Ein Kellner und seine Kollegin bedienen im Außenbereich eines Lokals (Quelle: dpa/Arne Dedert)
Video: Abendschau | 30.07.2020 | Nachrichten | Bild: dpa/Arne Dedert

Auswirkungen der Corona-Pandemie - Zahl der Arbeitslosen in Berlin und Brandenburg wieder deutlich gestiegen

Die Corona-Pandemie hat deutliche Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. In Brandenburg sind deutlich mehr Menschen arbeitslos als noch vor einem Jahr. Allerdings ist die Lage dort weitaus weniger gravierend als in Berlin. In der Stadt liegt der Zuwachs bei fast 40 Prozent.

Die Zahl der Arbeitslosen ist in Berlin und Brandenburg im Juli spürbar angestiegen. Das teilte die zuständige Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag mit. Grund für den Anstieg sind die Auswirkungen der weltweiten Covid-19-Pandemie.

Demnach sind in Berlin derzeit 215.305 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 5.945 mehr als noch im Juni, was einem Plus von 2,8 Prozent entspricht. Der Vergleich mit dem Vorjahr zeigt jedoch, welchen Effekt das Coronavirus auf die Beschäftigung hat: Derzeit sind in Berlin 58.807 Menschen mehr arbeitslos als im Juli 2019 - ein Zuwachs von 37,6 Prozent.

Die Arbeitslosenquote liegt in Berlin derzeit bei 10,8 Prozent, im Juli 2019 war sie noch 2,8 Prozentpunkte niedriger (8,0 Prozent). "Insbesondere in Dienstleistungsbereichen, im Gastgewerbe und im Bereich Verkehr und Lagerwirtschaft liegen die Arbeitslos-Meldungen deutlich über den Vorjahreswerten", so die Arbeitsagentur. Hinzu komme der übliche Anstieg zur Sommer- und Ferienzeit.

Anstieg fällt in Brandenburg leichter aus

Ähnlich, aber weitaus weniger ausgeprägt, ist der Anstieg in Brandenburg. Momentan sind 87.304 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 1.078 mehr als im Vormonat (ein Plus von 1,3 Prozent), aber 11.318 Personen mehr als noch im Juli 2019 (plus 14,9 Prozent).

Auch in Brandenburg melden sich viele Arbeitnehmer aus Gastgewerbe, Handel und Dienstleistung arbeitslos, im Gegensatz zu Berlin aber auch Menschen aus der Industrie. Die Arbeitslosenquote liegt in Brandenburg derzeit bei 6,5 Prozent, damit unverändert zum Vormonat und 0,8 Prozentpunkte höher als noch vor einem Jahr.

Kurzarbeit federt Entwicklung spürbar ab

"Wenngleich die Arbeitslosenzahlen nicht mehr so stark gestiegen sind wie im April und Mai, zeigt die Entwicklung, dass wir noch lange nicht durch sind", teilte der Leiter der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg mit. "Es wäre jetzt wichtig, dass in den Unternehmen diese Zeit für den Re-Start gut genutzt wird, indem Weiterbildung und Qualifizierung organisiert werden. Das verschafft später Vorsprung."

Die Entwicklung am Arbeitsmarkt werde durch das Kurzarbeitergeld abgefedert, so die Agentur. Demnach seien im April in Berlin 208.400 Mitarbeiter aus 26.500 Betrieben in Kurzarbeit gewesen. Damit habe sich jeder siebte sozialversicherungspflichtigte Beschäftigte in Kurzarbeit befunden. In Brandenburg waren 106.600 Personen aus 16.200 Betrieben betroffen - etwa jeder achte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte.

In der Region seien immer noch viele Leerstellen unbesetzt, so die Agentur. "Auch wenn einige Unternehmen dieses Jahr in der Ausbildung aussetzen, waren im Juli in Berlin immer noch über 6.300 Stellen in fast allen Berufen für den diesjährigen Ausbildungsstart frei. In Brandenburg waren es noch über 6.000 freie Ausbildungsplätze, davon viele im Berliner Umland, wo sie auch für Berliner Jugendliche gut erreichbar sind."

Sendung: Inforadio, 30.07.2020, 10 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

19 Kommentare

  1. 19.

    Danke und Ihnen alles Gute. Im Ernstfall brauchen auch Japaner gute Mitarbeiter:-)

  2. 18.

    Nichts gegen Daimler.
    Das sind alles fleißige Leute.
    Aber um die Leute dort muss man sich wohl eher keine Sorgen machen.
    Die würden super Abfindungen, hohes ALG 1 und überall wieder einen Job bekommen.
    Das ist wirklich Jammern auf hohem Niveau.

  3. 17.

    Alles gut, können Sie gern machen es stimmt ja nun auch Sie schreiben, Daimler ist auch nicht mehr das was es mal war.
    Viel Spaß mit ihren Japaner :)

  4. 16.

    @ Holger Zachow: Sie haben sich verrechnet. Die USA haben aktuell ca. 150.000 Tote, wir 9.134. Da die USA 4,1 mal soviele Einwohner wie die Bundesrepublik Deutschland haben, haben sie bezogen auf die Einwohnerzahl ca. viermal soviel Tote haben wie die Bundesrepublik.

  5. 15.

    Sind Ihnen 20000 Kranke lieber?
    Wie kann man nur so ignorant sein. Ob es Ihnen nun passt oder nicht. Corona ist kein Schnupfen und ich glaube nicht, dass unsere Wirtschaft einen weiteren Lockdown übersteht.

  6. 14.

    Hallo Dennis, es tut mir leid, dass ihr euch bei Daimler auch Sorgen machen müsst um eure Arbeitsplätze.
    Aber Corona ist nicht alleine Schuld, Daimler hält nicht mehr, was es verspricht.
    Mein Daimler ist die schlimmste Karre, die ich jemals hatte ... ständig ist was Anderes hinüber .
    Ich kaufe wieder nen Japaner, da weiss ich, was ich habe .... Sorry.

  7. 13.

    So ein Unfug. Wenn Sie recht hätten, müsste es der US-Wirtschaft glänzend gehen. Stattdessen gibt es so viele Arbeitslose wie nie zuvor. Andere Länder wie z. Bsp. Israel fahren die Lockerungen wieder zurück. Dazu kommt, dass die deutsche Wirtschaft sehr exportlastig ist. Solange unsere Haupthandelspartner die Krise in ihren Ländern nicht in den Griff bekommen, werden die nicht in neue Fabriken und Maschinen investieren.

  8. 12.

    Was hier sehr viele Menschen übersehen, die "unverhältnismäßig", "die Politik ist schuld" und "aber es sind nur so und so viele Neuerkrankte gezählt worden", ist, dass diese Infektionszahlen NICHT den realen Stand der Dinge abbilden. Es gibt eine große Dunkelziffer an Infektionen, die eben NICHT statistisch erfasst werden, weil ...

    1. die Betroffenen keine Symptome verspüren, andere jedoch trotzdem anstecken können, und
    2. die Betroffenen Symptome verspüren, aber trotzdem einkaufen und arbeiten gehen, Bekannte besuchen etc.

    Dreimal darf man raten, warum es immer wieder zu lokalen Ausbrüchen kommt. Die Maßnahmen des Senats machen also durchaus Sinn. Denn es hilft niemandem, nach der Devise zu verfahren: Was ich nicht sehe (hohe Infektionszahlen), ist auch nicht da (Pandemie).

  9. 11.

    Ich muss sie leider enttäuschen.
    Die Politik profitiert von der Einsicht, Vernunft und manchmal auch Gefolgschaft der großen Mehrheit der Deutschen.
    Ebenso hat unser soziales von den Bürgern erarbeitetes Fundament die Grundlagen zum Geldverteilen geschaffen.
    Alles zumachen und Kurzarbeit verteilen ist auch keine strategische Leistung.
    Woran sich die Politik wird messen lassen müssen, wird die Schulöffnung sowie die Herbstwelle sein.
    Im Übrigen bitte ich Sie auch auf andere zu schauen.
    Für mich läuft es in Corona bislang auch gut.
    Das gilt aber bei Weitem nicht für alle.

  10. 10.

    Warum ist die Ansteckungsrate vor dem Lockdown gefallen?

    Warum sind die Ansteckungen trotz Schulöffnungen und Kitaöffnungen im April weiter runtergegangen auf ein minimalstes Niveau und zwar ganz ohne Masken?
    (Der Maskenzwang kam erst später)

    Warum sind die Zahlen weiter runtergegangen, obwohl es große (böse huhu) Feiern mit tausenden jungen Leuten gab z. B. am Landwehrkanal vor über einem Monat?

    Warum gab es in Schweden, wo man keinen Lockdown und keine Kita/Schulschließungen durchgezogen hat, im ersten Halbjahr 2020 keine historisch hohen Sterbezahlen? Die waren in den 1990 er Jahren zum Teil deutlich höher. Und zur Zeit faktisch überhaupt keine Toten wegen Corona mehr in Schweden?

    Warum wird immer mit dem Corona-Finger auf die USA gezeigt mit 120.000 Coronatoten im 1. Halbjahr 2020, wo doch dort 4,1 mal mehr Menschen leben, als bei uns? Wenn man die Anzahl der Toten durch 4,1 teilt, ist man fast genau auf dem Niveau der Grippetoten 2018 bei uns in Deutschland...

  11. 9.

    Julius
    Und warum ist das bis jetzt so gut gelaufen mit Corona, weil die Politik zum großem Teil in der Angelegenheit richtig gehandelt hat.
    Nur dadurch haben wir weniger Tote und Kranke zu beglagen.

  12. 8.

    Ich stimme Ihnen 100%ig zu. Es ist nicht das Virus sondern die mittlerweile unverhältnismäßigen Maßnahmen der Politik, die die Arbeitslosenzahlen in die Höhe treiben.

  13. 7.

    Ich will Sie nicht beunruhigen, aber die wirkliche Krise kommt erst noch.

  14. 6.

    Ja, leider werden Sie Recht behalten - Party, Reisen und Ignoranz dar AHA-Regeln werden die Infektionszahlen in die Höhe treiben - ich beobachte, dass sich Gastronomiebetreiber nicht an die Regeln halten, Friseure tragen keinen korrekten MMS usw. erst hohe Infektionszahlen und viele Tote und dann bricht die Wirtschaft weiter ein - viele Arbeitslose, ob die Schulen im Regelbetrieb laufen glaube ich nicht - nur weil sich gewisse Teile der Bevölkerung für unverwundbar halten, reißen die Personen ein ganz Land weiter in den Abgrund......

  15. 5.

    Tja, bei den arbeitsmarktfeindlichen Corona-Maßnahmen, die fast die gesamte Dienstleistungsbranche (Hotels, Gaststätten, Bars, Toursismus) in Berlin zum Erliegen gebracht hat ist das auch kein Wunder. Ausschließlich Schuld des Berliner Senats. Mich wundert das es nicht noch viel mehr sind, aber noch kriegen viele Kurzarbeitergeld. Damit hat es sich aber dann Ende Sep/Okt und dann werden wir noch viel mehr Arbeitslose bekommen.

  16. 4.

    Selbst wir von Daimler müssen uns langsam Sorgen machen um unsere Jobs, bis jetzt wird das noch alles ganz gut gedeckt aber solltest es zu einen zweiten Lockdown kommt, Rollen bestimmt Köpfe bei uns.
    Mir selber macht es auch keinen Spaß ständig mit einer Maske rumzulaufen beim Einkaufen z.b. aber wir müssen es nun um uns damit gegenseitig etwas zu schützen &
    Regelmäßig die Hände und das Gesicht waschen, so schwer ist das nicht.

  17. 3.

    So ein Unfug. Es sind nicht die Auswirkungen einer Pandemie, sondern die einer zweifelhaften Politik, die selbst bei geringsten Coronazahlen immer weiter auf dem Thema rumreitet und mit immer neuen Maßregelungen, Bußgeldern und der Ausweitung der Maskenpflicht ganz Wirtschaftsteile in den Ruin treibt.

    Seit Tagen wieder Corona-Trommelfeuer und Warnungen vor einer angeblichen zweite Welle. Und wie sehen die aktuellen Zahlen aus? Laut RBB auf 3,5 Mio Berliner keine 20 Menschen auf der Intensivstation und im ganzen Bundesland ganze 9 Neuerkrankte auf 2,8 Mio Einwohner!!

    Es herrscht eine irrationale Panikmache mit fürchterlichen Folgen. Aber User wie "Berliner". rufen: Abstandhalten!
    Rational ist das alles nicht mehr.

  18. 2.

    Und es wird noch schlimmer kommen, wenn die Leute nicht endlich lernen, Abstand zu halten. Wenn die Infektionszahlen rasant steigen, hat das u.a. auch massive Auswirkungen auf die Unternehmen, vor allem auf die, die sich bis jetzt gerade so über Wasser gehalten haben. Pleitewellen und Arbeitslose nach Infektionswellen.

  19. 1.

    Traurig, aber die Zahlen werden weiter steigen wenn sich einige Wirte aber vor allem unvernünftige Menschen so rücksichtslos verhaken.

Das könnte Sie auch interessieren

Bild in groß
Bildunterschrift