Das neue Besucherzentrum (unten) soll eingebettet im Wald gegenüber des Bernauer Bauhausdenkmals stehen. (Quelle: rbb/Haase-Wendt)
Audio: Antenne Brandenburg | 28.01.2018 | Björn Haase-Wendt | Bild: rbb/Haase-Wendt

Neues Besucherzentrum für Bernau - Eine hängende Glaskonstruktion für das Bauhaus

Es kommen mehr Besucher nach Bernau, seitdem das Bauhaus-Denkmal dort sogar UNESCO-Weltkulturerbe ist. Doch bisher gibt es nur Infotafeln und wenige Führungen. Ein Besucherzentrum fehlte bislang. Nun gibt es immerhin schon einen Entwurf dafür.  

Ein Geheimtipp ist die frühere Bundesschule des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes in Bernau-Waldfrieden längst nicht mehr. Seitdem das Bauhaus-Areal im vergangenen Jahr auf die UNESCO-Weltkulturerbe gesetzt wurde, steigt das Besucherinteresse. Doch bisher gab es nur Informationstafeln oder Führungen an den Wochenenden. Ab dem kommenden Jahr will Bernau deshalb ein Besucherzentrum errichten.

Großes Interesse am Architekturwettbewerb

Zuvor wurde allerdings ein Entwurf gesucht, der sich in das Bauhausgelände integriert. Bernau hatte dazu einen Architekturwettbewerb ausgerufen. 47 Architekten aus ganz Deutschland haben sich beteiligt, 14 kamen in die engere Auswahl, nun steht der Sieger fest. Das Stuttgarter Architekten-Büro Steimle konnte sich durchsetzen mit seinem offenen Bau und einer Art hängender Glaskonstruktion.

"Es ist ein Pavillon aus Glas und Beton im wesentlichen", sagt Architekt Thomas Steimle. Das Gebäude soll gut neun Meter breit und knapp 40 Meter lang werden – gebaut mit einer großen Glasfront, die einen Blick in den Wald und auf das Bauhaus Denkmal ermöglicht. Die Architekten haben in ihren Entwürfen die Elemente des Bernauer Bauhaus-Denkmals aufgenommen, erklärt Thomas Steimle. "Die Schule ist im Wald, deshalb haben wir auch das Gebäude in den Wald gestellt."

Der Glasgang im Bernauer Bauhausdenkmal. (Quelle: rbb/Haase-Wendt)
| Bild: rbb/Haase-Wendt

Gebaut wird ab 2019

Bernaus Bürgermeister ist mit dem Siegerentwurf zufrieden. "Er wird diesem Denkmal und den funktionalen Ansprüchen gerecht", sagt André Stahl. So wird der Innenraum des Besucherzentrums offen gestaltet. Entweder kann er als einzelner großer Raum genutzt werden oder durch mobile Trennwände in drei bis vier einzelne Räume getrennt werden.

Noch in diesem Jahr soll der Genehmigungsprozess abgeschlossen werden, ab 2019 wird gebaut. Auch wenn im nächsten Jahr das 100-jährige Bauhaus-Jubiläum ansteht, sei es nicht das Ziel, bis dahin fertig zu werden. "Hier geht Qualität vor Schnelligkeit", sagt André Stahl.

Das Besucherzentrum wird rund eine Million Euro kosten und da Bernau mit beim Rathausneubau bereits Erfahrungen mit steigenden Baupreisen gemacht hat, wurde diesmal ausreichend Puffer einkalkuliert. "Wir hoffen, dass wir mit unsere Kostenprognose relativ gut liegen", sagt Stahl. Unterstützt wird die Stadt zudem finanziell vom Bund.

Touristen und Fachpublikum

Auch der Verein Baudenkmal Bundesschule Bernau ist mit dem Entwurf zufrieden, vor allem weil das Besucherinteresse in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen ist. "Das war vor allem nach der Aufnahme in die Weltkulturerbeliste zu spüren", sagt Vereinsmitglied Peter Steiniger. Rund 3.000 Gäste nahmen an den Führungen des Vereins an den Wochenenden teil. "Das war schon ganz schön heftig", ergänzt Steiniger, schließlich engagieren sich die Vereinsmitglieder ehrenamtlich.

Hinzu kämen die Gäste, die selbstständig das Gebäudeareal mit dem gelben Backstein und den klaren Linien erkunden. Unterm Strich seien schätzungsweise rund 10.000 Gäste im vergangenen Jahr zum Bauhaus-Denkmal nach Bernau gekommen. Dabei sind es vor allem zwei Gruppen: die klassischen Touristen, aber auch Fachpublikum, dass in die Geschichte und die Entstehung der Bernauer Bundesschule eintauchen wollen – Studenten oder Architekten beispielsweise. Ob sich der Verein auch im neuen Besucherzentrum engagiert ist noch nicht abschließend geklärt. "Bis dahin stehen wir aber Gewehr bei Fuß und bieten weiterhin unsere Führungen an", sagt Vereinsmitglied Friedemann Seeger.

Beitrag von Björn Haase-Wendt

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