Ein Rotmilan oder auch Roter Milan (Quelle: Patrick Pleul/dpa)
Audio: Antenne Brandenburg |30.08.2018 | Angelika Fey | Bild: dpa-Zentralbild

Geschützter Vogel - Rotmilan könnte Windkraft im Schlaubetal stoppen

Die Windplanung der Regionalen Planungsgemeinschaft Oderland-Spree ist Ende Mai auf mehr als 7.000 Hektar genehmigt worden. Der ganze Plan könnte aber vielleicht doch wieder gekippt werden. Wegen eines Vogels in Mixdorf, mitten im Schlaubetal. Von Angelika Fey

Er ist streng geschützt: Der Rotmilan, ein seltener Greifvogel. Bei Mixdorf im Schlaubetal soll er brüten, sagt Susanne Köhler von dort einer ansässigen Bürgerinitiative: "Wir halten uns zurück mit genauen Ortsangaben, weil wir in der Vergangenheit die Erfahrung machen mussten, dass Horstbäume abgesägt wurden."

Wenn er wirklich dort brütet, dann wäre es nämlich bei Mixdorf vorbei mit der Windkraft.  Hier liegt eines der neuen Eignungsgebiete für Windkraft. Ende Mai hatte die Regionalversammlung die neue Windplanung der Regionalen Planungsgemeinschaft Oderland-Spree genehmigt. Der Plan weißt insgesamt 33 Eignungsgebiete aus, die eine Fläche von mehr als 7.000 Hektar haben.

Doch der Mixdorfer Rotmilan könnte jetzt den ganzen Teilregionalplan, insgesamt aller 33 Eignungsgebiete, zu Fall bringen. Das sagt jedenfalls der Direktor vom Amte Schlaubetal, Matthias Vogel. "Seit Anfang Mai weiß die regionale Planungsgemeinschaft, dass der Rotmilan bei uns lebt. Wir haben das der Regionalplanung Anfang Mai übermittelt." Vogel sagt also: Das Planungsverfahren vor der Entscheidung Anfang Mai lief nicht korrekt ab.

Mögliche Klage gegen Landesplanung

Der Leiter der zuständigen Regionalen Planungsgemeinschaft Wolfgang Rump widerspricht. Er sagt, dass es Hinweise auf gefährdete Vogelarten gegeben habe. Die Hinweise und Karten seien durch das fachlich zuständige Landesamt für Artenschutz vorab, also vor der Entscheidung über den Teilregionalplan zur Windkraft, geprüft worden. Alles sei korrekt abgelaufen.

Das sieht die Gemeinsame Landesplanung genauso. Sie hat den Teilregionalplan zur Windenergienutzung jetzt genehmigt. Der Schlaubetaler Amtsdirektor überlegt nun, Klage einzureichen.

Beitrag von Angelika Fey

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3 Kommentare

  1. 3.

    Bei uns nahe CB fliegt auch ein Paar Rotmilane....Hurra!

  2. 2.

    Das "Erneuerbare-Energien-Gesetz" ist die Ursache der vielen Windräder. Das ist ein Bundesgesetz, dagegen kann Brandenburg nichts machen. Und glauben Sie mir, in Schleswig-Holstein und Niedersachsen ist die Verschandelung viel schlimmer. Es ist ja ganz schön wenn es Opposition gegen die Windmühlen gibt, aber auf lokaler Ebene kann so ein Gesetz leider nicht gestoppt werden. Außerdem sind ästhetische Bedenken nur ein Nebenargument, da muss man grundsätzlicher argumentieren.

  3. 1.

    So langsam glaube ich, die Landesregierung ist wirklich nicht mehr zu retten... Haben wir nun nicht bald genug dieser Windanlagen im Lande rumstehen - und die Hälfte davon steht permanent still, weil zuviel Strom im Netz ist?! Nun auch noch im Schlaubetal nochmal 7000 Hektar? Brandenburg ist inzwischen verschandelt wie kein anderes Bundesland - fährt man über die Landesgrenzen ist man völlig erstaunt, dass es offenbar nur hier diesen Fetish gibt und man die Erlaubnis bekommt, diese Vogelhecksler überall hin zu stellen! Jänschwalde soll nicht abgeschaltet werden, Braunkohledreck wird unentwegt in die Luft geblasen, die Windradbesitzer bekommen Geld für nicht erzeugten Strom - alles auf Kosten der Bürger. Die wirtschafts-und Engie-Politik von Woidtke und Co. ist unerträglich und entbehrt jeder wirtschaftlichen Vernuft. Ein weiteres Beispiel auch noch die politisch unterstütze aber eigentlich volkswirtschaftlich völlig unwirtschaftliche Erdgasförderung im Spreewald.

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