Studenten streichen die Wände im Studentenclub Stuck in Frankfurt (Oder)
Audio: Antenne Brandenburg | 17.05.2018 | Autorin: Uta Schleiermacher | Bild: rbb/Robert Schwaß

Neuer Studentenclub in Frankfurt (Oder) - Erst der Anstrich, dann das Vergnügen

Es waren legendäre Abende in der Frankfurter "Grotte" - bis der Studentenclub nach 16 Jahren zumachte. Die beiden Nachfolger hielten sich nicht lange. Jetzt will ein studentischer Verein den Club wiederbeleben - und damit mehr Studenten nach Frankfurt ziehen. Von Uta Schleiermacher

Lange Nächte waren das, in der Grotte - dem Kellerclub im Hinterhof der Lindenstraße 7 in Frankfurt (Oder). Tanzen bis in die Puppen, und der Getränke-Lieferant erinnert sich noch an Bestellungen von 5000 bis 7000 Litern Bier. Die Nachfolge-Clubs Basswood7 und das Bassement konnten sich beide nicht lange halten. Jetzt wollen Studenten der Viadrina dort einen neuen Club eröffnen: das Stuck.

"Ich war das erste Mal vor fünf Jahren in diesem Keller, in meiner Ersti-Woche, damals noch das Basswood", sagt Pia Lynn Tönes vom Trägerverein. "Ich hab mir an einem der Bögen den Kopf gestoßen, aber nichtsdestotrotz war es ein sehr lustiger Abend. Ich mochte die Räume sofort, weil es so gemütlich ist und so familiär und ich habe gemerkt, was man da eigentlich alles drin starten kann."

Studenten streichen die Wände im Studentenclub Stuck in Frankfurt (Oder)
Noch ist dort Baustelle, bald sollen hier Parties und Lesungen steigen: Das Stuck im studentischen Partykeller Frankfurt (Oder). | Bild: rbb/Robert Schwaß

Frankfurter als Vorsitzender

Rund ein Jahr lang stand der Keller komplett leer. Bis der Verein "Grenzüberschreitender Studentischer Freiraum Stuck e.V." sich der Sache annahm. Über Wochen haben sie renoviert und vorbereitet, dank Crowdfunding konnten sie sich Schnapsgläser, ein eigenes Kassensystem, Beleuchtung und Farbe leisten. Ein Großteil der Miete läuft über die Uni, der Club muss keine Gewinne erwirtschaften.

"Das Problem bei dem Club war bisher, dass die Leute Studenten waren. Wenn sie nach zwei, drei Jahren mit dem Studium fertig waren, waren sie weg", sagt Mitorganisator Kilian Galle. "Deshalb haben wir versucht, die Strukturen zu ändern, wir haben zum Beispiel einen Frankfurter als Vorsitzenden, der nicht so schnell weg ziehen wird." 

Club könnte Studenten nach Frankfurt ziehen

Neben Parties sollen auch Lesungen, Konzerte oder Ausstellungen im neuen Stuck stattfinden. Der Frankfurter Autor und Journalist Christian Bangel hat sich schon für eine Lesung angekündigt, auch eine Metal-Band hat angefragt. Es sei ausdrücklich gewünscht, dass Leute sich mit eigenen Ideen einbringen. Denn: Ein Nicht-kommerzieller Studentenclub könnte auch mehr Studenten dazu bringen, wirklich nach Frankfurt zu ziehen - und nicht nur von Berlin aus in die Stadt zu pendeln, meint Pia Lynn Tönes.

"Berlin ist so überflutet von solchen Konzepten, jemand der nicht von vornherein in irgendeiner Crew oder in irgendeinem Kollektiven ist, hat gar keine Chance, da groß mitzugestalten. Hier kann jeder mitmachen - deshalb denke ich, dass viele neugierig werden könnten und vielleicht auch mal Frankfurt ziehen." Umzug hin oder her - Tanzen können dort alle schon am Mittwoch, bei der Eröffnungsparty ab 23 Uhr.

Beitrag von Uta Schleiermacher

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1 Kommentar

  1. 1.

    Eine sehr gute Idee: Studenten nach Frankfurt/O. die Vorlesungen fangen sowieso erst um 11 Uhr an, man schafft es locker mit dem RE nach Berlin zur Uni... uuund dann würde in Berlin wieder mehr Wohnraum frei werden.

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