Die syrische Familie Al Masri aus Frankfurt(Oder) bereitet sich auf den ersten Fastentag des Ramadan vor. Vater und Mutter mit den beiden Kindern im Wohnzimmer.
Video: Brandenburg aktuell | 16.05.2018 | Angelika Fey | Bild: rbb/Angelika Fey

Fastenmonat Ramadan in Brandenburg - 18 Stunden ohne Essen und Trinken

Familie Al Masri aus Syrien lebt in Frankfurt (Oder). Die Eltern fasten seit Beginn des Ramadan am Mittwoch einen Monat lang - von halb drei Uhr nachts bis etwa 21 Uhr. Immer wieder eine Herausforderung - und eine Gelegenheit zum Lernen. Von Angelika Fey

Im Fastenmonat Ramadan gilt: Sobald es morgens anfängt zu dämmern, dürfen gläubige Muslime nichts mehr essen und auch nicht mehr trinken. Rauchen und Sex sind ebenfalls tabu. Bis Sonnenuntergang, dann wird das Fasten gebrochen.

Auch Akhlas Al Masri und ihr Mann aus Frankfurt (Oder) halten sich einen Monat lang an diese Regeln. Deshalb stehen sie am ersten Tag des Ramadan nachts auf, um noch eine kleine Mahlzeit einzunehmen. Die Zeit ist knapp. Bis die 35 Jahre alte Syrerin und ihr Mann, der 45-jährige Khalid Al Shehi am Tisch sitzen, ist es schon 2:15 Uhr. Das heißt: 23 Minuten bis die Morgendämmerung beginnt.

Die syrische Familie Al Masri aus Frankfurt(Oder) bereitet sich auf den ersten Fastentag des Ramadan vor. Vater und Mutter mit den beiden Kindern im Wohnzimmer.
Hauptsache nicht salzig: das karge Frühstück in der Fastenzeit | Bild: rbb/Angelika Fey

Leichtes Frühstück in der Nacht

Bei diesem letzten Snack ist wichtig: etwas essen, das nicht durstig macht, sagt Akhlas Al Masri. Vor ihr auf dem Tisch stehen: arabisches Fladenbrot, Joghurt mit Öl, Tomaten- und Gurkenscheibe, etwas Wurst und Käse. Und Melone. "Das Essen darf nicht salzig sein", erklärt Akhlas Al Masri weiter. Denn Salz macht durstig. Außerdem wichtig: viel trinken.

Fasten und Alltag zusammen zu bringen ist für das Ehepaar eine kleine Herausforderung. Akhlas Al Masri arbeitet in einer Frankfurter Förderschule als Einzel-Helferin. Besonders am ersten Tag des Fastens sei es nicht leicht, sagt sie: "Ich kriege immer Kopfschmerzen, weil ich meinen Kaffee nicht wie sonst trinke." Hinzu kommt der fehlende Schlaf.

Auch ihr Mann Khalid Al Shehi arbeitet - auf einer Obstplantage. Er glaubt, dass es schwierig für ihn werden könnte: "Ich arbeite immer draußen, unter der Sonne." Doch dabei leitet ihn ein Gedanke: "Im Ramadan kann man Geduld lernen."

Die syrische Familie Al Masri aus Frankfurt(Oder) bereitet sich auf den ersten Fastentag des Ramadan vor. Vater und Mutter mit den beiden Kindern im Wohnzimmer.
In der Wohnung der Familie Al Masri | Bild: rbb/Angelika Fey

Angestarrt wegen des Kopftuchs

Seit mehr als zwei Jahren lebt Akhlas Al Masri mit ihrer Familie hier und versucht, gewohnte Traditionen mit dem neuen Leben zu vereinbaren. Sie und ihre zwei Kinder, heute sieben und neun Jahre alt, sind aus Syrien geflohen. Übers Mittelmeer mit dem Boot. Ihr Mann kam vor 15 Monaten nach. In Frankfurt (Oder) gefalle es der Familie gut, sagt sie. Nur ab und zu werde sie angestarrt - wegen des Kopftuchs. "Manchen hier gefällt das nicht", sagt Akhlas Al Masri. "Manchmal kommen auch böse Worte."  

Kinder, Schwangere, Alte und Kranke ausgenommen

Den Ramadan machen die beiden Kinder nicht mit. Für 18 Stunden von der Morgendämmerung bis Sonnenuntergang nichts zu essen und zu trinken, wäre zu anstrengend für sie. Auch Schwangere sowie alte und kranke Menschen müssen den Ramadan nicht einhalten.

Weltweit gibt es kleine Unterschiede, wann der Ramadan losgeht. Manche Muslime fasten erst ab Donnerstag. In Deutschland begehen seit 2008 alle großen islamischen alle großen islamischen Gemeinschaften den Ramadan zum selben Zeitpunkt. Er endet mit dem Fest des Fastenbrechens am 15. Juni.  

Beitrag von Angelika Fey

Kommentar

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8 Kommentare

  1. 8.

    Lieber Akatsuki,

    ich würde mal meinen, dass jedes Medium, rbb24 inbegriffen, in der Weihnachtszeit alle Jahre wieder genau dieses Thema aufgreift. Keine Sorge, darüber können Sie auch Dezember 2018 wieder Berichte finden.

    LG, die rbb24-Redaktion

  2. 7.

    Lieber RBB. Wenn das eine Nachricht wert ist, dann möchte ich in der Weihnachtszeit einen Bericht über die Essgewohnheiten in einer Berliner Familie. Durch Futtern fallen immerhin weniger Leute auf der Arbeit aus, als durch diesen kranken Fastenwahn mit nächtlicher Essattacke. Selbst in diesem Punkt ist der Islam mal wieder extrem. Das ist immer ganz oder gar nicht und das ist für eine Gesellschaft kein guter Umgang miteinander.

  3. 6.

    Darüber wird in regelmäßigen Abständen hier berichtet und für Notleidende gibt es z.B. Die Berliner Tafel. Auch wenn solch Hilfe die soziale Situation nur ein wenig mindert.

  4. 5.

    Ja umd? Was interessiert uns das.0

  5. 4.

    Und wieviel Obdachlose und Armutsrentner müssen dies gezwungenermassen 365 Tage im Jahr so machen? Das wäre mal ein wünschenswerter Bericht, aber der ist wohl zu peinlich für diesen vermeintlichen Sozialstaat.

  6. 3.

    Toll, kann ich mir dafür jetzt ein Eis packen? Unwichtige Info, betrifft die Mehrheit der Christen in unserem Land nicht. Also wieder ein Sack Reis mehr, der in China umgefallen ist.

  7. 2.

    Es spricht ja nichts dagegen, mal zu Fasten und sich (dem Geist) und dem eigenen Körper in unserer "Fressegellschaft" etwas Gutes zu tun, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren....
    Problematisch wird es, wenn dabei gesundheitliche Risiken eingegangen werden, vor allem, was das Nichttrinken angeht....
    Kinder sind vom Ramadan verschont, aber es gibt sicher den Druck auf Minderjährige, es den Erwachsenen zu beweisen, dass man ein "vollwertiger" Muslim ist.....

  8. 1.

    Das ist Volkswirtschaftlich unsinnig,
    Gesundheits ruinierend und religiös unbedeutend. Schützt aber vor Überforderung durch den AG.
    Das kann Gott nicht gewollt haben.
    Aber der Profeet lebte auch in einer ganz anderen Region.

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