Fassade eines Flachbaus mit großen Fenstern und Wellblechdach, davor eine Rampe mit Fahrrädern und Grafitti - hierhin soll Frankfurts interkulturelles Zentrum Slubfurt umziehen
Audio: Antenne Brandenburg | 27.08.2019 | Angelika Fey | Bild: rbb/Angelika Fey

Hotel statt "Slubfurt" - Frankfurts interkulturelles Zentrum muss umziehen

Stück für Stück ist in Frankfurt seit 2015 ein offener Begegnungsort entstanden, der sogenannte Brückenplatz. Das Projekt läuft unter dem Namen Slubfurt, zusammengesetzt aus den Stadtnamen Slubice und Frankfurt. Nun muss Slubfurt umziehen. Von Angelika Fey

In einer ehemaligen Turnhalle neben dem Rathaus gibt es eine Nähstube und ein Reparatur-Cafe. Vor der Tür sind Blumenbeete, Spielgeräte und Sitzmöbel im Gemeinschaftsgarten entstanden. Ein offener Begegnungsort für die Frankfurterinnen und Frankfurter. Auch viele Geflüchtete engagieren sich in dem Projekt Slubfurt - der Name ist zusammengesetzt aus den Städtenamen Slubice und Frankfurt.

Bald kommt ein Hotel

Aber bald ist hier damit Schluss. Die Turnhalle am Frankfurter Brückenplatz soll nämlich einem Hotel Platz machen. Montagabend haben sich deshalb Projektteilnehmer und Interessierte getroffen, um Pläne für ein neues interkulturelles Zentrum in Frankfurt zu schmieden, an einem anderen Ort, in anderen Räumen.  

Mehrere Menschen sitzen auf Bierbänken um einen Tisch, sie können Vorschläge in einen großen Grundriss eintragen. In die Räume soll Frankfurts interkulturelles Zentrum Slubfurt umziehen
Bild: rbb/Angelika Fey

Neues Gebäude ist noch leer

Das anvisierte Gebäude ist groß und steht leer. Zwar liegt es nicht im Stadtzentrum, aber es ist gut mit der Straßenbahn zu erreichen. In der Robert-Havemann-Straße, hinter dem ehemaligen Arbeitsamt. Hier könnte was möglich sein, findet Michael Kurzwelly, der Leiter vom bisherigen Projekt "Brückenplatz". Das Konzept könnte sogar noch wachsen. "Wir haben hier ein viel größeres Gebäude, mit 800 Quadratmetern ist fast doppelt so groß wie bisher", sagt er. "Daher die Idee, ein selbstverwaltetes interkulturelles Zentrum zu gründen, gemeinsam mit möglichst vielen Akteuren, die Lust haben, mitzumachen."

Integration durch Sport

Eine von denen, die vielleicht neu mitmachen würde, ist die Frankfurterin Amira Helm. Sie bietet jetzt schon Integration durch Sport und Bauchtanz im Mehrgenerationenhaus Mikado an. "Ich bin jemand, die dazukommt und wollte die Räume kennenlernen und mal sehen, was man hier veranstalten kann", sagt sie.

Noch viel zu tun

Was ist möglich in den Räumen? Die Frage stellen sich die rund 20 Menschen, die von einem Raum zum nächsten laufen und gemeinsam Ideen entwickeln. Ein bisschen Phantasie braucht es dazu gerade noch. Der Betonboden hat Löcher, das Dach ist nur aus Wellblech. Für ein interkulturelles Zentrum müsste hier viel saniert werden.

Wohnungswirtschaft unterstützt die Idee

Eigentümer ist die Frankfurter Wohnungswirtschaft, kurz Wowi. Geschäftsführer Jan Eckardt will die Idee unterstützen, aber dafür muss die Umnutzung des Gebäudes erstmal beantragt werden. "Wir müssen diverse Ämter fragen, ob wir das, was sie hier wollen, überhaupt machen dürfen", sagt er. "Und welche Voraussetzungen wir schaffen müssen: da geht es insbesondere um Brandschutz, Lüftung, Beleuchtung."

Neues Nutzungskonzept

Wenn das Aussicht auf Erfolg hat, würde die Wowi für 300.000 Euro ein anständiges Dach aufs Gebäude setzen lassen und die Elektrik sanieren. Aber woher zum Beispiel das Geld für 3.200 Euro Warmmiete pro Monat kommen würde, ist bisher noch unklar. Zunächst erstellen die neu Zusammengekommen nun ein Nutzungskonzept für das geplante interkulturelle Zentrum. Ob es was wird, zeigt sich im nächsten halben Jahr.

Beitrag von Angelika Fey

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