Uckermärkische Bühnen von außen, Foto: Michel Nowak
Bild: Michel Nowak/rbb

Uckermärkische Bühnen - Schauspieler sprechen Ansagen in Schwedter Buslinie

Mitarbeiter der Uckermärkischen Bühnen Schwedt (UBS) und die örtliche Verkehrsgesellschaft haben sich in der Corona-Zwangspause der Kulturbetriebe für ein neues Projekt zusammengefunden. So sind in den Schwedter Buslinien seit Neuestem über die Lautsprecher nicht nur Ansagen der jeweiligen Haltestellen zu hören, sondern auch Wissenswertes über zusätzliche Kommentare. Eingesprochen wurden die Ansagen vor Ostern von den Ensemblemitgliedern der Bühnen. Theater-Intendant André Nicke sagte dazu am Dienstag dem rbb: "Es gibt an jeder Station einfach davor und danach noch einen charmanten Satz, von den Darstellern, die man von der Bühne kennt".

Wissen to go

Ziel sei es, den Fahrgästen auf ihren Wegen durch die Stadt Vergnügen und Unterhaltung zu bereiten. Insgesamt 51 wissenswerte, historische oder skurrile Ansagen haben die Schauspieler dafür eingesprochen. Beispielsweise ertönt am UVG-Betriebsbahnhof: "Die ehemalige Schwedter Postleitzahl "133" stand zu DDR-Zeiten für Soldaten der NVA als Synonym für den Armeeknast."

Alternativen zum Bühnenprogramm gesucht

Auch über das Intermezzo mit der Verkehrsgesellschaft hinaus wird laut UBS-Intendant Nicke trotz Pandemie hinter verschlossenen Türen weiter geprobt und an neuen Ideen gestrickt. Zwar musste die geplante Premiere für das Kult-Musical "Linie 1" in der vergangenen Woche ausfallen, doch hätte das Ensemble mit "Engel mit nur einem Flügel" ein weiteres Theaterstück aufgezeichnet.

Thema darin sind die Deportationen im Zweiten Weltkrieg. Vor allem jüngere Generationen müssten trotz Pandemie dafür sensibilisiert werden, so Nicke weiter. Das Stück soll demnächst im Internet ausgestrahlt werden. Ähnliche Versuche mit Theater im Stream gab es bereits Ende März zum Welttheatertag mit "Name: Sophie Scholl".

Außerdem planen die Uckermärkischen Bühnen schon das Open-Air-Programm auf der Odertalbühne ab Juni. Allerdings muss die geplante Uraufführung des Musicals "Die neuen Abenteuer des Baron Münchhausen" erneut um ein Jahr verschoben werden. Diese war für den 12. Juni angesetzt. Produziert werde auf jeden Fall das Kindermusical "Pippi feiert Geburtstag" von Astrid Lindgren, welches am 22. Mai zur Premiere kommen soll. Andere Stücke, wie "Shakespeares sämtliche Werke - leicht gekürzt" könnten umgearbeitet und auf der Freilichtbühne aufgeführt werden, so Nicke.

Sendung: Antenne Brandenburg, 13.04.2021, 08:30 Uhr

1 Kommentar

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  1. 1.

    Gute Idee.
    Wäre wohl auch was für Berlin.
    Bringt lebendigkeit in den schnöden Öpnv.

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