Eberswalder Zentrum mit Kreishaus und Altbauten (Quelle: rbb/Monika Kophal)
Audio: Antenne Brandenburg | 07.06.2018 | Bettina Malter | Bild: rbb/Monika Kophal

Kleinstadt im Barnim wird zur Pendlerstadt - Immer mehr Menschen ziehen nach Eberswalde

Eberswalde wächst, denn es wollen zwar immer mehr Menschen nach Berlin, doch immer weniger können sich die hohen Mieten dort leisten. Damit der Aufwärtstrend in Eberswalde anhält, rührt die Stadt kräftig die Werbetrommel. Von Bettina Malter

Weil sich viele Menschen die hohen Mieten in Berlin nicht mehr leisten können, ziehen immer mehr nach Eberswalde. Sie pendeln dann täglich von der Kreisstadt in die Hauptstadt. Damit dieser Trend anhält, will die Eberswalde für eine bessere Infrastruktur sorgen.

Außerdem rührt die Stadt kräftig die Werbetrommel: Plakataktionen in Berlin und kurze Filme im Netz mit Neuankömmlingen sollen zeigen, warum sich ein Umzug lohnt.

Stadt produziert Imagefilme

In einem der Filme erzählt zum Beispiel der Vater der jungen Berliner Familie Clerc: "Meine Frau hat hier studiert. Und an den Wochenenden sind wir mehr rausgefahren, als in der Stadt zu sein. Wir haben uns entschieden, als die Schulzeit anfing, nach Eberswalde zu ziehen."

Warum das Ehepaar Herden nach Eberswalde gezogen ist, zeigt der folgende Imagefilm:

Kleinstadt-Flair, Kitaplätze und viel Kultur - Eberswalde gerät deswegen neu in den Fokus. Die Stadt, die sich noch hinter dem Speckgürtel befindet, nennt die Landesregierung Stadt in der zweiten Reihe.

Grundstückpreise um 30 Prozent gestiegen

Dass Eberswalde im Trend ist, wird laut dem FDP-Bürgermeister Friedhelm Boginski auch bei den Grundstücksverkäufen spürbar. Mittlerweile seien die Grundstücke nur noch wenige Tage auf dem Markt, und auch die Preise steigen.

Werden heute Grundstücke versteigert, so Boginski, dann liegt der Verkaufspreis rund 30 Prozent über dem Grundpreis. "Vor acht, neun Jahren lag er vier Prozent darüber."

Bürgermeister kritisiert Land

Die Preise sind dennoch günstiger als die in Berlin. Inzwischen pendeln schon knapp 6.000 Menschen von Eberswalde in die Hauptstadt zur Arbeit. Bürgermeister Boginski glaubt, dass sich in der Zukunft immer mehr für dieses Lebensmodell entscheiden.

Er kritisiert allerdings, dass die Landesregierung diesen Trend verschlafen habe. Vor zwei Jahren habe das Land eine Bevölkerungsstatistik präsentiert, wonach die Einwohnerzahl auf 31.000 sinken werde, so Bogingski. "Und jetzt sind wir bei 41.000." Ihre Statistik habe das Land aber noch nicht angepasst.

Wohnungen und Kitaplätze geplant

Laut dem Bürgermeister braucht es aber die Unterstützung des Landes, um alles zu meistern, wie zum Beispiel, dass der Zug nach Berlin im 30-Minuten-Takt fährt. Doch das soll erst im Jahr 2025 passieren. "Das sind einfach Zustände, die sind nicht akzeptabel."

In der Stadt will man vorbereit sein und überlegt bereits, wie sich die Kapazitäten bei Kita und Schule erhöhen lassen. Die Stadt plant außerdem, mehr Parkplätze am Bahnhof und Wohnungen in der Nähe zu bauen. Eberswalde will bereit sein, wenn der große Ansturm kommt.

Beitrag von Von Bettina Malter

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1 Kommentar

  1. 1.

    Man sollte auch ausserhalb Eberswaldes endlich verstehen, dass wir keine Kleinstadt sind. Laut bundesweiter Einordnung gehören wir zu den Mittelstädten. Beim Land Brandenburg läuft gerade der Antrag zur Erteilung des Status eines Oberzentrums. Von der aktuellen Lage und den weiteren Aussichten ausgehend, wäre dies mehr als berechtigt. Vor der nächsten Berichterstattung bitte genauer informieren. Danke

    Riccardo Sandow aus EW




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