Audio: Antenne Brandenburg | 13.06.2018 | Eva Kirchner | Bild: rbb|Eva Kirchner

NABU schlägt Alarm - Störche in Oder-Spree hungern

Die Störche sind ein Markenzeichen von Brandenburg. Doch die Zahlen der Brutpaare und beim Nachwuchs gehen seit Jahren zurück. Auch in diesem Sommer haben es die Störche bei der Futtersuche schwer. Schuld sind immer mehr Monokulturen in der Landwirtschaft.

 

Seit 1964 wird in Brandenburg genau Buch geführt, in welchem Storchennest wie viele Junge aufgezogen werden. Jedes Jahr zählen ehrenamtliche Storchenbetreuer des Naturschutzbundes (NABU). In Radinkendorf bei Beeskow scheint die Welt noch in Ordnung zu sein: Hier sitzen drei Jungvögel im Nest. Aber selbst da hat Storchenexperte Hartmut Haupt Bedenken.

Hartmut Haupt - Storchenexperte | Bild: rbb|Eva Kirchner

Der Futtermangel ist dramatisch

Denn das Fütterungsverhalten der Altvögel ist besorgniserregend. Eigentlich müsste jetzt, rund vier Wochen nach dem Schlüpfen der Jungen, immer ein Elternteil im Horst Wache halten, erklärt Hartmut Haupt: "Aber wenn das Futter so knapp ist, dann müssen beide Störche losziehen und suchen. Das ist nicht nur ein Zeichen für die erschwerte Futtersuche, sondern eine echte Gefahr für die kleinen Störche."

Der Überlebenskampf in diesem Jahr beginnt

Dass die drei Jungstörche von Radinkendorf alle überlegen, bezweifelt auch Michael Mank. Er ist unmittelbarer Nachbar der Störche und betreibt die Pension "Storchennest". Der 60-jährige freut sich seit Jahren über die wiederkehrenden Störche. Allerdings hat er beobachtet, dass die Storchenkinder schon verhungert sind oder aus dem Nest gestoßen wurden, weil es nicht genug zu fressen gab.

Schuld daran ist die veränderte Bewirtschaftung der angrenzenden Wiesen. "Wenn die erst im August die Spreewiesen mähen, dann brauchen die keine Frösche mehr zu suchen, dann müssten die Kleinen längst groß sein." Und auf den hohen Wiesen sehen die Vögel die Frösche nicht. Das erschwert die Jagd.

Große Monokulturen bieten kaum Storchenfutter

Die veränderte Agrarpolitik, riesige pestizitgespritze Raps- und Maisfelder, auf denen Störche kaum noch Heuschrecken, Regenwürmer und Mäusen finden - all das macht Adebar zu schaffen. Und so wundert es Hartmut Haupt nicht, dass immer öfter Störche auf den Grünstreifen von Landstraßen gesichtet werden. Mit Verwirrung hat das aber wenig zu tun, sagt er: "Oft ist es überhaupt die einzige Stelle, wo es noch Futter gibt."

Prognosen gibt es erst Mitte August

Ob es ein gutes oder schlechtes Storchenjahr wird, dass weiß NABU-Experte Hartmut Haupt noch nicht. Im Moment betreut er rund 20 Storchennester zwischen Beeskow, Storkow und Lieberose. Wie viele Jungtiere jedoch den Abflug schaffen, dass lässt sich erst Mitte August sagen.

Beitrag von Eva Kirchner

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