaaten, die so reich an Erdöl sind, müssen wir gegenwärtig noch den Spitzenplatz überlassen. Deutschland strebt jedoch anscheinend an, die oberste Stufe des Siegerpodestes zu erklimmen. Grünheide hilft nach Kräften, dieses Ziel zu erreichen. Dann haben wir nicht nur schneller wie China gebaut, sondern auch Katar vom oberen Platz geschubst. Das Wunder von Grünheide, wir sind dann Weltmeister. Mit dieser Rekordmeldung kann dann unser Wirtschaftsminister prahlend durch die Lande ziehen. Hurra wir sind Erster, das heißt wenn es dann noch Landschaft gibt und es dann nicht so aussieht wie in Fremont der Heimat dieses Gurus, der von unseren Landesbediensteten angebetet wird.

  20. 108.

    Herr Neumann, da gebe ich ihnen Recht, der Antragsteller hat die Gutachten zu erbringen. Doch die Kontrollbehörde ist dafür verantwortlich zu prüfen, dass die vorgelegten Unterlagen vertrauenswürdig sind. Wenn zwischen Antragsteller und Gutachterfirma eine gegenseitige finanzielle oder andersgeartete Abhängigkeit besteht, dann ist dagegen einzuschreiten. Eine diesbezügliche Prüfung ist offensichtlich nicht erfolgt. Es ist ja so einfach alles durchzuwinken, zumal man sich der Zustimmung seines Dienstherrn sicher sein kann. Man bekommt nur Schwierigkeiten, wenn man sich gegen diesen wendet.
    Herr Neumann lassen sie den Verweis auf irgendwelche Klagemöglichkeiten. Man füllt nur die Gerichtsbörse und wird von der Gegenseite geschröpft, da das Urteil bereits vorher feststeht. Ich bin übrigens für solch einen Prozess nicht ausgestattet. Da fehlen mir einfach die benötigen finanziellen Mittel.

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