Imker, schüttet vor dem Landwirtschaftsministerium Glyphosat-belasteten Honig auf die Treppe. (Quelle: dpa/Fabian Sommer)
Audio: Antenne Brandenburg | 15.01.2020 | Oda Tischewski | Bild: dpa/Fabian Sommer

Biesenthaler Betrieb - Imker kippen Honig vor Landwirtschaftsministerium

Wegen zu hoher Glyphosatbelastung muss ein Brandenburger Familienbetrieb tonnenweise Honig entsorgen und steht vor dem Aus. Aus Protest verschütteten die Imker am Mittwoch vor dem Bundeslandwirtschaftsministerium eimerweise Honig.

Zwei Brandenburger Imker haben am Mittwoch aus Protest gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung Honig vor dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft abgeladen und einen Teil der klebrigen Masse auf der Treppe verschüttet.

Bei dem Honig handelte es sich laut "Bündnis zum Schutz der Bienen" um zweieinhalb Tonnen mit Glyphosat belasteten Honig aus dem Betrieb des Imkerpaars. Insgesamt müsse das Paar vier Tonnen Honig vernichten, der Schaden soll sich nach Angaben des Bündnisses auf 60.000 Euro belaufen.

Ministerium spricht von Einzelfällen

Das Paar aus Biesenthal (Barnim) wirft Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) vor, zu wenig für den Schutz von Bienen und der ökologischen Artenvielfalt zu tun. Der Imker Sebastian Seusing forderte im rbb, um die Bienen zu schützen, dürften Pestizide nicht mehr auf blühenden Pflanzen versprüht werden. Außerdem müsse Glyphosat schnell komplett verboten werden.

In einer Pressemitteilung des Ministeriums hieß es: "Bei den bislang aus Brandenburg bekannten Höchstgehaltsüberschreitungen von Glyphosat in Honig, die über den geltenden EU-Grenzwert hinausgehen, handelt es sich um Einzelfälle, von denen unter anderem ein Biolandimkerpaar betroffen ist. Der betroffene Honig ist nachweislich nicht verkehrsfähig."

Hat sich der Landwirt richtig verhalten?

Ob sich der Landwirt, der für die Glyphosat-Verunreinigung verantwortlich sei, nicht entsprechend der fachlichen Praxis verhalten habe, müsse von den Behörden vor Ort aufgeklärt werden.

Der Unkrautvernichter Glyphosat steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Mit dem Glyphosateinsatz soll am 31. Dezember 2023 Schluss sein, dann läuft die Zulassung in der EU aus.

Sendung: Antenne Brandenburg, 15.01.2020, 14 Uhr  

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37 Kommentare

  1. 37.

    Wie Preuße zu recht fest stellt : Wer heute ein Glyphosat-Verbot einfordert, der solle bitte auch immer dazu schreiben, dass es ihm egal ist wenn dadurch Menschen hungern müssen.

  2. 36.

    Falsch Glyphosat steht eben nicht im Verdacht Krebs zu verursachen. Wenn Sie Einzelmeinungen dem Vorzug geben vor wissenschaftlich Konzens dann brauchen sie auch keine Sorgen vor dem Klimawandel machen.

  3. 35.

    Ich kann diesen betroffenen Imker nur unterstützen. In der Schweiz wurde letztes Jahr in mehreren Kantonen der Verkauf von Rapshonig eingeschränkt und teilweise verboten wegen zu hoher Glyphosatbelasung. Warum stehen die materiellen Interessen von Bauern höher wie der Umweltschutz und das Verbot dieser für uns alle bedrohlichen Pflanzenschutzmittel??

  4. 34.

    Falsche ihre Aussage. Informieren sie sich bitte erst > "Glyphosat steht im dringenden Verdacht Krebs zu verursachen"
    Wieder falsche ihre Aussage. Es ist dort nicht der erste Fall und den Bienen geht schon seit Jahren echt gut > "Genauso können die Bienen eine ganze Saison lang Glyphosat belasteten Honig sammeln bevor sie schließlich daran zugrunde gehen. Die Unschädlichkeit ist damit keineswegs bewiesen!"

  5. 33.

    alles easy, dann können unsere Hobbypolitiker mit Lobbyneigung den Honig ja mit nachhause zu ihren Lieben nehmen

  6. 32.

    Sie koennen dann gerne Bio-Obst mit dem 152-Pestzid-Wert essen. Aber vieleicht sind Sie naechstesmal in der Lage sachliche Argumente zu finden.

  7. 31.

    meine Meinung :
    Jeder, der Glyphosat gut findet oder befürwortet, sollte einen 25 kg Eimer Honig von Familie Seusing bekommen.
    Und dann jeden Tag zum Frühstück mit den Kindern lecker genießen.
    Guten Appetit Frau Klöcknermehr...

  8. 30.

    Schade um den Honig.

  9. 29.

    Das ist allerdings eine Reaktion auf das ständige unsachliche Bashing der Nicht-Biolandwirtschaft und der verlogen Arbeit der Bio-Lobby welche dem Verbraucher suggeriert Bio sei ohne chemische Pestizide machbar.

  10. 28.

    Hauptsache Bio-Bashing!
    "Alle Bio-Bauern verwenden immer krebserregende/radioaktive/chemische (zutreffendes bitte ankreuzen) Pestizide und am besten soll alles so bleiben, wiees ist, damit uns die grünen Öko-Diktatoren nicht weiter unser sauer verdientes Geld aus den Taschen ziehen" Habe ich noch was vergessen? -Ironie aus-

  11. 27.

    Glyphosat steht im dringenden Verdacht Krebs zu verursachen. Also kann auch ein Mensch davon Unmengen zu sich nehmen und jahrelang seiner Arbeit nachgehen bis er irgendwann am Krebs verreckt. Genauso können die Bienen eine ganze Saison lang Glyphosat belasteten Honig sammeln bevor sie schließlich daran zugrunde gehen. Die Unschädlichkeit ist damit keineswegs bewiesen!

  12. 26.

    Es ist unverantwortlich von den Politikern den Einsetzen dieses Giftes nicht sofort zu vermieten und unter streng Strafe zu stellen. Warum muss die Zerstörerisch unserer Welt so weiter fortschreiten, bis endlich der letzte Mensch verstanden hat, dass es um unser aller Überleben geht so, dürfen wir nicht weiter machen!

  13. 25.

    Ich für meinen Teil mache einen großen Bogen um die Bio-Produkte, da diese vielfach mit giftigen Kupfer gespritzt wurden. Kupfer einen giftigen Schwermetall und sehr schädlich für die Umwelt.

  14. 24.

    "Und Glyphosat ist für die Bienen gefährlich. " Hätten Sie den Artikel verstanden wäre ihnen klar diese Ihre Behauptung widerlegt wurde.

  15. 23.

    Wie wenn das Mittel so gefahrlich ist fuer Bienen wie erklaeren sie die Ertraege? Haben Sie nicht verstanden, dass Sebastian Seusing genau dies bewiesen hat?

  16. 22.

    Ist doch eine gesteuerte Aktionen um das Volk zu verdummen. Etliche sind schon darauf reingefallen. Biobauer nutzen auch chemische Pestizid oft schaedlicher als andere. Warum werden die Verbraucher von den Biobauern getaeuscht.

  17. 21.

    Berichtigung : Das US-Justizministerium hat einen Amicus-Schriftsatz beim Gericht in San Francisco eingereicht. Die Bundesumweltbehörde EPA stuft weiterhin das Mittel als nicht als krebserregend ein.

  18. 20.

    Die Frage habe ich mir auch schon gestellt? Ob wir je eine Bescheinigung der Entsorgung ganzen Honigmenge sehen werden?
    "Nachdenklich sollte machen, dass nur 1 Imker(paar) diese Probleme haben will und veröffentlicht. Ein Schelm wer dabei Böses denkt."

  19. 19.

    Auch die "Klarstellung" hilft bei Ihrem Kommentar nicht weiter- er ist und bleibt einfach Unsinn!

  20. 18.

    Sind sie der PR Beauftragte der konventionellen Bauernlobby?

    Und Glyphosat ist für die Bienen gefährlich. Sie nehmen es nicht so genau mit Fakten?

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