Der zukünftige Standort des Tesla-Werks liegt in einem Gewerbegebiet in Grünheide-Freienbrink. (Quelle: imago-images/Michael Handelmann)
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E-Autos und Wiederaufforstung genügen nicht - Umweltschützer kritisieren Pläne für Tesla-Werk

Elektro-Fahrzeuge made in Brandenburg: Die Ankündigung, dass in Grünheide ein Tesla-Werk entstehen soll, wird in Politik und Wirtschaft überwiegend begrüßt. Umweltschützer sind dagegen deutlich skeptischer.

Umweltschützer in Brandenburg haben Bedenken gegen die geplante Tesla-Fabrik in Grünheide (Oder-Spree) angemeldet. Der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) warnte davor, ausschließlich auf E-Autos zu setzen.

Die Klimareferentin des BUND, Michaela Kruse, kritisierte am Donnerstag im rbb, in der Fabrik sollten nur SUV gebaut werden. Luxus-Autos allein würden aber bei der Verkehrswende nicht helfen: "Wir können nicht einfach nur den Antrieb ändern und dann sind die Probleme gelöst." Wichtiger sei der öffentliche Personennahverkehr, so Kruse. Der BUND möchte deshalb, dass Tesla dort auch Elektrobusse produziert.

Nabu sieht Aufforstungs-Pläne skeptisch

Der Naturschutzbund Nabu sorgt sich um den Artenschutz auf dem für das Tesla-Werk vorgesehenen Gelände. Nach Angaben von Nabu-Geschäftsführerin Christiane Schröder siedeln auf dem rund 300 Hektar großen Baugrundstück geschützte Reptilienarten sowie Baumfalken und Fledermäuse. 70 Hektar Kiefernwald müssen dort gerodet werden. Tesla will dafür andernorts 210 Hektar bepflanzen.

Dies würde das Problem nicht lösen, sagte Schröder dem rbb, denn es sei schwer, überhaupt ausreichend Fläche zu finden, um solche Aufforstungen vorzunehmen. Der Nabu verlangt jetzt, vom Wirtschaftsministerium in die Verhandlungen mit dem Investor einbezogen zu werden.

"Maßloser Zeitdruck"

Der Naturschutzbund kritisierte auch, dass lange im Geheimen über das neue Tesla-Werk verhandelt worden sei. Zudem werde ein "maßloser Zeitdruck" aufgebaut. Die Bauarbeiten für die Fabrik sollen im ersten Quartal 2020 beginnen, vorher soll der Kiefernwald auf der Fläche gerodet werden. Bereits im Jahr 2021 soll dort die Produktion starten.

Wie Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) dem rbb am Donnerstagabend sagte, habe "in der Kürze der Zeit" noch nicht überprüft werden können, ob sich in dem betroffenen Areal seltene Tiere oder Pflanzen befinden. Es werde aber eine Umweltkartierung geben, diese sei Teil des Genehmigungsverfahrens.

Am Dienstagabend hatte der Tesla-Chef Elon Musk überraschend bekanntgegeben, in Brandenburg seine vierte sogenannte Gigafactory bauen zu wollen. So bezeichnet das Unternehmen Fabriken in denen sowohl Autos als auch Batterien gebaut werden. In Grünheide sollen zunächst der Elektro-SUV Model Y sowie Batterien und Antriebe produziert werden.

Mit Informationen von Lisa Steger

Sendung: Antenne Brandenburg, 14.11.2019, 18:00 Uhr

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94 Kommentare

  1. 94.

    Bis eben war der Kiefernwald für die Naturschützer eine ökologische Einöde, die dringend umgebaut werden muss und überhaupt nicht schützenswert..... und jetzt ist es auf einmal ein wertvolles Biotop ??? Mal sehen wie viele Millionen "Ausgleichszahlung an den Nabu" die Leute überzeugen, dass die Wälder dann doch nicht sooooo wertvoll sind.

  2. 93.

    Klar Brandenburg hat ja keine Arbeitslosigkeit .... am besten alle Firmen die Arbeitsplätze schaffen wollen vergraulen.... und diese Fläche war ja schon für die Industrie / BMW schon mal angeboten worden....
    Wenn die Fläche brach liegt kommt klar die Natur zurück... und davon hat Brandenburg schon sehr viel, aber keine Arbeitsplätze...
    Mit Arbeitsplätze wird sich auch das soziale Umfeld besser in Brandenburg und wir werden damit andere Wahlergebnisse haben.

  3. 92.

    Weshalb passt SUV und E Mobilität nicht zusammen? Oder bekommen SUV keine A+++ Plakette LOL
    Umweltschutz und ständige Internetnutzung passen auch nicht zusammen.

  4. 91.

    Neben all den, in den Kommentaren schon genannten, Ablehnungsgründen, ist mir dieser E-Auto Hype so oder so zuwider!
    Alleine schon SUV,s und E Mobilität, passt für mich nicht zusammen. Auch die anderen deutlich über motorisierten Modelle, auch anderer Hersteller, zeigen: Der Gedanke wurde nicht verstanden! Warum müssen E-Autos mehrere hundert Pferdestärken haben und so schnell los brettern wie Rennwagen? Was hat das mit einer Entlastung der Innenstädte zu tun? Welches Problem lösen wir damit? Die ganze Errichtung der Infrastruktur, die gewaltigen Strommengen die im Netz bereit gestellt werden müssen!? Ein wenig Vernunft und Augenmaß täte unserer Regierung gut! Man rennt blind in die falsche Richtung!

  5. 90.

    Neben all den, in den Kommentaren schon genannten, Ablehnungsgründen, ist mir dieser E-Auto Hype so oder so zuwider!
    Alleine schon SUV,s und E Mobilität, passt für mich nicht zusammen. Auch die anderen deutlich über motorisierten Modelle, auch anderer Hersteller, zeigen: Der Gedanke wurde nicht verstanden! Warum müssen E-Autos mehrere hundert Pferdestärken haben und so schnell los brettern wie Rennwagen? Was hat das mit einer Entlastung der Innenstädte zu tun? Welches Problem lösen wir damit? Die ganze Errichtung der Infrastruktur, die gewaltigen Strommengen die im Netz bereit gestellt werden müssen!? Ein wenig Vernunft und Augenmaß täte unserer Regierung gut! Man rennt blind in die falsche Richtung!

  6. 89.

    Hallo Hope,
    komplett korrekt, was du schreibst! Sollen Tesla und Brandenburg doch auf die Schließung des alten Flughafens Schönefeld warten und sich dort breit machen, wo eh schon die Flächen versiegelt sind!
    Unglaublich, was uns so eine lobbygesteuerte Regierung beschert!

  7. 88.

    ....was sind 70 Ha Wald ...., wie kann man nur so etwas schreiben, auch wenn es Kiefernwald ist. Jeder einzelne Baum nimmt CO2 auf und wandelt ihn in Sauerstoff um (wenn auch nicht so viel, wie eine Buche o.ä.). Nur weil Sauerstoff immer da war, heißt es doch nicht, dass dies so bleibt. 70 Ha Wald, Lebensraum für Insekten und Tiere jeglicher Art! Mit jedem Ha gerodeten Wäldern sägen wir weiter an dem Ast, auf dem wir sitzen! Schon einmal darüber nachgedacht? Ich höre immer, ihr wohnt aber schön grün ..., Darauf kann ich nur noch antworten - NOCH! Wachstum - um jeden Preis? Den Preis unsere Zukunft, der Zukunft unserer Kinder udn Kindeskinder? Der Baum braucht uns nicht, wir aber ihn! Die Insekten brauchen uns nicht, wir aber sie! Diese Kurzsichtigkeit ist beängstigend! Geld kann ich weder essen noch atmen - vielleicht sollte man mal darüber nachdenken, was wir hier im Zeichen des Wachstums und ewigen Wohlstandes anrichten!!!!

  8. 87.

    Man bejubelt nur das Produkt "Tesla" und nicht die Marke Tesla. Jeder Hersteller von irgendwelchen Gütern sucht das schnelle Geld und ist auf seinen eigenen Profit aus. Die Qualität der Verarbeitung von Tesla ist nicht besonders toll. Schon gar nicht für die aufgerufenen Preise für die Fahrzeuge.
    Der Vorteil ist, das Tesla auf dem Bereich der E-Mobilität Vorreiter ist. Bisher ist er fast der einzige Hersteller, der es auf die Reihe bekommt, E-Fahrzeuge mit einer "gescheiten" Reichweite und ausreichend Sitzplätze für 5 bis 7 Fahrgäste bieten kann.
    Was bietet Deutschland aktuell bei E-Autos? "Teure" Stadtautos ohne besondere Reichweite.

    Das mit der Geschäftsmentalität hat man ja sehr gut bei Amazon schon erkennen können. Mittlerweile soll sich das ja zum Glück schon gebessert haben.

    "Großspurige Versprechen gehören zum Geschäft"
    das ist hier in Deutschland und seinen Firmen zum Teil auch nicht anders. Da wird auch großspurig viel versprochen und nichts eingehalten.

  9. 86.

    Hier werden sich noch einige Tesla Fans umschauen, was sie hier bejubeln. Weder das große "A", noch irgendwelche windigen Start-up Brüder haben der Region einen Aufschwung beschert. Die suchen nur das schnelle Geld.

    Das wird mit Tesla nicht anders sein. Das liegt z.T. an der US-amerikanischen (Geschäfts-) Mentalität. Großspurige Versprechen gehören zum Geschäft. Die Wirklichkeit dahinter sieht anders aus.

    https://www.tagesschau.de/ausland/tesla-gewerkschaften-101.html

  10. 85.

    Das ist sicher schlimm unter welchen Bedingungen ein Teil der Rohstoffe gefördert wird - keine Frage.
    Im übrigen ist das aber kein Muss und Tesla ist dafür ein gutes Beispiel, ihr Kobalt kommt zum Beispiel nicht aus dem Kongo und sie haben die genutzte Menge bereits stark reduziert.
    Mal davon abgesehen, dass diese Rohstoffe in so ziemlich jeder Form von Elektronik ist die sie nutzen und in anderen Alltagsgegenständen (Lithium in Glas anyone)?
    Hinzu kommt was sehen Sie als Alternative dazu? Erdöl? Wissen Sie was Erdöl für eine Schweinerei ist und unter welchen Bedingungen es zum Teil gefördert wird? Schon mal das Nigger-Delta angesehen?
    Und das fördern wir nicht einmal um es in eine Batterie zu tun, die wir dann eine Menge X mal laden können, nein, dass fördern wir ständig, weil wir es verbrennen müssen um fahren zu können. Die Batterie-Rohstoffe können Sie zu einem ziemlichen Teil nach dem die Batterie verschlissen ist wieder rausholen und neue Batterien draus machen.

  11. 84.

    Dann machen Sie sich mal schlau wieviel Geld Deutschland Jahr für Jahr an Wirtschaftshilfe in den Kontinent pumpt.
    Es liegt wohl nicht an Deutschland, wenn Kinder arbeiten geschickt werden. Man kauft davon lieber AK47x.
    Und die "CO2"-Thematik war wohl nicht des Bürgers Idee der eh keinen Einfluss auf Klima hat.

  12. 82.

    Bis heute war ich Mitglied beim BUND. Wenn die denken ich hätte besser einen E-Bus als einen E-Auto kaufen müssen, dann prost. Ich lebe aufm Land. Der Busfahrt ist hier fast gratis aber nicht immer da. Die Einheimischen fahren fast nur SUV, zu schnell und gerne. Bus fahren nur Schulkinder und wir zwei.
    Jeder E-Auto ist besser als jeden Verbrenner.

  13. 81.

    War ja klar das die grünen Ökospinner hier etwas zum jammern finden. Die braun gefleckte Fichtenkröte wird Elon jetzt einen Strich durch die Rechnung machen. Ach und die Autos die er da bauen will, sind viel zu groß und gefallen den Grünlingen nicht. Aber wenn BMW sein Werk dort gebaut hätte, währe alles ok gewesen?

  14. 80.

    Die Elektromobilität ist schon seit über 100 Jahren Realität--

    ja das stimmt. E-Autos waren sogar noch vor den Verbrennern da. Nur warum hatte es sich vor 100 Jahren nicht durchgesetzt?

    Damals viel zu schwere große Akkus, zu teuer, zu aufwendig in der Produktion und das wichtigste : viel zu geringe Reichweite und zu lange Ladezeiten. Einfach nicht für die Massen geeignet gewesen.

    Nun sind wir über 100 Jahre weiter und was haben wir bis heute geschafft?
    Bis auf wenige Ausnahmen zu geringe Reichweite, zu lange Ladezeiten und noch immer "große schwere" Akkus und dazu auch zu teuer für das, was man am Ende für sein Geld erhält.
    Und wenn man sich nun die Infrastruktur zum Laden der Fahrzeuge in Deutschland anschaut, sind E-Fahrzeuge noch immer nicht für die Massen tauglich, da man nohc nicht mal in jeder Stadt auf den Straßen eine Ladesäule findet und wenn mal 2 bis 4 Stationen da stehen... ist das nicht gerade praktikabel.

  15. 79.

    Was in mancher Blase gefordert wird, unterscheidet sich deutlich von dem, was der Kunde kaufen will. Eigentlich müsste spätestens seit der Ankündigung von der IAA beim VW-Konzern Platzmangel in der Verkaufsräumen für E-Autos auf Up-Basis geben. Den aktuellen E-Golf kann man für weniger als 20.000 € bekommen. Dabei war VW schon beim Golf I am Batterieball. Die erste Mercedes A-Klasse hatte einen Sandwichboden für alternative Energiearten (Akku und H2), fiel deshalb aber auch als Verbrenner leichter um.

    Tesla war einfach mit der Idee, Laptop-Akkus in einen PKW einzubauen, zur richtigen Zeit zur Stelle. Langfristig muss Musk noch beweisen, ob er gegenüber der langsam aufwachenden "alten" Industrie überleben kann. PSA/Nissan weitet das Angebot aus, BMW war mit dem i3 zu früh dran. Die Koreaner haben auch einige interessante Modelle, der Hype um VW ist gigantisch. Toyota schwenkt zunehmend auf Batterieautos um, da H2 noch Zukunftsmusik ist. Übernächstes Jahr ist noch lange hin.

  16. 78.

    Beim BR wird man fündig: 100mg werden am Bahnsteig regelmäßig gemessen. Die MAK ist allerdings um ein vielfaches höher: 1250 mg. Hier im Abgeordnetenhaus war das auch schon 2012 mal Thema.
    https://www.br.de/nachrichten/amp/bayern/feinstaub-in-der-u-bahn-hoehere-belastung-als-auf-der-strasse,RHDH8Fy

  17. 77.

    Wo phantasieren sie immer ihre "Mehrheiten" her? Sie sollten sich mal angewöhnen ihre frei erfundenen Behauptungen mit Zahlen zu belegen.

    Tja... es sind die selben Quellen, die Sie auch ständig nutzen. Frei erfundene Behauptungen überlasse ich anderen, die das besser beherschen. Ansonsten = Zahlen wird Doktor google gerne auf geziehlter Suche liefern. Vorrausgesetzt ist, das man mit google auch umgehen kann.

  18. 76.

    "70 Hektar Kiefernwald müssen dort gerodet werden." Ich verstehe die Aufregung von NABU nicht. Ist ja nicht so, als wäre dieser Wald natürlich entstanden und Jahrhunderte alt. Das ist Nutzwald, von vorne herein angepflanzt wurde um gerodet zu werden.

  19. 75.

    Wo phantasieren sie immer ihre "Mehrheiten" her? Sie sollten sich mal angewöhnen ihre frei erfundenen Behauptungen mit Zahlen zu belegen.

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