18.06.2018, Brandenburg, Groß Schönebeck: Entspannt liegt ein junger Wolf (Canis lupus) in seinem Gehege im Wildpark Schorfheide (Quelle: dpa/ Pleul)
dpa/ Pleul
Video: rbb24 | 06.12.2018 | Bild: dpa/ Pleul

Eröffnung von Wolfsinformationszentrum - Vogelsänger stellt Schutzrecht von Wölfen infrage

Seit etwa 20 Jahren gibt es in Brandenburg wieder Wölfe. Einige Viehbetriebe empfinden das zunehmend als Problem. Deutlich wie nie hat Brandenburgs Umweltminister Vogelsänger sich für eine Bejagung ausgesprochen - allein entscheiden kann das Land nicht.

Brandenburgs Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD) hat den Schutzstatus des Wolfs am Donnerstag so deutlich wie nie zuvor infrage gestellt. Es werde eine Regelung zur Bejagung geben, sagte der Minister bei der Eröffnung eines Wolfs- und Herdenschutzinformationszentrums in Groß Schönebeck (Barnim).

Für Wölfe, die Weidetiere reißen und identifiziert werden könnten, brauche es "entsprechende Bewirtschaftungsmaßnahmen", so Vogelsänger. "Ich halte den Wolf auch nicht vom für Aussterben bedroht, wir haben eine Entwicklung auf immerhin 37 Rudel innerhalb kürzester Zeit", sagte er weiter.

Bereits seit einigen Monaten wird in Brandenburg über den hohen Schutzstatus des Wolfs heftig diskutiert. Eine neue Regelung kann das Bundesland allerdings nicht im Alleingang festlegen. Wölfe sind durch internationales Recht besonders geschützt.

Eine Million Euro EU-Förderung

In dem neu eröffneten Wolfs- und Herdenschutzinformationszentrum sollen sich interessierte Bürger und direkt betroffene Gruppen - wie Jäger, Bauer oder Tierhalter - in speziellen Seminaren informieren und weiterbilden lassen können. Zudem ist eine interaktive Ausstellung über die Wiederansiedlung der Wölfe im Land zu sehen.

Mit der wachsenden Wolfspopulation in Brandenburg sei der Bedarf für ein eigenes Kompetenzzentrum zu Fragen des Umgangs mit dem Wolf und zu Möglichkeiten des Herdenschutzes gestiegen, so Vogelsänger. Etwa eine Million Euro aus EU-Fördermitteln sind in das Projekt geflossen, das auf eine Initiative des Wildparks Schorfheide zurückgeht. Dort leben zwei Wolfsrudel in weitläufigen Gehegen.

Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD) und Chefin des Wildparks Schorfheide Imke Heyter eröffnen das Wolfsinformationszentrum. (Quelle: rbb/Geulen)


In Deutschland waren Wölfe seit Anfang des 20. Jahrhunderts ausgestorben, bis um das Jahr 2000 wieder einige Tiere aus Polen in die Oberlausitz gelangten. Seither breitete sich das Raubtier kontinuierlich aus. Heute schätzt das Bundesamt für Naturschutz den Bestand auf rund 60 Rudel, die vor allem im Osten Deutschlands. Gegen die Präsenz der Raubtiere machen Züchter von Nutztieren, vor allem von Schafen, seit Jahren mobil.

Sendung: Brandenburg aktuell, 06.12.2018, 19:30 Uhr

Kommentar

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30 Kommentare

  1. 30.

    >Jeder, der meint, die von Prädatoren erlegten Beutetiere würden qualvoll leiden, hat den Bezug zur Realiät verloren.<
    Nein, da muß ich ihnen wiedersprechen. Menschen, die schon mit dem Wolf zu tun hatten,
    meinen daß nicht, sonder sie sagen es und das zu Recht.
    Das der Wolf artgerecht jagt, da muß ich Ihnen zu stimmen. Da können sich die Wolfsbefürworter auch nicht mit, Hybriden, Hund und Co rausreden. Informieren Sie sich bitte nochmals auf den Seiten der Studie, die zur Vorbereitung des Wolfsmanagment gemacht wurde. Bitte beachten sie meine Textverweise im Kommentar 28.

  2. 29.

    dass es hier um ein Tier geht, das eine nützliche Rolle im Ökosystem erfüllt.....
    Seit 2 Jahren sammel ich Informationen zum Wolf. Den von ihnen geschrieben Satz, habe ich oft gelesen und gehört, aber nirgends habe stichfeste Belege gefunden.
    Fakt ist, der Wolf bevorzugt leichte Beute, in der Regel somit Jungtiere.Die Wildtiere (Wildschwein, Reh und Co) rotten sich immer mehr zusammen, um sich besser vor dem Wolf zu schützen, oder Ziehen in bewohnte Gebiete. Die Schäden nehmen damit zu. Wie sich die Natur entwickelt, wenn man dem Wolf platz macht, ist sehr schön im Film " 360° GEO - Laetitia, allein unter Wölfen " zu sehen. (Minuten 14.10 und ab 24.20)
    Der staatlich geforderte Zaunschutz ist ein weiteres No Go in der Natur. Von der Herstellung und womöglich späterer Entsorgung mal ganz abgesehen. Wolf ja, aber nur in der Wildnis !

  3. 28.

    Vorheriger Teil zu meinem Kommentar um 13.52
    Wenn schon enorme Summen von dem Steuerzahler (zum Nachteil vom Bildung, Gesundheit usw.)
    verschwendet werden, dann kann man doch wenigstens erwarten, das eine wahrheitsgemäße Information geboten wird.
    Nicht verbreitete Ergebnisse und Aussagen in der Nina-Studie 2002 / BfN Skript 201 v. 2007
    4.3 Beutefangverhalten (Wolf /Mensch) 6 Russland (und die ehemalige UDSSR)
    6.1 Russische Wölfe und Angriffe auf Menschen 11.2.5 Andere Faktoren 11.2.6 Warum gibt es in Nordamerika so wenige Angriffe? 11.4 Muster: Alter und Geschlecht der Opfer 11.5 Muster: zeitliche Schwankungen in der Häufigkeit der Übergriffe 11.6 Der Wolf als Wolf betrachtet 12 Managementplan 12.1 Die Wahrscheinlichkeit von Wolfsangriffen verringern
    Die Studien sagen ganz klar aus, Wölfe in bewohnten Gebieten sind für den Menschen lebensgefährlich. Der gesunde Wolf nimmt sich was da ist. Also auch Nutztiere, Haustiere und Menschen.

  4. 27.

    Die Gefährlichkeit des Wolfes, besonders für Kinder, Frauen und alte oder kranke Menschen wird leider nicht nur heruntergespielt oder verschwiegen, Schon in Schulen und sogar Kindergärten, wird verharmlosende Information vermittelt. Zumeist von Organisatioen, die (nicht unerhebliche) Einhahmen durch dieses Wildtier haben.
    Als Nicht Jägerin, Nicht Tierhalterin, Nicht Tierhasserin, also ohne finanzielle Aspekte; aber Mutter u. Oma mit Empathie für Flora und Fauna. Erwarte ich, das diesem Spuk ein Ende gemacht wird, bevor es uns überrollt.
    Es kann nicht angehen, das ein paar Befürworter und Organisationen, unsere Demokratie und die Pressefreiheit drangsalieren mit Hetzkampagnen und Anzeigen. Betroffene Bürger werden öffentlich ins Lächerliche gezogen, deren Adressen verbreitet um ihen "ordentlich ein zu heizen). Bitte, liebe Medien recherchiert, lassen sie sich nicht von Nabu und Co füttern. Nutzen sie Ihre Plattformen, um den Bürger richtig zu informieren.

  5. 26.

    Alles klar. Ich nehme zur Kenntnis, daß sie nicht mehr von "artgerechter" Tötung fabulieren. Schön, daß Sie wenigstens ein bißchen dazugelernt haben.

  6. 25.

    Auch die Harmlosigkeit gegenüber dem Menschen ist inzw. wissenschaftlich WIDERLEGT: ( Nachgewiesen sind inzw. 9000 Tote in Frankreich in 250 Jahren vor der Ausrottung abzüglich 44 % Tollwut aber bereits nach Sichtung von 15 % des Archiv-Materials, Stand Ende 2017, 12 jährige Studie u. d. L. v. Prof Moriceau, Univ. Caen ) Konferenz: https://www.youtube.com/watch?v=tCRlNbGoKio
    In Mitteleuropa schützt uns Erwachsene lediglich die aktuell zu hohe Dichte der Rehe(Beuteverfügbarkeit). Einen solchen Überbestand gab es in Frankreich vor der Ausrottung der Wölfe natürlich nicht. In unserem heute extrem fragmentierten Nutzflächengebiet kann die Beutedichte jedoch nicht auf Dauer flächendeckend gehalten werden. Ein Wolf benötigt täglich durchschnittlich 5.4 kg Beute bzw. 4,2 kg reines Fleisch.

  7. 24.

    Den Wolfs-Ideologen fehlt die wissenschaftliche und ethische Grundlage, denn der Wolf erfüllt sowohl auf globaler wie auch europ. Ebene nicht einmal annähernd eines der Kriterien einer bedrohten Art. Den sog. günstigen Erhaltungszustand für derart mobile Arten schätzt man inzw. auf 250 Tiere und auch dieser ist bei der deutsch-polnisch-baltischen Population mit vielen Tausend Tieren seit Jahren übererfüllt. Der aktuelle Schutzstatus mit Anhang 4 der FFH-Richtlinie hat keine reale Grundlage und muss so oder so geändert werden. Ansonsten wird die Verpaarung mit Hunden in den europ. Ländern die Art Wolf auf längere Sicht für immer genetisch zerstören. Die Forensiker können schon jetzt nur schwer Unterschiede finden (Quelle: Bundestagsanhörung 2018) Der "Vollschutz Bär/Wolf" von damals ist kontraproduktiv, rottet nur weitere Arten aus und sät Hass, Lügen und Verbitterung in die Gesellschaft. Weiterer Umweltschaden: Schon in Bayern allein werden die Kosten f. die Zäune auf 0,4 Mrd geschätzt

  8. 23.

    Polemik ("drauflosgeballert") und Vermutungen sind wenig hilfreich. Laut Angaben des SRF wird etwa jedes 10. Stück Wild angeschossen, während 90 % sofort tot sind. Von "selten sein" kann da wohl kaum die Rede sein. Vielleicht einfach mal sachlich und auf dem Boden der Realität bleiben? Danke.

    Was wir derzeit erleben, ist erst der Anfang einer Entwicklung. Bei einer konservativen Reproduktionsrate von 1,36 (Bibikow) haben wir hier in wenigen Jahren etliche Tausend Wölfe. Selbst Wolfsbefürworter geben zu, daß man früher oder später um eine Regulierung nicht herumkommen wird. Wir leben schließlich in einer der dichtbesiedeltsten Kulturlandschaften Europas, währen wir gleichzeitzig in der Lausitz die höchste Wolfsdichte Europas haben.

    Auf Dauer wäre eine Weidehaltung nicht mehr möglich sondern nur noch Stallhaltung. Daran würden auch Entschädigungen nichts ändern.

  9. 22.

    Fortsetzung:
    Ist natürlich auch eine prima Situation für Brandenburgs Politik, daß sie nicht allein entscheiden kann: wird bundesweit gegen die Jagd auf den Wolf entschieden, kann man sich hinstellen und sagen: Tut uns leid, uns sind die Hände gebunden. Wird die Jagd freigegeben sagt man dann: Das ist im Bund so beschlossen worden, wir müssen das umsetzen.
    Der Brandenburger Weg eben.

  10. 21.

    Da müsste man mal sehen wer so alles jagt. Ein sauberer Schuß dürfte wohl eher selten sein. In vielen Fällen wird wohl eher drauflos geballert. Nicht umsonst wurden ja schon Kühe, Radfahrer und Liebespaare erlegt.
    Ob ich das Jagdverhalten des Wolfes nun schön finde oder nicht, es ist Natur.
    In Brandenburg halten 300 Züchter 5000 Schafe und Ziegen, von 1 bis 3000 Tiere. Also ein Züchter mit 3000 Tieren, die restlichen 2000 teilen sich unter den übrigen 299 Züchtern auf. Es wäre ein Leichtes, ein paar Millionen in die Hand zu nehmen und die Züchter dahingehend zu unterstützen, daß sie ihre Herden sichern oder sie im Fall des Falles zu entschädigen. Die 12000 Jäger können sie damit aber nicht ruhigstellen. Hier wird nur wieder einer Lobby nachgegeben. Nächstes Jahr sind ja auch Wahlen.

  11. 20.

    Ob Sie das nun grausam finden, oder nicht: Letztendlich ist seine Art Beute zu machen natürlich. Haben Sie schonmal zugeschaut, wie ein Hecht einen Weißfisch erbeutet? Der wird geschluckt und lebendig verdaut. Oder wie ein Adler seine Fänge in seine Beute krallt und dann das Fleisch herauszupft? Ich hab auch schon gesehen, wie eine Elster mit ihrem Schnabel in einer noch lebenden Taube herumstocherte. Löwen, Hauskatzen, Schlangen, etc. gehen auch nicht zimperlich mit ihrer Beute um. Warum ihre Ablehnung gegen das natürliche Verhalten der Wölfe? Willkommen in der Wirklichkeit.

  12. 19.

    Höchste Zeit für eine Regulierung. In anderen Ländern hat man realisiert, dass die Artenvielfalt den Bach runtergeht, wenn Weidetierhalter aufgeben. Von Anfang an hätte man sie bejagen müssen. Dann hätten sie vielleicht gelernt, sich von Dörfern und Weidevieh fern zu halten.

  13. 18.

    Falsch. Bitte versuchen Sie, sachlich zu bleiben. Ich zähle ganze Stapel von Fachbüchern renommierter amerikanischer Wissenschaftler zum Jagdverhalten von Wölfen zu meiner Bibliothek (Durward L Allen, L. David Mech usw.). Sollten Sie auch mal lesen - anstatt immer nur die bunten Werbebroschüren hiesiger Lobbyverbände.

    Fakt ist: Der Wolf jagt größere Tiere IMMER ohne Kehlbiß, um sich nicht selbst zu gefähren. Er beißt so oft ins Perineum und in die Hinterläufe, bis die Beute vom Blutverlust geschwächt ist und zusammenbricht. Dann beginnt er von hinten, sie aufzufressen - bei lebendigem Leibe. Bei kleineren Tieren setzt er teilweise den Kehlbiß und teilweise nicht. Entscheidend ist, daß die Beute stillhält. Davon gibt es auch hierzulande mehr als genug Aufnahmen.

    Was Sie an dieser Quälerei für "artgerecht" halten, bleibt Ihr Geheimnis.

  14. 17.

    "Armselig" sind hier allein Ihre frechen Beleidigungen. Ich habe mich lediglich dagegen ausgesprochen, den Wolf als "edel" zu verklären. So etwas verzapfen Leute nur, die - wie sie - keinerlei Ahnung haben und statt dessen romantisieren.

    Aussterben und Verdrängen sind übrigens natürliche Vorgänge. Die allermeisten Arten sind ausgestorben - noch bevor es den Menschen gab. Und sie sind auch im Konkurrenzkampf mit anderen Tierarten ausgestorben. Das ist völlig normal.

    Abgesehen davon ist auch der Mensch kein Alien sondern Teil der Natur. Aber das wird die Bambi-Fraktion wohl nie begreifen.

  15. 15.

    Sorry und mit Verlaub - aber: Apfel und Birnen. Dem Wolf ist es egal, ob die Beute noch lebt. Hauptsache, sie hält still, damit er fressen kann. Wenn sie dann im Laufe des Zerfetzens langsam verblutet, dann ist das halt so. Der oft propagierte "Kehlbiß" findet sich in der Praxis wesentlich seltener, als Werbebroschüren einschlägiger Lobbyverbände glauben machen. Offensichtlich soll damit nur die Bevölkerung beruhigt werden. Genau dieses Jagdverhalten finden wir übrigens auch bei Wildhunden und Hyänen, die ihr Opfer im Rudel angreifen und dann lebend auseinanderreißen.

    Ein Jäger hingegen ist bemüht, der Beute nicht mehr Schmerzen zuzufügen als unbedingt nötig. Ein unverhoffter Schuß ist in der Regel deutlich streßfreier als der Schlachthof. Natürlich kommt es AUCH vor, daß Wild angeschossen wird. Daß ist dann aber weder gewollt noch billigend in Kauf genommen sondern unbeabsichtigt.

  16. 14.

    Was und wie sie schreiben zeigt, wie subjektiv und voreingenommen Sie zum Jagdverhalten der Wölfe stehen und es entspricht auch nicht den Tatsachen. Der Wolf jagt und tötet mit einer Technik, wie es für ihn und andere große Prädatoren seit Jahrmillionen evolutionsbedingt und daher effizient hervorgegangen ist. Es muss energie- und zeitsparend durch Kehlbiss sein und die Beute wird daher auch nicht grundsätzlich bei vollem Bewußtsein verspeist. Was spricht dagegen, im Rudel zu jagen? Unsere menschlichen Vorfahren haben ebenfalls in Gruppen gejagt. Das ist eine sehr erfolgreiche Methode, wenn man große Beutetiere erlegen muss, um zu überleben.
    Jeder, der meint, die von Prädatoren erlegten Beutetiere würden qualvoll leiden, hat den Bezug zur Realiät verloren. Wie der Wolf jagd, kann artgerechter nicht sein.

  17. 13.

    Was Sie zum Frühstück rauchen frage ich mal lieber nicht. Fakt ist, dass es hier um ein Tier geht, das eine nützliche Rolle im Ökosystem erfüllt und welches dies Jahrhunderte getan hat, bevor der Mensch auf die tolle Idee kam es in einigen Regionen auszurotten.
    "Eaten alive" ist ein natürlicher Vorgang, aber das verstehen Sie vermutlich nicht. Wir haben den Luxus, dass unsere Nahrung, sofern tierischen Ursprungs möglichst human getöet wird. Über das Leid bei der Aufzucht reden wir mal besser nicht, oder?
    Die Natur geht nicht verdrängend und invasiv gegen andere Spezies vor, das macht nur der Mensch. Aber kaum ist unsere "freie Entfaltung" gefährdet oder es könnte ein bisschen finanzieller Schaden entstehen, da wird sofort nach der Ultima Ratio geschrien. Armselig.

  18. 12.

    Vernünftige Einstellung!

    Marion Wagner

  19. 11.

    Mit Ihrer Meinung zur Glorifizierung haben Sie wohl recht, zum Rest kann man nur sagen: das ist Natur. So sieht es an den meisten Enden der Nahrungskette aus. Der Mensch versucht da etwas besser zu sein, allerdings ist das auch nur Augenwischerei. Glauben Sie, daß jeder Jäger seine Beute mit einem Schuß in den sofortigen Tod befördert? Was denken Sie wieviele Tiere angeschossen langsam verblutend, von den Hunden gehetzt, durch die Wälder irren, bis sie elendig verrecken?
    Sehen Sie sich mal die Streckenzahlen an, dann haben Sie ein Bild davon, wer wem die Nahrung wegnimmt. Und dann erkennt man auch, worum es hier eigentlich geht.

  20. 10.

    Schon merkwürdig, wenn ein Umweltminister offensichtlich nationales und internationales Artenschutzrecht nicht wahr haben will. Der Wolf unterliegt in Deutschland dem höchsten Schutzstaus, und das nicht ohne Grund. Anstatt über eine Bejagung von Wölfen nachzudenken, sollte der Minister sich eher für eine bessere Unterstützung beim Herdenschutz in Brandenburg stark machen.

  21. 9.

    Unsinn. Wölfe sind kein bißchen "edler" als Ratten, Bettwanzen oder Krätze. Der Wolf ist ein feiger, hinterhältiger Räuber in der Nacht, der kein Risiko eingeht, seine Opfer meist im Rudel angreift und regelmäßig seine Beute lebendig frißt (Google: "eaten alive by wolves"). Was soll daran "edel" sein? Was ist daran "edel", einem Tier bei vollem Bewußtsein den Bauch aufzubeißen, bis die Gedärme heraushängen?

    Leute, die ein Tier derart glorifizieren, kann niemand Ernst nehmen. Das ist dieselbe Klientel, die in ihrer Wohnung im 4. Stock Wolfsposter aufhängt.

  22. 8.

    Die mögliche Freigabe des Wolfes zum Abschuss freigegeben finde ich eine vernünftige Entscheidung. Die bisherige ungehinderte Vermehrung und Ausbreitung des Wildtieres war und ist besorgniserregend. Es ist ein Kompromiss zwischen den Wolfsgegnern und Wolfsbefürwortern den man künftig leben kann. Der Wolf ist und bleibt ein Wildtier mit seiner eigenen Art zu leben und zu jagen. Wenn ich den Wolf nur aus dem Märchenbuch kennen würde, könnte er auch bleiben. Leider sieht das richtige Leben ewas anders aus.

  23. 7.

    "Werden jetzt aber unsere Volksvertreter gefragt, wenn es drum geht, das Volk zu unterstützen..." Das tut er gerade: das Volk unterstützen. Denn auch diejenigen, die nicht in der Stadt leben, gehören zum Volk. Und diejenigen machen sich Sorgen um Kinder, Tiere und sich selbst. Wieviele Wölfe gibt es denn tatsächlich? Multipliziert doch den zugegebenen Bestand locker mal drei und fragt, wovon diese Tiere sich ernähren? Und ja, ich gehöre zu den Tierhaltern. Zu denen, die ihre Tiere dicht am Haus halten und sich mehrfach täglich darum kümmern. Die nicht jeden Zipfel der Landschaft als Weide vereinnahmen und die ihren sauer verdienten Monatslohn eben für diese Tiere verwenden. Und ich weigere mich, die Landschaft mit Netzen und Zäunen zu verbarrikadieren. Zugunsten der Wolfsfreunde und meiner Tiere. Und zum Verderben der Tierwelt, die nicht Wolf heißt, aber mindestens genauso schützenswert ist.

  24. 6.

    Vogelsänger ist in jedem Amt eine Fehlbesetzung. Als Infrastrukturminister war er Autolobbyist, als Umweltminister ist er Interessenvertreter der Agrarindustrie.

  25. 5.

    Der Verband der Schafzüchter in Brandenburg zählt 300 Mitglieder. Schaut man sich auf der Webseite des Verbandes um, findet man bis auf den Hinweis zu einem Workshop nichts über den Umgang mit dem Wolf.
    In Brandenburg gibt es 12000 Jäger.
    Ein Schelm, wer böses dabei denkt...

  26. 4.

    Diese Angst hierzulande vor einer intakten Natur verstehe ich nicht.

    Der Wolf gehört natürlich dazu!

    Der Jäger dagegen nicht!

    Ich habe keine Angst vorm Wolf, nur vor der Dummheit der Menschen.

  27. 3.

    Das Mäntelchen nach dem Winde hängen, galt in der allerersten Zeit, als der Spruch aufkam, als Sinnbild von Realitätssinn. Später dann kam die Kritik, dass das Opportunismus sei, weil der "Wind" nicht unwesentlich die öffentlichkeitswirksame Meinung verkörperte. Das Idealbild dieses Politikertypen, der nicht entlang eigener Überzeugung gestaltet, sondern vorgibt, Stimmungen bloß wiederzugeben, ist für mich Jörg Vogelsänger.

    Politik schafft sich ab. Das kann dann Mc Kinsey zehnmal besser.

  28. 2.

    Warum könnte Vogelsänger für den Abschuss der Wölfe sein? Ist er selber ein Schaf?

  29. 1.

    Den Wolf unter Schutz zu stellen, solange er nicht da war, war ja schön bequem. Werden jetzt aber unsere Volksvertreter gefragt, wenn es drum geht, das Volk zu unterstützen und für eine Akzeptanz zu werben, ja, die Freude darüber zu wecken, das ein altes Verbrechen, nämlich die Ausrottung eines so edlen Tieres, nun endlich endet und der Wolf sich wieder ansiedelt, da wird vom „Umweltminister“ doch lieber wieder die Knarre rausgeholt, da die jetzt wieder die bequemere Lösung ist. Schämen Sie sich, Herr Vogelsänger!

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