Neuer Mitfahrdienst in Märkisch-Oderland
Audio: Antenne Brandenburg | 16.11.2018 | Björn Haase-Wendt | Bild: rbb/Björn Haase-Wendt

Neuer Mitfahrdienst startet in Märkisch-Oderland - "Pampa-App" organisiert Fahrgemeinschaften auf dem Land

Wer auf dem Land kein Auto hat, hat ein Problem: Öffentlicher Verkehr fährt in der Regel nur selten und die Wege sind lang. Die neue "Pampa-App" soll die Lösung des Problems sein. Der Mitfahrdienst will Fahrer und Mitfahrer zusammenbringen - ganz lokal. Von Björn Haase-Wendt

Mal schnell zum Fußballtraining, Supermarkt oder Bahnhof - was in Städten wie Berlin vielleicht einfach ist, wird auf dem Land schnell zum Problem, wenn das Auto fehlt: Der öffentliche Nahverkehr fährt selten und die Wege sind lang. Die neue "Pampa-App" soll das Problem lösen helfen und Menschen auf dem Land miteinander verbinden.

Wie kompliziert es werden kann, wenn auf dem Land das Auto fehlt, hat auch Martin Luge aus Prötzel erfahren. Seine Nachbarn und er versuchten zunächst, sich über Messenger-Apps abzusprechen, welcher Nachbar wann ins nächste Dorf, zur Schule oder zum Sportkurs fährt. Doch so richtig klappte das nicht. "Wir haben über ein halbes Jahr versucht, unsere Fahrten per Messegener-Apps zu organisieren, was irgendwann sehr schwerfällig wurde. Und deswegen dachten wir: Das muss einfacher gehen", sagt Luge.

Martin Luge ist Miterfinder der Pampa-App
Martin Luge, Miterfinder der "Pampa-App" | Bild: rbb/Björn Haase-Wendt

Fahrten können direkt gebucht werden

Und so entstand die Idee zur "Pampa-App" für Smartphones. Mit ihr soll das Mitfahren einfacher werden: Wer eine Fahrt hat, stellt sie ein. Wer eine Fahrt sucht, kann sie dort finden und buchen. 

Wer eine Fahrt startet, kann also vorher in der App seinen Start- und Zielort und auch mögliche Zwischenstopps eintragen. Mitfahrer können sich dann einen Sitzplatz reservieren.

Bisher beschränkt sich das Angebot allerdings nur auf Märkisch-Oderland. Zum einen, weil das Amt Barnim-Oderbruch die Idee fördert. Zum anderen, weil Entwickler Martin Luge in Prötzel wohnt. Langfristig soll das Angebot aber ausgebaut werden.

Menschen benötigen Vertrauen

Zielgruppe der neuen App sind laut Luge vor allem Dorfgemeinschaften, die Vertrauen zueinander haben. Denn das braucht es bei Fahrgemeinschaften. Das musste auch Thomas Winkelkotte erfahren.

Er hatte vor fünf Jahren die Mitfahrinitiative "MObiL - Mitfahren in Märkisch-Oderland" gestartet - noch ganz analog. Mitfahrer mussten sich mit einer pinkfarbenen Karte an die Straße stellen und hoffen, dass sie jemand mitnimmt. Doch es stellte sich kaum jemand an die Straße. "Niemand wollte seinen Hilfewunsch öffentlich machen", sagt Winkelkotte. "Da ist die Scham dann doch wohl zu groß."

Öffentlicher Nahverkehr fährt auf dem Land nur selten
| Bild: rbb/Björn Haase-Wendt

Täglich bis zu zehn Mitfahrten

Auch Martin Luge kennt die Probleme und hat deshalb extra eine Chatfunktion in die "Pampa-App" eingebaut - damit sich Fahrer und Mitfahrer vorher austauschen können. Eine Bezahlung haben die Macher ganz bewusst nicht in die App integriert. Es gehe ums Geben und Nehmen - das Geld soll in der Tasche bleiben.

Seit September gibt es das Angebot. Noch befindet es sich in der Beta-Testphase und muss noch bekannter werden, um wirklich zu funktionieren. Denn bisher werden täglich nur etwa zehn Fahrten über die App organisiert.

Beitrag von Björn Haase-Wendt

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