Ein Tesla Model 3 verlässt die Produktionshalle in Shanghai, China (Bild: imago images/Fang Zhe)
Bild: imago images/Fang Zhe

Made in Grünheide - Diese Autos will Tesla in Brandenburg bauen

Das Genehmigungsverfahren für die Tesla-Gigafactory in Grünheide ist am Freitag eröffnet worden - mit der Bekanntmachung im Amtsblatt. Daraus geht auch hervor, welche Modelle in Brandenburg vom Band laufen sollen. Auch erste Stellen werden bereits ausgeschrieben.  

Das Genehmigungsverfahren für das geplante Werk des US-Elektroautobauers Tesla in Brandenburg ist am Freitag offiziell eröffnet worden. Wie das Umweltministerium in Potsdam mitteilte, wurde das Tesla-Projekt in Grünheide (Oder-Spree) am Freitag im Amtsblatt veröffentlicht [bravors.brandenburg.de].

Der neue Tesla Model Y wird in Los Angeles, USA vorgestellt (Bild: dpa/Hannes Breustedt)
Tesla Model Y | Bild: dpa/Hannes Breustedt

Model 3 und Model Y

Demnach will Tesla in der "Gigafactory" die Mittelklasse-Limousine Model 3 und das kompakte SUV-Model Y fertigen - sowie "künftige Modelle", wie es im Amtsblatt heißt.

Das Model 3 mit Motorleistungen von 190 bis 339 kW ist seit 2017 auf dem Markt und wird derzeit in den USA sowie in Shanghai produziert. Der Grundpreis für das mindestens 1,6 Tonnen schwere Gefährt beträgt 44.390 Euro. Das Model Y wird noch nicht hergestellt. Es basiert auf dem Model 3, ist aber etwas größer und soll ab 56.000 Euro kosten.

Was mit "künftigen Modellen" gemeint ist - unklar. Zuletzt stellte Tesla-Chef Elon Musk einen "Cybertruck" vor, bei der Präsentation des PickUps lief allerdings einiges schief [tagesschau.de]. Fachleute bezweifeln zudem, dass der Cybertruck mit seinen hochsteifen Blechen in der EU überhaupt eine Zulassung bekäme [spiegel.de].

Kapazität von bis zu 500.000 Autos pro Jahr

Baubeginn für die Fabrik soll im ersten Halbjahr 2020 sein. In einer ersten Ausbaustufe will Tesla wie im chinesischen Shanghai pro Jahr 150.000 Elektrofahrzeuge bauen. Später sollen die Kapazitäten auf bis zu 500.000 Fahrzeuge jährlich erweitert werden - das wäre deutlich mehr, als die bisher bestehenden drei Tesla-Werke 2019 weltweit insgesamt produziert haben.

Auf seiner Website [tesla.com] hat der Konzern bereits rund 35 Stellen für die geplante Gigafactory in Brandenburg ausgeschrieben.

In Betrieb gehen soll die Anlage im Juli 2021 - auf einer Fläche, die so groß wie 420 Fußballfelder ist. Damit werden die in der Task Force Tesla vereinbarten Termine eingehalten, betonte Umweltminister Axel Vogel (Bündnis 90/Grüne). "Alles läuft nach Plan", sagte er. Einen Monat lang können nun die Antragsunterlagen eingesehen werden. Bis 5. März sind Einwände möglich.

Auch Unterlagen zur Umweltverträglichkeit liegen vor

Am Montag werden in der Gemeinde Grünheide, der Stadt Erkner und dem Amt Spreenhagen sowie im Landesamt für Umwelt am Standort in Frankfurt (Oder) die Anträge und der Bericht über die Umweltverträglichkeitsprüfung ausgelegt. Auch im Internet sei der Bericht veröffentlicht, hieß es. Parallel zur Öffentlichkeitsbeteiligung werden auch alle Behörden, die von dem Vorhaben betroffen sein könnten, den Antrag prüfen. Unter anderem gehe es darum zu prüfen, ob alle Vorschriften zum Schutz der Umwelt eingehalten werden.

Tesla steigert Produktion um 50 Prozent

Wie am Freitag bekannt wurde, ist Tesla im zurückliegenden Jahr deutlich gewachsen. Ingesamt liefen in den drei bestehenden Fabriken rund 367.500 Fahrzeuge vom Band. Damit steigerte Tesla seine Produktion gegenüber 2018 um 50 Prozent und schaffte es, die zuvor ausgegebene Zielspanne von 360.000 bis 400.000 knapp zu erreichen.

Allein im letzten Quartal seien 112.000 Fahrzeuge weltweit verkauft worden, teilte Tesla an der Unternehmenszentrale in Palo Alto im US-Bundesstaat Kalifornien mit. 92.550 davon entfielen auf das "Model 3", das günstigste Tesla-Modell. In Frankfurt (Main) stieg die Tesla-Aktie am Freitagabend um rund 5,5 Prozent auf jetzt 402,00 Euro. Analysten hatten mit deutlich weniger Auslieferungen gerechnet.

Sendung: Brandenburg Aktuell, 03.01.2019, 19:30 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

46 Kommentare

  1. 45.

    Wenn Ihr von Vorurteilen geprägtes Bauchgefühl richtig wäre, müssten die SUVs auch in der Unfallstatistik herausragen. Also suchen wir einmal. Blöd, tun sie aber nicht. Im Gegenteil!

    Ob zu schnelles Fahren, zu geringer Abstand oder fehlerhaftes Überholen - Fahrer von SUV sind gemäß Destatis für etwa zwei bis rund dreieinhalb Prozent dieser Unfälle verantwortlich. Unfälle mit Personenschaden sind nach der Statistik rund drei bis fünf Prozent von SUV verursacht worden. Das ist jeweils weniger als der Anteil, den diese Fahrzeuge mit knapp 6 Prozent am gesamten Autobestand haben.

    Repräsentativer für Angeber und Autoposer sind andere Fahrzeuge. Dabei ist es fast egal, ob es ein C63 oder GLE63 ist. Wenn man es noch nicht so weit gebracht hat, tut es auch ein chipgetunter BMW.

    Zum schweren Unfall mit dem Macan gibt es ein Gegenstück. Ein paar Jahre vorher passiertes ähnliches in Hamburg - mit einem kleinen Fiat.

  2. 44.

    Wer hat eigentlich die betroffenen Chilenen befragt ob sich die halbe Welt in ihrem Land so umweltsaumäßig gebärden darf; auskotzen darf ?

  3. 43.

    Wer nicht sucht und folglich von daher findet, gewinnt m. E. eine höhere Anschauung als derjenige, der gezielt sucht.

    Ich glaube nicht, dass die Beispiele, die mir begegnen, so abartig und unrepräsentativ gegenüber allen anderen sind.

  4. 42.

    Erstens ist der Vergleich unsinnig. Ein Dacia spielt in einer anderen Liga wie ein Tesla. Und zweitens sind EAutos noch in der Herstellung teurer. Ändert sich aber im laufe der Zeit. Drittens zählt sich Tesla eher zu den Herstellern gehobenerer Ansprüche und vergleicht sich lieber mit Audi und BMW. Anderenfalls hätte Tesla in den USA keine Chance.

  5. 41.

    Im Juni 2018 habe ich mir ein neues Auto bei Dacia für 15.000 Euro gekauft. Warum sollte der Verbraucher jetzt auf einmal 30 bis 50.000 Euro ausgeben? Der Durchbruch kommt erst wenn die Elektroautos auch zwischen 15 und 20.000 Euro kosten. Elektroautos sind eigentlich sogar noch günstiger in der Herstellung als Verbrenner, oder?

  6. 40.

    Der Platzverbrauch ist gerade im B-Segment in den letzten Jahrzehnten enorm gestiegen. Ein Opel-Corsa wuchs z.B. in der Länge laut Ferdinand Dudenhöfer um 14 %. Die wahren Dickschiffe sind ihmnach die Vans und Limousinen, die die SUVs noch übertreffen.

    Der weiter unten erwähnte Fiat 500 verkauft sich innerhalb des Fiat-Programms vergleichsweise gut - vor allem als 500X, der auf einer anderen Plattform basierend von den Abmessungen her auch eine Nummer größer und (Tata!) ein SUV ist.

  7. 39.

    Die Fahrzeuge sind ja echte Schnäppchen und ganz bestimmt für die breite Masse der Bevölkerung gedacht. Ich bin nur erstaunt wie sich die Grünen plötzlich verbiegen um den ganzen Quatsch schnellstmöglich zu genehmigen.

  8. 38.

    Ich will ja nicht mit Pferd und Wagen. Ich fahre Auto, keine ÖPNV (auch wenn ich dafür beschimpft werde - dann verzichte ich gerne auf was anderes). Wollte nur nur sagen, dass Elektroautos auch nicht der Segen ist.

  9. 37.

    Na macht doch gleich den Vorschlag, am besten wieder mit Pferd und Kutsche..... Oh man, man kann sich das nicht mehr antun, diesen ganzen Schmarren zu lesen.

  10. 36.

    Demnach wäre also rd. ein Drittel der Neuwagenkäufer allein deshalb pure Angeber. Können Sie das irgendwie belegen? Mario Basler erzählt uns in der Werbung nämlich etwas anderes.

  11. 34.

    Hallo Frank, eigentlich bin ich auch Erkneraner. Bin schon so oft in der Vergangenheit in dieser schönen Gegend gewesen-stets mit dem Rad. Es stimmt alles was Du da schreibst. Bekannte staunen immer wie grün es hier am Rande Berlins ist; aus dem Flieger ein wunderschöner Anblick. Grünheide hat seinen Namen zu recht. Ich stellte übrigens fest, dass die Bäume keinen kranken Eindruck machen. Berliner, macht auch mal eine "Dampferfahrt" auf der Löcknitz; oder besser mit einem Paddelboot.

  12. 33.

    Elektrische Autos sind auch nicht umweltfreundlich. Für alles was hergestellt wird, leidet die Umwelt. Autobatterien gibt es auch nicht zum Nulltarif - ein Hoch auf Tesla.

  13. 32.

    Da entschuldige ich mich, stimmt Sie schrieben vom alten 500. Ob sich das nun einer antut oder nicht, ich fahre einen nagelneuen 500 Fiat und lasse alle großen hinter mir. Gut, ich muss zu geben für Autobahn Berlin-München nehme ich meinen SUV.
    Aber für die Stadt ist der 5oo bestens geeignet.
    Wie dem auch sei, zum Thema, nochmals , erstmal Vertrag unterschreiben dann was bauen und dann kann man darüber reden was da für Autos gebaut werden soll. Ob das alles so gut wie es nun dargestellt wird für Brandenburg ist bezweifle ich
    denn noch ist lange nichts in Sicht ausser Gequatsche von Tesla und Politiker.

  14. 31.

    Der Platzverbrauch der hier diskutierten Autos sind die eine negative Seite. Noch gravierender aber finde ich die zu bewegenden Massen dieser Boliden und die dafür benötigte Leistung (plus die unnötig dazu gepackte). Das erhöht den Energiebedarf und die Akkugröße. Beides bekanntermaßen Umwelt- und Klimaschädlich.

  15. 29.

    SUV verbieten, Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer gewähleisten, Autoverbotszonen. Mehr Fahrrad-Strassen. Danke.

  16. 28.

    Vielleicht sollte mal einer der Herren Politiker den Begriff "minderwertiger Wald" definieren.
    In dem zu entwaldenden Gebiet, welches ca. 5mal größer als der nahe gelegene Werlsee ist, wachsen neben Kiefern auch Eichen, Lärchen, Fichten, Birken, u.a..
    Die Bäume sind unterschiedlichen Alters, und die meisten keinesfalls "erntereif".
    Ich würde jedem zu einem Spaziergang oder Radtour durch das Waldgebiet raten solange es noch möglich ist.

  17. 27.

    Das Grundproblem ist nicht das SUV an und für sich, es wird immer sein hervorragendes Einsatzgebiet finden, wie jedes spezifische Auto sein hervorragendes Einsatzgebiet findet. Das Grundproblem liegt in der Fehlverwendung und die resultiert aus purer Angeberei.

    Weil wir nun aber nicht in einem Staat leben, bei dem erst einmal um Erlaubnis gefragt werden muss, wer welches Auto kaufen darf und auch ich das nicht will, wird es in die Bewusstheit des einzelnen Menschen gestallt bleiben, sorgsam und "zivll" mit derlei Instrument umzugehen. Damit scheint es mir aber nicht weit her zu sein. Und die anvisierten Produktionsziele von Tesla zeigen m. E. recht beredt, dass hier nicht einfach nur einem Urbedürfnis gefolgt wird, sondern aus dem schließlich erfolgten Kauf das Bedürfnis erst nachträglich "erwächst".

    Wie schon desöfteren geschrieben halte ich das für eine Umdrehung des Verhältnisses von Zweck und Mittel.

    Sie werden ohne viel Federlesens wissen, was ich damit meine.

Das könnte Sie auch interessieren

Bild in groß
Bildunterschrift