Eine Szene aus Theaterproduktion "Ein Berg viele"
Audio: Antenne Brandenburg | 01.10.2020 | Eva Kirchner-Rätsch | Bild: Rolf Arnold

Theater-Festival Frankfurt (Oder) - Kleist-Festtage setzen jetzt auf mehr Eigenproduktionen

Das Theater-Festival "Kleist-Festtage" beginnt am Donnerstag in Frankfurt (Oder). Durch die Corona-Bedingungen werden mehr Eigenproduktionen aufgeführt. Im Rahmen der feierlichen Eröffnung wird auch der Kleist-Förderpreis verliehen. Von Eva Kirchner-Rätsch

 

Es war lange nicht sicher, ob das Theater-Festival "Kleist-Festtage" im Oktober überhaupt stattfinden würde - umso größer der Stolz der Macher auf das jetzige Ergebnis. Der Pandemie zum Trotz werden am Donnerstagabend die Festtage 2020 feierlich eröffnet. Mit Abstand, mit weniger Publikum, aber dafür mit jeder Menge kreativen Ideen und Eigenproduktionen.

Neue Stücke mussten her

Es gibt keine großen Theateraufführungen oder prall gefüllten Zuschauerräume, stattdessen wird es wohl intim, klein und selbstgemacht. Dies sei der Zeit und der Einschränkungen geschuldet, erzählt Florian Vogel, künstlerischer Leiter des Kleistforums über die Entstehung dieses besonderen Theater-Festivals. "Wir haben uns mit Ensembles und Künstlern und Künstlerinnen zusammengeschlossen und haben überlegt: Was können wir denn machen in dieser Zeit und was können wir auf der großen Bühne zeigen?"

Es mussten neue Ideen her, da die existierenden Bühnenstücke darauf ausgelegt sind, ohne Abstandregeln aufgeführt zu werden. Da das Kleistforum selber kein Ensemble hat, hat es neue Stücke in Koproduktion mit anderen Theaterhäusern und Künstlern in Auftrag gegeben. Alles auf die neuen Bedingungen abgestimmt.

Kleist-Förderpreis an "Ein Berg, viele"

Eine dieser Auftragsarbeiten erhält den diesjährigen Kleist-Förderpreis. Magdalena Schrefel wird ausgezeichnet für ihr Schauspiel "Ein Berg, viele". Ein Stück, das hervorragend in diese Zeit passe und auch zum Festivaltitel "Die da drüben", sagt Florian Vogel. "In dem Stück geht es darum, wie das Fremde entsteht, was ist das Fremde und wer sind wir selbst. Das ist ein Thema, dass uns gerade in dieser Zeit sehr bewegt."

Und in dem Schauspiel der in Wien geborenen und jetzt in Berlin lebenden Autorin geht es um Geschichten, die wir uns über die Welt erzählen, ergänzt Magdalena Schrefel. Für sie ist dieser Preise eine besondere Ehre: "Es ist eine sehr große Auszeichnung und es geht damit einher natürlich einfach auch eine bestimmte Form von Aufmerksamkeit." Das Stück "Ein Berg, viele" ist eine Koproduktion mit dem Schauspiel Leipzig.

Robert Stadlober tritt mit seiner Band auf.Robert Stadlober

Robert Stadlober musiziert

Eine weitere Uraufführung und Auftragsarbeit im Rahmen der Kleist-Festtage ist die musikalische Performance "Vom Aufstoßen der Fenster" von und mit Robert Stadlober. Bekannt ist der Schauspieler aus dem Kinofilm "Sonnenallee". Nach Frankfurt kommt er allerdings als Musiker und wird sich musikalisch mit Texten von Stefan Heym auseinandersetzen. Denn auch "30 Jahre Wiedervereinigung" sind ein Thema der diesjährigen Kleist-Festtage, erklärt Festivalleiter Florian Vogel. "Stefan Heym hatte ein ambivalentes Verhältnis zur Wende und hat das auch unter verschiedenen Aspekten angeschaut. Und das ist natürlich heute ein ganz spannendes Thema, sich damit auseinanderzusetzen. Was hat uns die Wende gebracht? War es Segen und Fluch?".

Klassiker der Theater-Landschaft

Natürlich darf Kleist auch nicht fehlen mit seinem Lustspiel "Der zerbrochene Krug" und dem deutschesten aller Dramen, der Herrmannschlacht – gezeigt als Ausstellung und in Form eines Stummfilms im Kleistmuseum. Dieses Festival bietet auch Gesprächsabende, Lesungen, einen Poetry Slam und die traditionelle Lesung der Frankfurter Bürgerschaft zum Thema "Freiheit" als Abschluss der Festtage. Bis zum 11. Oktober soll es insgesamt 26 Veranstaltungen im Kleist-Forum, im Kleist-Museum und Open Air geben.

Beitrag von Eva Kirchner-Rätsch

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