Symboldbild: Ein Wolf pirscht vorsichtig durch den Wald. (Bild: dpa/Reiner Bernhardt)
Audio: Antenne Brandenburg, 26.07.2018, Lars Seefeld | Bild: dpa/Reiner Bernhardt

Illegale Tötungen - Erneut erschossene Wölfe in Brandenburg aufgefunden

Im Landkreis Oder-Spree sind innerhalb von zwei Wochen zwei Wölfe erschossen worden. Das berichtet die "Märkische Oderzeitung". Dem Bericht zufolge wurde der erste Wolf vor rund zwei Wochen in einem Waldstück zwischen Ragow und Müllrose getötet, der zweite am vergangenen Wochenende bei Fürstenwalde.

Beide gefundenen Kadaver wurden zur Untersuchung nach Berlin gebracht. Dort wurde bestätigt, dass sie erschossen wurden. Ob beide Fälle in einem Zusammenhang stehen, ist derzeit noch völlig unklar. Auch die Täter sind bislang noch nicht ermittelt.

Zudem sei bei Zossen im Landkreis Teltow-Fläming am Mittwoch ein Wolf mit Schussverletzung entdeckt worden, teilte das Landesamt für Umwelt am Mittwoch mit. Er habe wegen der schweren Verletzungen getötet werden müssen.

Grüne fordern Ermittlungen durch das LKA

Die zuständige Untere Naturschutzbehörde in Ostbrandenburg stellte dem Landesamt zufolge in den ersten beiden Fällen Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft. Der erste tote Wolf sei am 9. Juli entdeckt worden. Bei einer Rapsernte bei Gölsdorf im selben Landkreis sei dann am 21. Juli ein bereits mumifizierter toter Wolf gefunden worden. Eine Untersuchung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung habe ergeben, dass die männlichen Wölfe vermutlich durch Beschuss getötet worden sind.

Der umwelt- und landwirtschaftspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im Landtag, Benjamin Raschke, erneuerte seine Forderung, die Zuständigkeit für die Verfolgung von illegalen Wolfstötungen an das Landeskriminalamt zu verlagern. "Bei allen Herausforderungen mit dem Wolf, insbesondere was den Schutz für Nutztiere wie Schafe und Kühe angeht, darf Selbstjustiz keine Lösung sein", sagte Raschke laut der nachrichtenagentur epd. "Der Wolf ist eine streng geschützte Tierart und der oder die Täter müssen für ihre Tat bestraft werden."

Mindestens 15 illegale Abschüsse

In Brandenburg wurden nach Angaben des Landesumweltamtes seit 1990 mehr als 90 tote Wölfe gefunden. Darunter waren fast 60 Tiere, die dem Verkehr zum Opfer gefallen waren. Zudem wurden bis Mitte Juni zwölf illegal abgeschossene Wölfe registriert. Dazu kommen die drei aktuellen Fälle. Trotz des strengen nationalen und internationalen Schutzstatus des Wolfes seien "illegale Beseitigungen" der Raubtiere ein ernstzunehmendes Problem, hieß es.

Sendung: Antenne Brandenburg, 26.07.2018, 8:30 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereNetiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

35 Kommentare

  1. 35.

    Jedes Jahr sterben 70,000 durch Alkohol... Ich habe eine Scheißangst vorm Rießling

  2. 34.

    Ausgerechnet diese selbsternannte Expertin, die in diesem Bereich über keinerlei Ausbildung verfügt, als Kronzeugin aufrufen zu wollen, ist schon etwas albern. Finden Sie nicht?

    Die Behauptung der Frau R., in den letzten 50 Jahren hätte es nur 9 Wolfsangriffe in Europa gegeben, ist dann auch nachweislich unwahr. Sie blendet osteuropäische Staaten wie Rußland usw. völlig aus. Die gehören allerdings zu Europa (Erdkunde 5. Klasse). Tatsächlich bezieht sich diese Zahl aus der NINA/Linnell-Studie auf Westeuropa - ein Gebiet, in dem Wölfe weitgehend ausgerottet waren/ sind. Wo es keine Wölfe gibt, kann es aber auch keine Wolfsangriffe geben. Das hat etwas mit Logik zu tun.

    Ihre unbelegte Behauptung, die Angst der Menschen entbehre jeder Grundlage, ist ebenfalls nachweislich unwahr. Tatsächlich beruht sie auf leidvollen Erfahrungen von Jahrhunderten - siehe mein Kommentar vom 26.07. 22.19 Uhr.

  3. 33.

    Ob der Mensch langfristig eine Zukunft auf dieser Kugel haben wird, klärt sich sicher auch an der Frage, wie sehr er in der Lage ist, sich selbst zurückzunehmen und auch der übrigen Lebewelt noch Raum lassen kann. Dazu gehören nicht nur niedliche Rehe und Eichhörnchen, sondern eben auch Wölfe. Wenn es Probleme gibt, sollte versucht werden Lösungen zu finden, die das Überleben aller beinhaltet, was wohl darauf hinauslaufen würde, dass sich der Mensch anpassen müsste und nicht die andere Seite. Vielleicht hilft ja auch schon eine Angsttherapie. Die einfachste Lösung (abknallen) ist wie so oft auch die Törichste.

  4. 32.

    Ich hoffe, der Täter kann durch seine verwendete Munition identifiziert werden und somit den Strafbehörden zugeführt werden.
    Letztlich hält sich der Kreis klein, die in diesen Waldstücken jagen dürfen. Der Jagdpächter, der die Jagderlaubnis ausstellt, muss darüber ein Jagdbuch führen.
    Vielleicht kann der rbb24 über die Ergebnisse berichten. Nicht nur für uns als Information, sondern auch zur Abschreckung eventueller Nacharmer.

  5. 29.

    Auch in D und Brandenburg gab es in den letzten Jahren Übergriffe auf Menschen. Die Zahl der Übergriffe auf Haustiere ist ebenfalls bedeutend höher. Allerdings werden die betroffenen Personen genötigt zu schweigen "oder es gibt keine Entschädigung".
    Auch Wölfe werden für Politik missbraucht.

  6. 28.

    So so, Sie denken. Sie glauben also, jeder Schuß, gilt dem Wolf? Ernsthaft? Schon mal davon gehört, daß wir eine Wildschweinplage haben?

    Gott schütze uns vor solchen Experten.

  7. 27.

    Ihre Statistik ist für diese Diskussion unbrauchbar. Dort wird aufgelistet, wie viele Menschen von Hunden angesprungen wurden, und es wird nicht unterschieden zwischen anspringen und beißen. Sie stellen also das Anspringen durch einen Chihuahua oder Mops (dort so aufgeführt) mit dem Angriff eines Wolfes, der die Schulterhöhe einer Deutschen Dogge hat, gleich. Das entbehrt nicht einer gewissen Komik.

    Und da ist die Anzahl der in Deutschland gehaltenen Hunde von mehreren Millionen noch gar nicht thematisiert.

    Sie können ja mal die Probe aufs Exempel machen und Ihren Lebensmittelpunkt in ein Wolfsgehege verlegen. Vielleicht gelingt es Ihnen dann sogar noch, uns zu berichten, daß Hunde nicht mit Wölfen zu vergleichen sind. Vielleicht haben Sie ja mehr Glück als die Tierpflegerin in Kolmarden.

  8. 26.

    https://www.atn-ag.de/magazin/redaktionelles/wolfsangriffe-fakt-oder-fiktion

    Zitat:
    Die Angst der Menschen vor dem Wolf entbehrt jeder realen Grundlage. In den letzten 50 Jahren wurden in Europa neun (!) Menschen von wilden Wölfen getötet, in fünf Fällen war dabei Tollwut im Spiel. Die anderen vier Unfälle werden aus den spanischen Pyrenäen gemeldet, wo sich die Wölfe über Jahre hinweg in der Nähe eines Geflügelhofes aufgehalten und sich so an Menschen gewöhnt haben.

    Ich wohne an einem Wald mit Wolfspopulation. Dort ist es ungefährlich. Ich mache mir mehr Sorgen, wenn ich mit meinem Kind auf Brandenburger Straßen Fahrrad fahre. Ich habe auch nicht den Eindruck, dass sonst irgendwer hier Angst um seine Kinder hat. Diejenigen, die sich negativ über den Wolf äußern, tun das anscheinend nur aus Tradition und wegen alter Märchen. So wie hier offensichtlich auch.

  9. 25.

    In Wildparks werden Wölfe unter höchsten Sicherheitsmaßnahmen gehalten, aber in der freien Natur sollen sie für den Menschen harmlos sein.

  10. 24.

    Ich glaube, das Thema "Wolf" wird unterschätzt...

    Klar, hätte ich auch gerne eine intakte Natur.
    Im Verlauf der letzten Jahre und der Berichte zu gerissenen Tieren oder den angegriffenen Kindern, (von einem Wolf aus dem Käfig, wie man sagt), bin ich da vorsichtiger geworden.

    Normalerweise unternehme ich gerne Radtouren durch Brandenburg und Mecklenburg Vorpommern. Besonders gern im Herbst, wenn es etwas kühler ist.
    Durch die steigende Wolfspopulation geht das nicht mehr so einfach. Ich muss mindestens jemanden dabei haben, muss Abwehrspray mitnehmen (ob das bei Wölfen funktioniert?)

    Wir werden nicht umhin kommen, uns nochmal zusammen zu setzen und das Thema "Wolf" neu zu diskutieren.

    Wie bereits erwähnt, glaube ich, dass das Thema "Wolf" in seiner realen Auswirkung unterschätzt wurde...

  11. 23.

    Nun ist ja der Hund ein direkter Nachfahre des Wolfs, dem seine "schlechten" Eigenschaften großteils abgezüchtet wurden. Wenn nun schon die harmlose Wolfvariante so gefährlich ist, wie ist es dann um das "Urvieh" bestellt.

    Ich möchte nicht mit Wölfen zusammen leben.

  12. 22.

    Wann haben wir endlich eine/n Bundes-Wolf/Wölfin-Beauftragte/n ?

  13. 21.

    vorige Woche am späten Abend Schüsse gehört. denke mal, auch dort ging es dabei Wölfe an den Kragen zu gehen.
    ich verachte die menschen, die harmlose Tiere aus Spass abschlachten. Verstehen kann ich allerdings, wenn es überhand und der bestand der Nutztiere gefärdet. aber auch da denke ich, könnte man einiges regeln um diese Tiere ab zu sichern.
    wir sollten alle darauf mehr achten, das Tiere und Umwelt geschützt werden. !!!!!!!!!

  14. 20.

    Bitte informieren Sie sich, wie viele Hunde in Deutschland gehalten werden. Kleiner Tip: nach verschiedenen Quellen sind es zwischen 5 und 11 Millionen. So ganz genau weiß man es nicht. Und jetzt setzen Sie das mal ins Verältnis zu den Wolfspopulationen. Merkste selber, wa?

    Und bevor der nächste Schlauberger die nächsten Äpfel mit Blumenkohl vergleicht: Jagdscheininhaber haben wir 383.000, Wildschweine etwa 1,1 bis 1,5 Millionen und Kfz 56 Millionen.

  15. 18.

    Bitte versuchen Sie, sachlich zu bleiben. Es sind deshalb kaum Fälle bekannt, weil dazu noch nicht geforscht wurde. Deutschland war z.B. nicht Gegenstand der NINA/Linnell-Studie, und Wölfe sind hierzulande auch schon wesentlich früher ausgerottet worden als in den Nachbarländern. Für Frankreich hingegen sind für die letzten Jahrhunderte von einem Team um Prof. Jean-Marc Moriceau historische Aufzeichnungen von 10.000 Wolfsangriffen (Stand April 2016) auf Menschen gefunden und katalogisiert worden.

    1810/11 wurden z.B. im Raum Viersen-Roermond 12 Kinder von Wölfen getötet. 1813 erschien der erste Band von Grimms Hausmärchen u.a. mit "Rotkäppchen". 1814/15 wurden im Kreis Wongrowitz (Posen) 28 Kinder von Wölfen getötet, 1820 waren es dort 16 Kinder und 3 Erwachsene.

    Bitte mal "List of wolf attacks" googeln. Und da ist nur ein Bruchteil aufgeführt.

  16. 17.

    Korrekt. ...Bettwanzen, Ratten, Mäuse, Kakerlaken, Milben, Fußpilz, Bandwürmer, Trichinen, Leberegel sind allesamt genauso wertvoll wie der Wolf und sollten gefälligst selbst entscheiden, wo sie hingehören. Kann allerdings sein, daß er dann erst recht nicht mehr lacht.

    So gaga...

  17. 16.

    Wenn das in dieser von Ihnen präsentierten weltweiten Liste wirklich alle Wolfsangriffe sind, ist das ja ein verhältnismäßig harmloses Tier. Bitte studieren Sie mal die die offizielle Hundebiss-Statistik von Berlin https://www.berlin.de/sen/verbraucherschutz/aufgaben/tierschutz/hundehaltung/hundebiss-statistik-314090.php, bevor Sie hier eine Wikipedia-Liste präsentieren, die unbekannten Autors und somit nicht autentisch ist. In Wikipedia kann wirklich JEDER etwas editieren, solange das keiner korrigiert, bleibt das da abrufbar.

Das könnte Sie auch interessieren

Aus Frankfurt (Oder) für Ostbrandenburg - 14. Dezember 2018

+++ Polnische Spuren in Deutschland +++ Tafeln sammeln vor Weihnachten +++ Heimatjournal aus Frankfurt (Oder) +++ Weihnachtsmärkte in Templin und Fürstenwalde eröffnet +++ Kein Bock auf Zuzug: Gemeinden in Märkisch-Oderland - Landrat Gernot Schmidt im Interview +++ Ist den Ostbrandenburgern schon nach Weihnachten?+++

Aus Frankfurt (Oder) für Ostbrandenburg - 13. Dezember 2018

+++ Deutschlands beste Ausbilder kommen aus Frankfurt und dem Oderland. Maler- und Lackiererinnung Oderland wird ausgezeichnet +++ Schlagersänger Heino feiert seinen 80. Geburtstag +++ Eine Stiftung hilft polnischen Obdachlosen in Berlin, in der alten Heimat wieder Fuß zu fassen +++ Der Parteivorsitzende der Grünen Robert Habeck diskutiert mit Schäfern und Jägern über den Umgang mit Wölfen +++ Polizei stoppt illegale Mülltransporte nach Polen +++ Das freie Theater Wandlitz feiert Premiere mit seiner Weihnachtskomödie+++