Langjährige Restauration - Kloster Neuzelle zeigt weitere Szenen des Kulissentheaters zur Passionsgeschichte

Sa 09.04.22 | 12:18 Uhr
Passionsdarstellung in 15 Szenen (Quelle: rbb/Fred Pilaarski)
Audio: Antenne Brandenburg | 02.04.2022 | Norbert Kannowsky vom Stift Neuzelle | Bild: rbb/Fred Pilaarski

Das Klostermuseum Neuzelle zeigt zwei frisch restaurierte Szenen aus dem Kulissentheater. Damit sind nun fünf der insgesamt 15 Szenen sowie drei der fünf Bühnenbilder ausstellungsfähig. Das würdigen auch Bundes- und Landespolitik.

Szenenwechsel im europaweit einzigartigen barocken Kulissentheater zur Passion Jesu: Im brandenburgischen Kloster Neuzelle (Oder-Spree) werden ab Samstag erstmals nach mehr als 150 Jahren die nun restaurierten Szenen "Jesus vor Hannas" und "Grablegung Jesu" museal präsentiert. Das hat die Stiftung Stift Neuzelle angekündigt.

Jeweils zwei Szenen werden im Wechsel gezeigt

Bereits seit 20 Jahren läuft das Restaurierungsprojekt, in dem bis 2025 alle Bühnenbilder und Szenen der Darstellung von Leiden und Auferstehung Jesu vollständig restauriert sein sollen. Jeweils zwei von ihnen sind dann immer im Wechsel in dem Klostermuseum mit dem Titel "Himmlisches Theater" zu sehen.

Kulturpolitikerinnen würdigen das Projekt

Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) hat das Kulissentheater am Freitag vor Ort gewürdigt. "Mit seinem opulenten Reichtum an Darstellungen übertrifft es alle vergleichbaren, bis heute erhaltenen Heilig-Grab-Aufbauten und war in der Vergangenheit eindrückliches Element der liturgischen Feierlichkeiten in der Passionszeit vor Ostern."

Die Brandenburger Kulturministerin Manja Schüle (SPD) ging auf den architektonisch außergewöhnlichen Museumsbau ein. Er unterstreiche "in besonderer Weise die Wirkung der Passions-Kulissen: Besucherinnen und Besucher erleben überirdische Passionsdarstellungen an einem einzigartigen unterirdischen Ort."

Darstellungen einzigartig in Europa

Die Neuzeller Passionsdarstellungen gelten nach Größe, Umfang und künstlerischer Qualität als einmalig in Europa. Erhalten sind fünf Bühnenbilder beziehungsweise 15 Szenen mit 224 bemalten Einzelteilen aus Holz und Leinwand. Der böhmische Maler Joseph Felix Seyfried (1709-1773) schuf sie im Jahr 1751.

Bis ins 19. Jahrhundert wurden sie während der Kar- und Ostertage in der Klosterkirche abwechselnd aufgestellt. Als die Passionsdarstellungen danach aus der Mode kamen, wurden sie andernorts verbrannt. In Neuzelle verschwanden sie auf dem Dachboden, wurden später sogar mit Holzschutzmittel bearbeitet und 1997 wiederentdeckt.

Sendung: Antenne Brandenburg, 01.04.2022, 15:00 Uhr

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