Ostersonntag beginnt die Saison im Museum Altranft (rbb|Elke Bader)
Audio: Antenne Brandenburg | 28.03.2018 | Elke Bader | Bild: rbb|Elke Bader

Saison-Eröffnung - Museum Altranft macht Landwirtschaft zum Themenjahr

Mit dem Frühling beginnt auch die Saison des Freilicht-Museums Altranft. Zentrales Thema ist in diesem Jahr die Landwirtschaft. Kein anderer Wirtschaftszweig hat das Oderbruch stärker geprägt als die Arbeit von Bauern auf ihren Feldern und Weiden.

Das Bruch ist eigens für die Landwirtschaft trocken gelegt worden. Der Boden ist fruchtbar, schwer zu bearbeiten und muss ständig entwässert werden. Freie Bauern haben im 18. Jahrhundert begonnen, selbstbestimmt Ackerbau und Viehzucht zu betreiben. Das Eigenständige prägte die Region: "Sehr viel mehr Selbstständigkeit, auch der Willen, über sich selbst zu bestimmen, war den Bauern wichtig," sagt Kenneth Anders vom Oderbruch Museum Altranft. "Daher haben wir im Oderbruch eine andere Landwirtschaftskultur." Denn in den anderen Regionen Brandenburgs war die Landwirtschaft durch Gutsherren geprägt.

Bis heute haben starke Umbrüche die Landwirtschaft im Oderbruch immer wieder verändert. Dieser Besonderheit widmet das Museum Altranft bei Bad Freienwalde ein ganzes Themenjahr mit Ausstellungen und Veranstaltungen. Viel zu sehen gibt es aber auch in der Heimatstube Wollup und im Filmmuseum Golzow. Ab Ostersonntag ist das Museum wieder geöffnet.

Blick ins Museum Altranft

Neue Ausstellung im alten Schloss

Für die neuen Ausstellungen wurde das Schloss in Altranft regelrecht auf den Kopf gestellt. Selbst die alten herrschaftlichen Möbel von Charlotte von Mahlsdorf dienen jetzt neuen Kunstobjekten. In einem Studierzimmer, dem Studiolo, sind Wasserproben, Bodenproben oder Feldfrüchte ausgestellt. Kenneth Anders: "Das Studiolo hat den Charakter eines Studierzimmers, wie wir es von großen Forschern wie Alexander von Humboldt kennen. Die hohen, weißen Regale, dunkelrot gestrichenen Wände und das alte Sofa sollen Lust auf den Forschungsgegenstand Oderbruch machen." Das zumindest erhofft sich der Museumschef.

Alte Ackergeräte sind ebenfalls ausgestellt. In einem Raum sind Arbeitsgeräte zu sehen, mit denen Rüben geerntet wurden. "Typisch für das Oderbruch," erinnert sich Peter Herbert vom Museum Altranft. "Es gibt keine Region in Deutschland, in der mehr Rübenheber vorhanden sind."

Saisoneröffnung mit Markttreiben

Ostersonntag sind erstmals alle Ausstellungen im Schloss und im Fischerhaus zu sehen. Außerdem lockt das Museum mit Vorführungen wie der Schafschur, Reiten für Kinder und Essen und Trinken. Auch die Schmiede wird geöffnet sein. Töpfer und Korbmacher demonstrieren ihr Handwerk.

Der Talk-Walk ist ein ganz besonderer Spaziergang. Lars Fischer vom Museum Altranft erklärt: "Talk-Walk ist ein Dorfrundgang, der der Frage nachgeht, was heißt es heute im Dorf zu leben. Die fünf Kilometer lange Runde führt aus der Vergangenheit in die Zukunft, von der alten Milchbank bis zum modernen Milchhof." Ende April gibt es dazu auch einen Guide, auf dem die Besucher von Altranftern gesprochene Geschichten hören können.

Die Veranstaltungen beginnen um 11 Uhr. Der Eintritt ist an diesem Tag frei.

Beitrag von Von Elke Bader

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereNetiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

Das könnte Sie auch interessieren

Freibad in der Uckermark, in Brüssow lernen Kinder schwimmen während der Ferien
rbb/Katja Geulen

Badekurs am Brüssower See - Viele Kinder schwimmen schlecht

60 Prozent der Zehnjährigen können laut der DLRG nicht sicher schwimmen. Ein Grund dafür sind die anhaltenden Bäderschließungen. Am Brüssower See in der Uckermark werden nun drei Schwimmkurse angeboten - und die sind alle ausgebucht. Von Katja Geulen