Das sich in Bau befindliche Tesla Gigafactory 3-Werk mit unvollständigem Logo-Schriftzug in Shanghai, China am 17. Oktober 2019. (Quelle: dpa/Ji Haixin)
Audio: Brandenburg aktuell | 17.11.2019 | Friedrich Herkt | Bild: dpa/Ji Haixin

Medienberichte zu Gigafactory - Tesla will in Grünheide bis zu vier Milliarden Euro investieren

Die Nachricht schlug in Brandenburg ein wie eine Bombe: Der Elektroauto-Hersteller Tesla will in Grünheide ein Werk bauen. Bis zu 8.000 Menschen könnten dort arbeiten. Wie jetzt bekannt wurde, geht es um eine Investition von mehreren Milliarden Euro.

Der Elektroauto-Hersteller Tesla will offenbar bis zu vier Milliarden Euro in die geplante Gigafactory in Grünheide (Oder-Spree) investieren. Das berichten die Nachrichtenagentur dpa und die "Bild am Sonntag" [bild.de / kostenpflichtiger Inhalt]. Die übereinstimmenden Medienberichte beziehen sich dabei auf mündliche Verhandlungen, in denen diese Zahl genannt worden sei. In der Absichtserklärung, dem sogenannten "Letter of intent", die Tesla-Vertreter unterschrieben haben, tauchen diese vier Milliarden Euro nicht auf, eine offizielle Bestätigung dafür gibt es bisher nicht.

Die Bauarbeiten für das angekündigte Tesla-Werk nahe der A10 und dem geplanten Flughafen BER sollen zügig beginnen. Der Baustart ist laut des Wirtschafts- und Energieministers Jörg Steinbach (SPD) für das erste Quartal 2020 geplant. Produktionsstart solle 2021 sein. Der Hersteller kann laut "Bild am Sonntag" mit EU-Zuschüssen von rund 300 Millionen Euro rechnen.

Zunächst sollen 3.000 Arbeitsplätze entstehen

In einer ersten Stufe sind der Brandenburger Landesregierung zufolge mehr als 3.000 Arbeitsplätze geplant, bis zu 8.000 könnten es nach einem Ausbau werden. Tesla plant nach jetzigem Stand, dass pro Jahr 150.000 Elektrofahrzeuge in Grünheide hergestellt werden.

Am vergangenen Dienstag hatte der Gründer und Firmenchef Elon Musk überraschend bekanntgegeben, in Brandenburg die vierte sogenannte Tesla-"Gigafactory" bauen zu wollen. So bezeichnet das Unternehmen Fabriken, in denen sowohl Autos als auch Batterien gebaut werden. In Grünheide sollen zunächst der künftige Kompakt-Sportgeländewagen Model Y sowie auch Batterien und Antriebe produziert werden. Für die Fabrik muss Tesla Wald abholzen lassen. Laut der Brandenburger Regierung hat das Unternehmen als Ausgleich angekündigt, die dreifache Fläche aufforsten zu lassen.

Taskforce wird Freitag eingesetzt

Die Brandenburger Landesregierung will am kommenden Freitag eine Taskforce zur geplanten Ansiedlung des E-Autobauers einsetzen. Für das Unternehmen und die Beteiligten in der Kommune, dem Landkreis und den Ministerien solle es Ansprechpartner geben, sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Freitag in Potsdam. "Wir hoffen nun auf die genehmigungsfähigen Unterlagen von Tesla." Sobald sie vorlägen, gehe es los.

Neben dem Werk in Brandenburg will Tesla in Berlin ein Entwicklungszentrum gründen. Die Pläne hierfür sind allerdings noch unkonkret. Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) bot das Gelände des Flughafens Tegel nach dessen Stilllegung als Standort an.

Sendung: Antenne Brandenburg, 17.11.2019, 12 Uhr

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31 Kommentare

  1. 30.

    ...Im Gegenteil dieser Deal welcher in geheimen Hinterzimmer unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgehandelt wurde ist ein ökologisches Desaster mit nicht absehbaren Folgen, welche die Entscheidungsträger auf den Schultern anderer Austragen. Die Schaffung von Arbeitsplätzen ist dabei eine zynische Farce, welche die schädlichen Konsequenzen unterschlägt und deren unbezahlbares unwiederbringliches Ausmaß zerstörerischer Auswirkung für diese und alle Folgenden Generationen verhöhnt.
    Das einzige wofür dieses Gigaprojekt gut ist, ist Weiterführung einer politisch und wirtschaftlich herbeigeführten Katastrophe für den Gesamten Planeten und die Bestätigung abgrundtiefer menschlicher Dummheit.
    ... Teil 3

  2. 29.

    Sie haben voellig Recht. Zum enormen und unsinnigen Flaechenverbrauch und der Biotopzerstoerung kommt auch die zweifelhafte Umweltbilanz der E-Mobilitaet allgemein und dieses monstroesen Projekts im Besonderen.

  3. 28.

    ...Jeder der dieses Projekt unterstützt macht sich zum Mittäter der Zerstörung von Lebensraum, Ressourcen, als auch wichtiger ökologischer Grundlagen und wird damit zum Verräter am Menschen selbst, wie auch aller anderer lebenden und empfindenden Wesen, dieser die bereits Leben und die noch kommen werden.
    Es ist nicht erst Zeit sich zu Fragen ob es das wert war, wenn euer Planet und all eure Lebensgrundlagen zerstört sind, sondern es ist jetzt Zeit derart zerstörerische Projekt aufzuhalten!
    ZERSTÖRUNG DES NATUR- UND ÖKORAUMS GRÜNHEIDE NICHT MIT UNS!
    TESLA GO HOME!

  4. 27.

    ...Dies ist keine Chance für die Region welche bejubelt werden sollte, sondern eine unsinniger Entschluss, für ein noch unsinnigeres Luxusprodukt, dessen ökologischer Fußabdruck und CO2 Bilanz nicht weniger ist, als das jedes anderen vergleichbaren Luxusprodukts mit Verbrennungsmotor welches für den Individualverkehr hergestellt wird und lediglich zum aufpolieren des eigenen Egos, als auch des Sozialen Status dient, nicht aber einer nachhaltigen Entwicklung, geschweige denn einer positiven Auswirkung für Mensch und Umwelt.
    Im Gegenteil dieser Deal welcher in geheimen Hinterzimmer unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgehandelt wurde ist ein ökologisches Desaster mit nicht absehbaren Folgen, welche die Entscheidungsträger auf den Schultern anderer Austragen.
    ... Teil 2

  5. 26.

    Die Pläne sind eine Zumutung für Land und Umwelt!
    Das Tesla Gigaprojekt Grünheide, stellt nicht nur eine Zerstörung von Lebensraum für viele Seltene und Bedrohte Tierarten dar, es ist auch das in seiner Artenvielfalt und ursprünglichen Natürlichkeit einmalige Naturschutzgebiet Löcknitztal von der Zerstörung bedroht.
    Ferner stellt die Zerstörung von Waldfläche und Bebauung offener Wiesenflächen durch Gewerbe, Infrastruktur und den damit einhergehenden Ausbau von Siedlungsgebieten eine ökologische Katastrophe für das Gebiet dar, deren gefährliche Ausmaße nicht absehbar sind.
    Wobei die Zerstörung des landschaftlichen Charakters, mit beträchtlichem Naherholungwert, als auch die Vernichtung eines für Berlin wichtigen CO2 und Schadstofffilters, durch die Rodung und Bebauung wichtiger Wald- und Grünflächen, noch zu den geringsten Problemen zählen.
    ... Teil 1

  6. 25.

    Kritiker behaupten, den Bau des Werkes zahlt überwiegend der deutsche Steuerzahler. Argumentiert wird mit angeblich unklaren Angaben zur Finanzierung und das es für den insolventsbedrohten Hersteller sonst keinen Sinn machen würde, ein Werk dort zu errichten, wo der geringste Absatz besteht. Der Artikel klärt diese wichtigste Frage nicht ab.
    Der Tesla-Gründer E. Musk hat (z.B. laut Focus online)mit Neuralink übrigens auch einen Chip und den dazugehörigen Implantier-Roboter entwickelt, welcher in Köpfen hineinoperiert eine Schnittstelle bildet, um Gehirne per Funk zu beeinflussen (Transhumanismus). Versuche mit Affen waren erfolgreich. Inzwischen wird mit menschlichen Probanden experimentiert. Ggf. könne bei mangeldem E-Autoabsatz auch diese Technik an diesem Standort hergestellt werden. Smartphones sind längst veraltet.
    Meinen Benziner habe ich seit einem Jahr keinen Kilometer gefahren. Macht das mal mit einem E-Auto ohne die Batterie gelegentlich am Netz zu halten.

  7. 24.

    E- Autos mit der gegenwärtigen Batterietechnologie sind keine Alternative und nicht förderwürdig:
    https://tirol.orf.at/stories/3021270/

    Ohne gesicherte Entsorgung darf so etwas kein Werk verlassen..
    ...von den Umweltschäden bei der Batterieproduktion ganz abgesehen...

  8. 23.

    Hallo lieber RBB.

    Danke für Eure Antwort und Erklärung. Ihr habt mich überzeugt. Man kann den Satz auf 2 Arten verstehen :-).

    Einen schönen Abend wünsche ich noch.

    Gruß

    Kay

  9. 22.

    Jetzt mal Kritik am Beitrag. Die Betonung des Sprechers lässt ihn unsympatisch erscheinen, ganz so, als hätte er keine Lust auf seinen Beruf. Klingt sehr von oben herab. Was ist das los? Oder ist das jetzt "in"?

  10. 21.

    Es wird in dem Beitrag beschrieben, wo das Tesla entstehen soll, und zwar in der Nähe nahe der A10 und dem geplanten Flughafen BER.

  11. 20.

    Hallo Lieber RBB,

    was ist denn nun mit dem Flughafen BER im Bericht gemeint?.

    Gruß

    Kay

  12. 19.

    Am besten wird das Werk gleich so gebaut, das es später ohne große Umbauten, als Spaßbad verwendet werden kann, wenn sich erwartungsgemäß, Tesla wieder aus dem Projekt zurückzieht.

  13. 18.

    "Die Bauarbeiten für das angekündigte Tesla-Werk nahe der A10 und dem geplanten Flughafen BER sollen zügig beginnen. "

    Ich kann den Flughafen BER gerade nicht wirklich unterbringen. Die Bauarbeiten für den geplanten Flughafen BER haben doch schon lange begonnen.

    Ich habe den Bericht jetzt dreimal gelesen und werde nicht daraus schlau.

    Lieber RBB , bitte kläre mich auf. :-))

    Beste Grüße

    Kay

  14. 17.

    Natürlich würde ich so einer Grünen Lokalpolitikerin wie Pop, ohne Sach- und Fachkenntnis, selbst auch keinen Euro anvertrauen.
    Aber in der Erkenntnis, ob Tesla Pleite geht, da scheiden sich die Geister.

  15. 16.

    Ein etwas älteres Ereignis wäre vielleicht noch zu nennen. NIXDRF wollte im Wedding an der Brunnenstraße eine "PC-Fabrik" bauen. Selbst Kanzler Kohl war zur Einweihung dort. Hinter dem "Beamtentor" aus AEG Zeiten.
    Entstanden ist ein schickes typisches NIXdorf Gebäude mit getöntem Glas und Travertin, relativ komplett finanziert vom Steuerzahler. Da baute man sogar zwei Kelleretagen an der Gustav-Meyer-Allee. Um dort Investitionsgüter für die Fertigung in Paderborn zu parken, bis die Sperrfrist bis zur Auslieferung an das Paderborner Werk abgelaufen war. PCs wurden dort faktisch nie gebaut.

  16. 15.

    Nicht nur das! Woidke(SPD,Brandenburg) und Pop(Grüne, Berlin) überboten sich sogar! Jeder von den Beiden wollte den Erfolg(?), daß Tesla kommt, für sich verbuchen! Nach dem Motto:"Ich war das, ich war dafür verantwortlich!"
    Wie lustig!

  17. 14.

    Ja leider erinnere ich mich nur zu gut an den angeblichen Retter von Karstadt.
    Viel Theater und nichts dahinter.

  18. 13.

    Der Cargolifter ist doch auch ein gutes Beispiel, Samsung Röhrenwerk, Nokia und jetzt kommt Tesla. Berlin Brandenburg braucht auch die Einschienenbahn ;-) um alles fortschrittlich zu verbinden, City mit Airport und Elektroautofabrik.

  19. 12.

    Erinnert sich noch jemand von Ihnen an Nicolaus Berggruen, der als "Retter von Karstadt" gefeiert wurde? Und erinnert sich noch jemand von Ihnen, wie es endete? Bei solchen Meldungen schaltet ich schon seit Jahren auf "Igno".

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