Ein Schreiadler sitzt am Boden, Quelle: imago/blickwinkel
Audio: Antenne Brandenburg | 23.08.2018 | Markus Woller | Bild: imago/blickwinkel

Greifvögel verhinderten Windkraftanlage - Schreiadler-Nest bei Wandlitz verschwindet spurlos

Aus einem Windeignungsgebiet bei Wandlitz ist der Horst eines Schreiadlerpaars verschwunden. Die Verwaltung geht davon aus, dass das Nest irgendwann in den vergangenen Monaten vorsätzlich entfernt wurde.

Grund zur Annahme seien Steigeisenspuren an dem Baum, auf dem sich der Nistplatz befand, sagt Ortsvorsteher Klaus Pawlowski. Die Gemeinde erstattete jetzt Anzeige gegen Unbekannt.

Das Nest der streng geschützten Greifvögel war ausschlaggebend dafür, dass die Gemeinde Wandlitz den Baustopp einer Windkraftanlage erwirkte. Ein Investor wollte am Rande des Windfeldes eine zweite Anlage errichten.

Aktuell steht dort nur der Stumpf eines Windrades, komplett ohne Antriebseinheit und Rotoren. Ob der Investor seine Baugenehmigung nun, nachdem der Horst verschwunden ist, erhält, bleibt ungewiss. Denn bereits im kommenden Jahr könnte das Paar zurückkommen und sich ein neues Nest bauen.

Kommentar

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24 Kommentare

  1. 24.

    Absolut richtig. Der Kommentar, der Windkraftgegnern so eine Tat zulässt, wurde von der Moderation zugelassen, mein Kommentar, mit dem ich den Betreiber verdächtigte, dagegen nicht. Toll.

  2. 23.

    Nicht nur Kleinvögel liegen unter den Windrädern sondern auch Störche, Krähen, Greifvögel,....

  3. 22.

    Das ist dann so wie bei der Maus, die sich den Speck von der Falle schnappen will...klatsch.

  4. 21.

    Auf jeden Fall ein Motiv das geprüft werden sollte, der Betreiber oder Nutznießer!
    Ihren letzten Satz kann ich nicht unterschreiben, ich gebe zu Bedenken in unserem Wirtschaftssystem wird der Markt vom politisch geschaffenen Umfeld gestaltet.
    Die Grünen waren und sind bei der Umstellung der Energieträger immer ganz weit vorne, andere haben es aber mitgetragen bzw. wie in Brandenburg kopiert und teilweise überboten und übertrieben!

  5. 20.

    Diese Windräder sind ein willkommenes Geschäft für die Landwirte und somit gehe ich von der Annahme aus, die Bauern selbst haben den Horst entfernt. Denn das Geschäft wollen die sich nicht nehmen lassen. Das hat mit den Grünen in der Regierung nun herzlich wenig zu tun.

  6. 18.

    Dürfte nur nicht mit dem Atom/ Kohlausstieg vertretbar sein. Dtschld. müsste dann den Strom aus den europäischen Nachbarländern importieren die weiter auf die hergebrachten Energieträger setzen
    UND
    Windräder werden über viele Kilometer gezielt von Greifvögeln angeflogen die sich auch vom Aas ernähren. Unter den Rädern finden sie immer kollidierte Kleinvögel.

  7. 17.

    Einfache Regelung: Im Falle zerstörter Nester gefährdeter Vögel (analog anzuwenden für andere geschützte Tiere) im Umkreis von XX Kilometern für die nachfolgenden 10-15 Jahren grundsätzlich keinerlei Anlagen zulassen.

    Sollten die Täter mit einem Windparkbetreiber in Verbindung zu bringen sein, dann ein sofortiges und unbegrenztes Stromabnahme- und Betriebs- und Antragsverbot.

  8. 16.

    Im Ernst: Sie verdächtigen Windkraftgegner, die Adler vertrieben und den Horst zerstört zu haben? Warum genau sollten diese so etwas tun und damit selber den wünschenswerten Baustopp gefährden? Hmm, unlogisch.

  9. 15.

    Wenn es ein Nest eines streng geschützen Vogels gibt, dann gibts da auch kein Windrad. Wo haben Sie da ein Problem? Es gibt genug andere Orte solch einen Windspargel aufzustellen. Wie wärs bei Ihnen vor der Haustür? Sparen Sie sich doch bitte Ihre Energieerzeugungs-Litanei. Ich sitze in keinem Hamsterrad. Ich möchte nur, dass Schutzgesetze angewandt werden. Sie nicht?

  10. 14.

    Windkraftgegner gehen teilweise derart militant gegen Projekte vor, dass ich mir auch vorstellen kann, der Horst wurde durch eben diese entfernt. Dies insbesondere deshalb, weil sich am Baustopp höchstwahrscheinlich nichts ändern wird und der Bauherr der Anlage das auch weiß. In jedem Fall hoffe ich, dass der Verantwortliche ermittelt wird.

  11. 13.

    Ja Horst, und diese Intensivierung der Landwirtschaft haben wir in erster Linie den Grünen mit ihrer Biomassevergasung zu verdanken. Und wo es geht stellt man jetzt die Windräder drauf.

  12. 12.

    Und in Schmöckwitz hat sich keiner darum geschert, dass eine Insel von einem Investor einfach weggebaggert wurde. Erst Anwohnern sind irgendwann die Veränderungen am Ufer aufgefallen.
    Leider ist nicht zu erwarten, dass er dazu verpflichtet wird, diese wieder aufzuschütten.
    Sind erstmal Tatsachen geschaffen, ist ein Durchsetzen der eigenen, teils profitgeilen, Interessen sehr einfach.

  13. 11.

    Die Anlage hat eine Baugenehmigung bekommen. Eine naturschutzfachliche Prüfung inklusive.
    Wäre der Horst vorher da gewesen, gäbe es keine Genehmigung.

    Außerdem stehen dort bereits 8 Anlagen. Werden diese denn jetzt auch zurück gebaut?
    Ob da nun eine mehr oder weniger dreht, wird den Schreiadler nun nicht stören.
    Hätte man den weiterbau nicht gestoppt wäre wahrscheinlich auch der Horst noch da.

    Alleine wegen der Braunkohlekraftwerke in Deutschland sind wahrscheinlich schon hunderte Schreiadler verstorben.

  14. 10.

    Erschlagene Greifvögel durch die Rotorblätter sind ja nichts außergewöhnliches, habe selbst im November einen erschlagenen Seeadlerterzel unter einem Windrad bei Gransee gefunden.
    Der Mitarbeiter der Greifvogelstation kannte den Vogel sogar persönlich, so viele davon gibts auch nicht.
    Schreiadler sind noch seltener (letztes Brutgebiet in Dtschld. nur noch im Norden von BRB, Mecklenburg).
    Nur um wieder viel Geld zu verdienen Horste zu entfernen ist leider bei ihnen eine besonders große Katastrophe, jedes fehlende Brutpaar reißt in die geringe Population eine große Lücke.
    Im Osten von Lettland sind sie noch recht häufig und man hört ihren markanten Ruf beim Flug durch die Lüfte.
    Hin und wieder aber auch noch bei uns ;-)

  15. 9.

    "Das Nest der streng geschützten Greifvögel war ausschlaggebend dafür, dass die Gemeinde Wandlitz den Baustopp einer Windkraftanlage erwirkte."
    Baustopp bedeutet, dass vorher eine Baugenehmigung erteilt wurde oder dass es ein Schwarzbau ist.
    "Ob der Investor seine Baugenehmigung nun, nachdem der Horst verschwunden ist, erhält, bleibt ungewiss."
    Also war es Schwarzbau, denn er hat noch keine Baugenehmigung.
    Und den Schwarzbau hat auch niemand bemerkt.

  16. 8.

    Dreister gehts wohl nicht.
    Ja so versucht man Naturschutzgutachten und andere wichtige Hürden zu umgehen. Passiert doch auch in ganz anderen Bereichen. Aber in den zuständigen Gremien sitzen genug willfährige Entscheider die ihr Säckle aufhalten.

  17. 7.

    Die Schreiadler sind massiv vom Aussterben bedroht; es gibt in ganz Deutschland nur noch ca. 100 Brutpaare des kleinsten echten Adlers. Daher muss alles daran gesetzt werden, die wenigen hier noch genutzten Habitate zu schützen. Dass das Verschwinden des Nestes dieser so besonderen Spezies erst jetzt entdeckt wurde (nach Monaten), ist bedauerlich. Ich kann nur hoffen, dass das Elternpaar in dieser Saison ein anderes Nest für die Aufzucht ihres Jungen genutzt hat; Schreiadler haben ja immer mehrere Nester in ihrem Revier.
    Ich hoffe sehr, dass die Verwaltung bei ihrer ablehnenden Haltung für die Erweiterung des Windparks bleibt. Ein Zuschlag würde das Aus für diese wunderbaren Greifvögel in der Region bedeuten.

  18. 6.

    Ja, Sie haben recht: Windenergie geht gar nicht. Sie wissen aber auch, dass Wasserenergie sowas von umweltschädlich ist (fragen Sie mal Hannes Jaenicke, der kennt sich auch damit aus)? Solarenergie hat eine verheerende Ökobilanz, wenn man sich mal anschaut, welche und wieviele Rohstoffe da verbraucht (und wie diese gefördert) werden. Kohle und Gas wollen wir nicht wegen des Klimas, Atomstrom sowieso nicht.

    Soll ich Sie gelegentlich in Ihrem Hamsterrad ablösen oder gehören Sie zu jenen ökologisch vorbildlichen Zeitgenossen, die auf Elektrizität (und mit Hilfe von Elektrizität erzeugte Produkte) bereits vollständig verzichten?

  19. 5.

    Ein wirklich dreister Versuch, eine Windparkanlage entgegen artenschutzrechtlichen Vorschriften zu verwirklichen. Hoffentlich bleibt die Verwaltung, trotz der offensichtlich vorsätzlichen Beseitigung des Horstes, bei einem ablehnenden Entscheid für den Windpark.

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