Feuerwehruniform (dpa/Pleul)
Audio: Antenne Brandenburg | 13.03.2018 | Markus Woller | Bild: dpa-Zentralbild

Nach Angriffen auf Feuerwehrleute - Stichschutzwesten für Lebensretter

Feuerwehr und Rettungssanitäter rücken aus, um Menschen in Not helfen - und werden dabei angepöbelt oder sogar angegriffen. Die Fälle häufen sich, auch in Frankfurt (Oder). Für die städtische Feuerwehr wurden nun Stichschutzwesten bestellt. Von Markus Woller

24 Stunden dauern die Dienste von Phillip Sattler und seinen Kollegen der Frankfurter Feuerwehr. Sattler ist Notfallsanitäter und Brandmeister in einer Person. Immer bereit, in der nächsten Minute einem Menschen das Leben zu retten. Doch auf Rücksicht von Passanten oder Autofahrern können die Feuerwehrleute bei ihren Einsätzen schon lange nicht mehr zählen, meint der 29-Jährige. "Die Leute nutzen sehr gern unsere Rettungsgasse, um selbst schneller voranzukommen", sagt er. "Wenn sie dann auf Höhe des Unfallorts sind, fahren sie oft ein Stück langsamer, um ihre Neugier zu befriedigen."

Rettungswagen zum Schutz verriegelt

Einer der wichtigsten Begleiter auf den Einsätzen ist mittlerweile der Fotoapparat. Damit werden Verstöße dokumentiert und der Polizei gemeldet. Auch die ist sensibiliert und bei vielen Einsätzen oft mit dem Videowagen vor Ort. Dazu kommt noch ein neueres Problem: Häufiger werden die Helfer in Frankfurt (Oder) während ihrer Arbeit bedroht. "Ich hatte es auch schon, dass ich mich mit den Kollegen und meinem Patienten im Rettungswagen eingeschlossen habe, weil draußen eine Meute war, die am Wagen gewackelt hat", sagt Philipp Sattler.

Besserwisser und Betrunkene

Die Angreifer sind oft Freunde oder Angehörige der Patienten, berichtet Burkhard Blasche vom Frankfurter Brand- und Katastrophenschutzamt. "Die Personen, die Rettungskräfte beschimpfen, sind häufig alkoholisiert oder stehen unter Drogen", sagt er. "Andere sind der Meinung, es wird nicht richtig behandelt, wollen schlauer sein, als die Rettungskräfte." Schließlich gebe es auch noch diejenigen, die es besonders eilig hätten und unbedingt durch wollten.  

Phillip Sattler ist froh, dass das Amt auf die Bedrohungslage nun reagiert hat. Stichschutzwesten sind für alle Mitarbeiter der städtischen Feuerwehr bestellt worden. Die könne man unter seiner Einsatzkleidung tragen kann, um beispielsweise Messerattacken abzuwehren", erklärt er.

Weitere Maßnahmen könnten Weiterbildungen in Selbstverteidigung sein. Auch der Gesetzgeber hat bereits reagiert und die Strafen für Angreifer oder Gaffer verschäft. Das alles, damit die Einsatzkräfte - unbesorgt um ihr eigenes Leben - weiter Menschen retten können.

Beitrag von Markus Woller

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1 Kommentar

  1. 1.

    Wie unterbelichtet muss man eigentlich sein, um diejenigen, die zu Hilfe eilen zu bedrohen oder sogar anzugreifen, und dies auch noch mit allen möglichen Waffen?! Ich erinnere mich noch an Zeiten, da wurden selbst schwere Konflikte höchstens mit Fäusten ausgetragen und es gab Respekt vor Einsatzkräften. Heute hat offenbar jeder ein spitzes Stück Metall bei sich und immer seltener Hemmungen, das auch zum Einsatz zu bringen. Tolle Gesellschaft, die sich da entwickelt hat. :-(

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