Wiese und See in der Gemeinde Gramzow (Quelle: rbb)
Audio: Antenne Brandenburg | 16.07.2019 | Autorin: Katja Geulen | Bild: rbb

Gramzow / Uckermark - Wenn eine Gemeinde einen See geschenkt bekommt

Die Gemeinde Randowtal im Amt Gramzow bekommt einen See vom Land Brandenburg geschenkt: den großen Grenzsee. Angelfans und der Bürgermeister freuen sich. Aber den See ordentlich zu unterhalten kostet. Von Katja Geulen

Ganz schön weit ab vom Schuss, selbst für die Uckermark, zwischen den Orten Ziemkendorf und Grenz, liegt der große Grenzsee. Das Land Brandenburg will ihn nicht mehr und schenkt ihn der Gemeinde Randowtal. Inmitten von Ackerflächen und rauschenden Pappeln führt nur ein schmaler, zwei Kilometer langer Feldweg hierher. Ganz bis ans Wasser kommt man vor lauter Schilf eigentlich gar nicht.

Aber Bürgermeister Axel Krumrey freut sich über den geschenkten See: "Wir können hier Gewässer- und Uferpflege betreiben, die bislang mehr oder weniger ausgeblieben ist. Mir als Bürgermeister ist wichtig, dass der See nachhaltig betrieben wird und dass ein öffentliches Gut auch in öffentlicher Hand bleibt."

Badespaß für alle

Der benachbarte Badesee, der kleine Grenzsee, gehört schon der Gemeinde. Allerdings sind in der Gemeinde Randowtal auch Seen privatisiert. Sie wurden an Investoren verkauft. Für Krumrey keine gute Lösung: "Wir haben mit privaten Eigentümern die Erfahrung gemacht, dass die Menschen dort nicht mehr baden oder angeln können oder Wege abgesperrt werden. Das wollen wir natürlich nicht. Für uns ist Wasser ein öffentliches Gut und deshalb muss auch die Öffentlichkeit ans Wasser gelangen können."

Angler, Schleye und Karpfen

Auch der örtliche Angelverein hat schlechte Erfahrungen mit privaten See-Besitzern gemacht. Der Vorsitzende Jens Manke hofft nun auf neue Angelgründe. "Neue Wasserflächen zum Beangeln sind für uns attraktiv, weil wir zwei schöne, große Angelseen durch Privatisierung verloren haben", sagt er. "Im Großen und Ganzen haben wir relativ wenig Angelseen hier in unserer Region, weil viele Seen durch einen sinkenden Grundwasserspiegel verlandet sind. Wir sind für jeden See dankbar." In den Seen gäbe es die typischen Fische wie Schleye, Karauschen und Karpfen.  

Landschaftspflege fürs Gemeinwohl

Allerdings ist der große Grenzsee momentan noch an einen kommerziellen Fischer verpachtet. Bis hier geangelt und gebadet werden kann, muss die Gemeinde außerdem noch ein bisschen was tun: Wege freischneiden und verrottete Stege reparieren. Bürgermeister Krumrey sieht darin kein Problem: "Natürlich kommen da ein paar Tausend Euro pro See auf die Gemeinde zu. Aber das ist ja die Aufgabe einer Gemeinde, dass die Leute vor Ort auch ein bisschen Lebensqualität haben." Deshalb sei das sinnvoll investiertes Geld.  

Die Gemeinde Randowtal nimmt den See samt Zuweg also gerne an, obwohl er noch ein bisschen Pflege braucht. Auch etwas mehr Wasser täte ihm gut. Aber da kann selbst der Bürgermeister nicht dran drehen.

Beitrag von Katja Geulen

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