Investition über 400 Millionen Euro - Bundeskanzler Scholz kündigt Ausbau der Öl-Pipeline nach Schwedt an

Sa 17.09.22 | 14:06 Uhr
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Archivbild: Arbeiten an der Pipeline von Rostock nach Schwedt (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
dpa/Patrick Pleul
Audio: rbb24 Inforadio | 17.09.2022 | Oliver Neuroth | Bild: dpa/Patrick Pleul

Bundeskanzler Olaf Scholz hat angekündigt, dass die Pipeline von Rostock nach Schwedt für 400 Millionen Euro ausgebaut wird, damit sie mehr Öl in die dortige Raffinerie transportieren kann. Um die Anlage zu erhalten, "sorgen wir dafür, dass es jetzt auch Importmöglichkeiten zusätzlich aus Polen gibt, vielleicht sogar aus Kasachstan", sagte Scholz am Samstag in einem Interview dem Deutschlandfunk. [www.deutschlandfunk.de]

Es würden zudem die finanziellen Hilfsmittel organisiert, um die Arbeitsplätze in Schwedt zu erhalten. Die Bundesregierung hatte am Freitag Rosneft Deustchland unter eine Treuhandverwaltung gestellt und den bisherigen russischen Betreiber Rosneft entmachtet.

Rosneft prüft Gang vor Gericht

Anders als im Fall der Raffinerie Leuna hatte man sich in Schwedt wegen Rosneft nicht um eine alternative Versorgung bemüht. Rosneft hält einen Mehrheitsanteil von gut 54 Prozent an der PCK Raffinerie, Shell rund 37 Prozent. Das russische Unternehmen kündigte an, eventuell vor Gericht zu gehen, um die Entscheidung der Bundesregierung anzufechten. In einer Erklärung bezeichnete Rosneft den Schritt als illegal.

Sendung: rbb24 Brandenburg aktuell, 17.09.22, 19:30 Uhr

33 Kommentare

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  1. 33.

    " wie kriegt man das Öl aus Kasachstan ohne russische Hilfe oder Einmischung nach Schwedt. "Schwierige Fragestellung
    https://www.bpb.de/themen/wirtschaft/energiepolitik/152684/oel-und-gas-in-der-kaspischen-region/
    Auf dem Kaspisee herscht allerdings reger Tankerverkehr, also vielleicht über Aserbaidschan und dann weiter nach Ceyhan in der Türkei. Aserbaidschan ist aber im Moment mit Armenien recht heißes Gebiet.

  2. 32.

    "Ging früher wirklich nicht,"
    Habe ich bisher noch nie feststellen können und ich habe schon etliche pdf's verlinkt.
    Was ist denn "früher"

  3. 31.

    Die Frage ist allerdings wie kriegt man das Öl aus Kasachstan ohne russische Hilfe oder Einmischung nach Schwedt.
    Wenn die Russen aus Bockigkeit den letzten Schieber in Richtung Westen in ihrem Land zudrehen ist Feierabend. Eine passende Ausrede findet sich dafür schon.
    Wie könnte das sicher und zuverlässig gehen?

  4. 30.

    Doch haben wir, wenn ich sehe was für dritte in unserer PV Anlage an Zeugs drinsteckt.
    Ein Kommunikationsfachmann des lokalen Netzbetreibers meinte auch das Infrastrukturdatennetz kommt.
    Und letztenendes ist das lokale Lastmanagement eher lokal ohne Riesennetz dahinter.
    Die 50Hz-Netzfrequenz sind ein hervorragendes extrem schnelles Kommunikationsmittel.
    Das Fundament muss "nur" so stark sein, wie die maximale Last und wenn man die Last optimieren kann, kann das Fundament kleiner werden.
    Ausreichend Momentanreserve ist inzwischen auch bei Stromrichtern nachgewiesen. Somit kann das Netz ohne Synchrongeneratoren funktionieren.
    Das Problem Kurzzeitspeicherung was sich mit Lastoptimierung vereinfachen lässt, ist technisch mit Batterien, vorhandenen Speichern und Verbundnetz bald gelöst.
    Langzeit ist die Aufgabe die noch umgesetzt werden muss, aber soweit sind wir ja noch lange nicht. Dazu fehlt noch reichlich EE.
    Tipp: ARD Mediathek W wie Wissen, gestern Nachmittag.

  5. 29.

    Ging früher wirklich nicht, wurde nicht freigegeben.

    @Rbb Warum geht das jetzt eigentlich?

  6. 28.

    Schnelle Lösungen gibt es im Pipelinebau kaum.

    Am schnellsten werden bestehende ausgebaut.

    Die Tschechen wollten immer eine Leitung nach Leuna, dort gibt es schon eine andere Chemikalienleitung von Leuna nach Unipetrol bei Leutensdorf und von Leuna gibt es Produktleitungen nach Rostock. Die Tschechen haben schon eine Leitumg nach Bayern rüber als Alternative zum südlichen Druschba Arm.

    Oder eben ganz neu von Leuna rüber in den Westen. So wirklich h weit ist es von da ja nicht zur nächsten Pipeline im Westen.

  7. 27.

    Kasachstan? Ist einer der größten Erdölförderer der Welt. Da fragen Sie wo die das Öl herhaben? ;D

  8. 26.

    Vielleicht denkt man ja soweit, dass man irgendwann die Fliessrichtung umkehren könnte und daraus eine Produktleitung nach Rostock wird?
    Vielleicht etwas groß gedacht aber was wenn wir irgendwann in B und BRB die Menge an Bio und synthetischem Kraftstoff nicht benötigen sollten?

  9. 25.

    „ Ist ja nur "Software" und bissel IT. “
    Wie alles heutzutage. Aber sind sie der Meinung, dass wir in Deutschland eine vernünftig ausgebaute Kommunikationslandschaft haben?
    Was sie vorschlagen setzt einiges an Willen und Konmunikationsinfrastruktur (Digitalisierung) voraus, die wir in Deutschland überhaupt nicht haben.
    Trotzdem würde ich immer mit dem Fundament und nicht mitten drin anfangen.

  10. 24.

    Tja, die Nachfrage nach E-Autos ist offensichtlich so hoch, dass die Lieferzeiten trotz Preiserhöhungen und Entfall der Basisversionen oft größer als ein Jahr sind, während man einen Verbrenner in ein paar Wochen nach Wunsch ausgestattet geliefert bekommen kann.

    Da stellt sich die Frage, ob man die 400 Mio nicht besser in Umschulungen der PCK-Mitarbeiter und Umbau der Raffinerie investieren sollte. Neues, maßgeschneidertes Zaumzeug für ein sterbenden Pferd ist eine Fehlinvestition. Enertrag aus Brandenburg hat jedenfalls die Zeichen der Zeit erkannt und entsprechende Pläne für eine Raffinerie mit Zukunft grob skizziert, ebenso Verbio.

  11. 23.

    Nein das sehe ich etwas anders. Das ist nicht der letzte Effizienzschritt sondern das was am einfachsten und begleitend gemacht werden muss, um von vornherein die Netzbelastung zu vermindern und somit auch Grundlast und Speicherbedarf zu senken. Ist ja nur "Software" und bissel IT.
    So mache ich es (nicht privat).
    1. Energieeffizienz optimieren.
    2. Erzeugung so groß wie wirtschaftlich sinnvoll und technisch machbar aufbauen mit Überschusseinspeisung.
    3. Betrieb daran bestmöglich anpassen. Pumpenbetrieb, Lademanagement, Klimatisierung etc.
    4. Über Speicher und eventuell noch mehr Erzeugung nachdenken.
    Somit die Belastung für das Netz und Abhängigkeit vom Netz deutlich reduziert.
    Sollte ich irgendwann die wirtschaftliche und umweltfreundliche Alternative für das Notstromaggregat finden ist das Ziel wirtschaftliche Autarkie technisch realisierbar. Die Netzkosten für nichts ausser der Versorgungssicherheit, tun dann auch nicht mehr weh.

  12. 22.

    Ja ok den jeweiligen Anteil der Raffinerie aber eben nicht die Raffinerie, was im Fall PCK bei >50% zwar ähnlich aber nicht identisch ist. Unter Raffinerie verstehe ich PCK Raffinerie GmbH mit den anderen Anteilseignern die ja nicht "entmündigt" wurden.
    Die ursprüngliche Aussage im Artikel war damit trotzdem falsch und somit Aufgabe des rbb vielleicht etwas Licht ins Dunkel der Zusammenhänge zu bringen. Es geht schließlich um Firmen die in Berlin und Brandenburg ihren Sitz haben, für die Region von wirtschaftlich großer Bedeutung sind und nun geopolitisch im Fokus sind.
    Vielleicht mal einen Artikel etwas tiefer gehen lassen und nicht 3mal das gleiche in kürzester Zeit sagen und schreiben. Mehr Qualität denn Quantität wäre mal wieder gefragt. Interesse beim Gebührenzahler ist ja offensichtlich da.

  13. 21.

    Das ist richtig, dass geht sogar soweit, dass viele lang rum stehenden Elektrofahrzeuge selbst als Zwischenspeichern genutzt werden könnten, genauso wie man Erzeugungsspitzen mit verschiebbaren Spitzenlasten synchronisiert.
    Aber das sind alles die letzten Effizienzstufen. Für den Grundlastbetrieb, und das ist der momentan größte Anteil, brauch man Speicher mit möglichst hohem Wirkungsgrad.

  14. 20.

    "nicht die Raffinerie. "
    Naja, das liest sich nicht nur ander anders:
    Die Bundesnetzagentur übernimmt nicht nur die Kontrolle über Rosneft Deutschland, sondern auch über den jeweiligen Anteil in den drei Raffinerien PCK in Schwedt, MiRo in Karlsruhe und Bayernoil in Vohburg.
    Quelle: https://www.bundesregierung.de/breg-de/suche/treuhandverwaltung-rosneft-2126938
    Sondern ist auch so:
    Die Rosneft Deutschland GmbH ist nicht Anteilseigner, sondern nur für das operative Geschäft der Versorgung mit Öl und dem Absatz der Produkte zuständig.
    Quelle: https://www.rosneft.de/rosneft-erwirbt-375-an-pck-raffinerie/

  15. 19.

    @rbb24
    „Die Bundesregierung hatte die Raffinerie am Freitag unter eine Treuhandverwaltung gestellt und den bisherigen russischen Betreiber Rosneft entmachtet.“
    Hier sind mindestens 2 Fehler drin.
    Die in Berlin ansässige Rosneft Deutschland GmbH wurde unter Treuhand genommen, nicht die Raffinerie.
    Diese GmbH verfügt über Mehrheitsanteile u.a. an der PCK Raffinerie GmbH, welche Betreiber der Raffinerie ist.
    Desweiteren ist die GmbH zuständig für die Belieferung der 3 betroffenen Raffinerien und einiger Flughäfen in Deutschland.
    Soviel Zeit für korrekte Information sollte sein.
    Was sagt die Berliner Politik zum Thema? Die Gewinne der Rosneft in Deutschland laufen ja demzufolge in Berlin und nicht in Schwedt zusammen.

  16. 18.

    Ich denke der Martin wollte darauf hinaus, dass man relativ einfach optimale Ladezeiten fürs E-Auto festlegen kann. Mittags wenn die Sonne scheint, kann man sich schon relativ sicher sein, dass ein Energieüberschuss besteht der über Export und Drosselung reguliert wird. Auch sehr windiges Wetter ist nicht verkehrt, um sein Auto zu laden.
    Kann nicht jeder so flexibel machen aber viele.
    Das wird in Zukunft ein hochkomplexes aber technisch spannendes Thema mit sehr viel Effizienzpotential. Auslastung der Netze und Gleichgewicht zwischen Erzeugung und Verbrauch incl. den notwendigen Speichern. Momentan, kurz und Langzeit.
    Kam gestern im Ersten eine interessante Sendung.

  17. 17.

    Entschuldigen Sie bitte, dass ich sie gefragt habe. Nein ich kenne die nautischen Schwierigkeiten nicht. Weshalb hab ich wohl gefragt? Macht man so wenn man etwas nicht versteht.
    Leute seid nicht so empfindlich.
    Einfache Frage mal einfach beantworten. Ist nicht jeder so gut informiert. Sinn und Zweck einer Diskussion oder?
    Also ich hab Sie gefragt, um es zu erfahren, dann erklären Sie es bitte sachlich, ohne mir irgendetwas zu unterstellen.

  18. 16.

    Könnte, hätte … Hilft das weiter? Nein. Auch der Ausbau einer Pipeline nützt jetzt nichts. Kurzfristig muss eine Lösung her, dieses Geschwafel was man alles machen muss ist sinnlos.

  19. 15.

    „ Zum Autoladen braucht man auch keine aufwendigen Speicher, Autos werden einfach geladen wenn gerade Strom verfügbar ist.“

    Man kann nur dann fahren, wenn das Auto geladen werden kann. Das erzählen sie mal einem Berufspendler, der sein Auto regelmäßig und zu jeder Zeit bewegen muss.
    Und selbstverständlich benötigen wir Speichertechnologien, dass ist überhaupt die Voraussetzung, wenn wir uns autark über 100% regenerative Energie versorgen wollen und davon sind wir leider noch meilenweit entfernt.

  20. 14.

    Solar und Wind sind spottbillig. Zum Autoladen braucht man auch keine aufwendigen Speicher, Autos werden einfach geladen wenn gerade Strom verfügbar ist. Könnte alles sehr einfach sein, wenn wir nicht zwei Jahrzehnte mit dem Ausbau geschlafen hätten.

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