Stahlplatte verbindet Brücke mit Fahrbahn
Video: rbb24 | 30.10.2019 | 16 Uhr | Bild: Klaus Lampe/rbb

Brückenschäden bei Rüdersdorf - Raser provozieren Vollsperrung der Autobahn 10

Auf der A10, dem östlichen Berliner Ring bei Rüdersdorf, droht erneut eine Vollsperrung der Autobahn. Ein Notbehelf reicht nicht - denn Auto- und LKW-Fahrer sind viel zu schnell unterwegs.

Auf der A10 droht bei Rüdersdorf erneut eine Vollsperrung der Autobahn. Hintergrund sind Schäden an der Autobahnbrücke in Rüdersdorf.

Knapp zwei Wochen hielt die Notlösung auf dem vielbefahrenen östlichen Berliner Ring.
Stahlplatten sollten die Mühlenfließbrücke auf der A10 mit der Fahrbahn so zusammenhalten, dass die Brücke in Höhe Rüdersdorf überhaupt befahren werden kann.

Am 17. Oktober hatte ein Feuer unter der Brücke zu einer dreitägigen Vollsperrung des östlichen Berliner Rings zwischen Rüdersdorf und Erkner geführt und große Staus verursacht.
Die von einer Spezialfirma verlegten Stahlplatten haben die Brücke zwar wieder befahrbar gemacht, allerdings funktionieren sie nur einwandfrei, wenn alle Fahrzeuge die Höchstgeschwindigkeit von 20 Stundenkilometern einhalten.

Weil sich viele Autofahrer, darunter auch LKW-Fahrer, nicht daran halten, mussten am Mittwoch erste Wartungsarbeiten durchgeführt werden, weshalb die A10 am Mittwoch  kurzfristig und in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag aus Sicherheitsgründen erneut voll gesperrt werden muss.

20 km/h sind erlaubt - bis zu 112 wird gefahren

Andreas Müller, Chef der Autobahnmeisterei Erkner, blickt sorgenvoll auf die Behelfskonstruktion an der Autobahnbrücke. "Wir haben alles getan, auch der Landesbetrieb hat alles getan, aber wenn wir es nicht in den Griff kriegen, dann muss ich sagen, so leid mir das tut, gibt es eine Vollsperrung".

Das Tempolimit von 20 Stundenkilometern werde nicht nur um etwa 10 Stundenkilometer zu viel überschritten, stellt Polizist Kai Schaub fest, der mit seinen Kollegen vor Ort eine Radarfalle betreut. Vor allem in den Nachtstunden werde gerast: "Bei 20 km/h kommen wir auf Spitzenwerte von bis zu 112 km/h. Das ist schon viel."

Mühlenfließbrücke bei Rüdersdorf - Reparaturarbeiten

Wenn gerast wird, gebe es echte Probleme

Auch LKW-Fahrer donnern zu schnell über die Stahlplatten, einer mit 81 Stundenkilometern. Wenn weiter so gerast werde, gebe es echte Probleme. Denn dann könne irgendwann nicht mehr repariert werden, weil die Verkankerung der Behelfskonstruktion ausschlage, erklärt Autobahmeister Andreas Müller. Deswegen wurde die A10 am Mittwoch kurzfristig für drei Minuten voll gesperrt, um die Bolzen behelfsmäßig nachzuziehen.

In der Nacht soll es eine weitere Vollsperrung geben. Ob das hilft, kann auch Andreas Müller nicht sagen: "Da können Sie Experten fragen, es kann Ihnen keiner sagen. Und selbst, wenn hier nur eine Platte nicht richtig befestigt werden kann, dann ist Schluss". Dann müsse die betroffene Stelle wieder länger gesperrt werden.

Chef der Autobahnmeisterei Erkner - Andreas Müller
Bild: Klaus Lampe/rbb

Für die Bürgermeistern von Rüdersdorf, Sabine Löser, ein Schreckensszenario. Zwar gebe es eine relativ großräumige Umfahrung über die B1/B5, dies führe aber dazu, dass die Ortsteile Grünheide, Alt-Buchhorst und Herzfelde schwer in Mitleidenschaft gezogen würden.

Unterdessen wird mit Hochdruck auf der anderen Fahrbahnseite Richtung Spreeau gearbeitet. Wenn alles gut geht, soll Mitte Dezember dort der Verkehr vierspurig durch die Baustelle fließen. Das könnte vielleicht ausreichend Ruhe verschaffen, um dann vier bis fünf Monate lang die notwendigen Reparaturarbeiten durchführen zu können, so Andreas Müller.

Bis dahin appelliert der Chef der Autobahnmeisterei Erkner: "Halten Sie bitte die Geschwindigkeit ein und sorgen Sie dafür, dass der östliche Berliner Ring befahrbei bleibt."  

Sendung: Antenne Brandenburg, 30.10.2019, 13:00 Uhr

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26 Kommentare

  1. 26.

    Seit einem Jahr fahre ich ein Auto mit Tempomat, den ich konsequent benutze. Ab 25 km/h lässt er sich aktivieren und das genügt sogar auf der Mühlenfließbrücke, der Blitzer im Anhänger löst da noch nicht aus.
    Dass hier einige Leser ein Problem mit Verkehrszeichen haben, wundert mich nicht. Stelle ich in einer der vielen Autobahnbaustellen mit Höchtgeschwindigkeit 60 km/h am Tempomat 63 km/h (GPS-Geschwindigkeit, nicht Tachogeschwindigkeit) ein, werde ich nur noch überholt und habe innerhalb kürzester Zeit einen LKW im Nacken, der den Mindestabstand nicht einhält. Vor einigen Tagen sogar von Hupen und Lichthupen begleitet, über längere Zeit in einer Baustelle von 15 km Länge.

  2. 25.

    Vor Bremsschwelle oder Rüttelschwelle warnen und diese an der Baustelleneinfahrt montieren. Ist günstig und extrem effektiv. Da geht jeder in die Eisen.

    günstig ist relativ und effektiv... naja.
    Bei tiefer gelegten Fahrzeugen oder mit Sportfahrwerken stimmt das definitiv.
    Bei mir ist ein Luftfahrwerk im Auto verbaut. Da bekomme ich noch nicht mal was mit von den Bremsschwellen

  3. 24.

    Stufenweise Geschwindigkeitsbegrenzung runter auf 20, Temposchwellen und Verkehrszeichen 112 erfordern kein Lesen von Romanen, sondern ein betätigen der Bremse. Wenn Sie meinen das sei weltfremd, ist bei Ihnen die Kenntnis der Verkehrsregeln etwas dürftig.

  4. 23.

    Es geht dennoch nicht um eine Baustelleneinfahrt und was Sie mir tatsächlich sagen wollen, sollten Sie auch tun und nicht auf Links verweisen.

  5. 22.

    Hallo Matze, welche Behörden meinen sie konkret? Falls sie es nicht mit bekommen haben es hat da gebrannt und dadurch ist die Brücke beschädigt. Mir drängt sich der Eindruck auf,ihnen fehlt der Durchblick was da genau los ist. Hat man sie jetzt an ihrem Recht "freie Fahrt für freie Bürger gehindert" ? Wenn ich mal Langeweile habe werde ich sie bedauern.

  6. 21.

    Wie lange ist bei Ihnen denn die Fahrprüfung her, wenn Sie Zeichen 112 nicht kennen: http://www.vzkat.de/2017/VzKat.htm

  7. 20.

    "Vor Bremsschwelle oder Rüttelschwelle warnen und diese an der Baustelleneinfahrt montieren. " Sie sind offenbar keine Autofahrerin, sonst käme nicht so ein weltfremder Vorschlag.
    Von welcher Baustelleinfahrt schreiben Sie?

    Hier geht es um eine provisorische Brücke, nicht um eine Baustelleneinfahrt. Zudem hat man im Straßenverkehr keine Zeit, Romane zu lesen. Es gelten lediglich die zugelassenen Straßenschilder.

    Mann, Mann, Mann. Lesen manche Leute die Beiträge nicht, sondern ledern gleich los?

  8. 19.

    Klar sind sie uneinsichtig... wenn ein normaler Mensch einen Schaden verursacht muss er dafür zahlen, wenn ein deutscher Autofahrer einen Schaden verursacht, ist der Staat schuld, warum stellt der da auch so eine dumme Brücke hin und übergibt das Tempolimit nicht individuell an jeden der vorbeifährt, auf parfümiertem Briefpapier. Ich würde ja alle Raser aufschreiben und die Kosten für die neue Brücke unter diesen aufteilen, fertig. Ach Mist, geht ja nicht, weil der Autofahrer Deutschlands heilige Kuh ist, und wenn er Millionenschäden für die Allgemeinheit verursacht kriegt er ein "du, du!" und eine Verwarnung über 20 Euro.... und schreit Unrechtsstaat und diedaohm.

  9. 18.

    20, 60, Provisorium, Schild?
    Erst kommt 100, dann 80, dann 60, dann das Hinweisschild, dann 20 und die Provisorie.
    Welches Problem ist haben Sie eigentlich? Dann sollten Sie zum Augenarzt gehen, vielleicht hat Ihre Sehstärke gelitten.
    Ich fahre dort 20km/h. Mir egal, was die anderen Deppen machen, ich fahre dort halt 20, danach geht's gemäß der Freigaben weiter.
    Und wer meint, sich an Limits nicht halten zu müssen, der sollte die Fahrerlaubnis wieder abgeben.

  10. 17.
    Antwort auf [Max] vom 30.10.2019 um 21:03

    Wird wohl einer der Uneinsichtigen sein, der aus Protest wegen der vielen Tempolimits schon aus Prinzip schneller fahren wird. Er fühlt sich vielleicht gegängelt, weil die Straßen ja voller Baustellen sind. Aber dass Benutzung auch Verschleiß bedeutet, hat er wohl nicht gelernt. Wenn der Ascher im Auto voll ist, kauft er sich halt ein neues.

  11. 16.

    Wir sind nachts bei wenig Verkehr auf der Brücke lang gefahren. Das 20 km/h Schild wurde von mir übersehen. Da dort Baustelle ist, fuhr ich bewusst auf der "Autobahn" mit 60 km/h. Das 60 km/h Schild habe ich gesehen. Ohne zu beschleunigen, fuhr ich die normalen 60 km/h weiter und schon wurde ich kurz vor dem 60 km/h Schild geblitzt. Da sind jetzt locker 40 km/h zu viel. Ich empfinde das als Schikane, zumal ich mich im Straßenverkehr niemals als Raser, sondern als vorausschauender und bei Gefahren bewusster Fahrer verhalte. Die Ausschilderung ist einfach mal Halbherzig dort durchgeführt.

  12. 15.

    Vor Bremsschwelle oder Rüttelschwelle warnen und diese an der Baustelleneinfahrt montieren.
    Ist günstig und extrem effektiv.
    Da geht jeder in die Eisen.
    Vermisse ich noch immer vor Kitas und Schulen.
    Bremsen jeden Raser aus.
    Bringen jedoch leider keine Knöllchen. Deshalb wohl unbeliebt.

  13. 14.

    Bevor man kommentiert, sollte man sich informieren.
    Die Brücke ist durch einen Brand beschädigt worden.
    Der Schaden muß behoben werden, das ist nicht trivial.
    Geschwindigkeitsbegrenzungen sind zu respektieren, im Interesse aller.
    Das hat auch mit sozialem Verhalten zu tun.

  14. 12.

    Was schreiben Sie denn da? Selten so einen Blödsinn gelesen.

    Dort hat es gebrannt und unter der Voraussetzung, dass 20 km/h gefahren wird, wurde die Strecke freigegeben. Nun hält sich niemand dran und dadurch ist die Notkonstruktion gefährdet. Was hat das mit Baustellen zu tun?

    Im übrigen heißt es seid und nicht seit.

  15. 11.

    Was ihr den Leuten zumute ist unfassbar. Überall Baustellen und nur Pfusch. Nix wird fertig und überall wird gleichzeitig gebaut. Ihr Behörden seit doch selbst Schuld an dieser Misere.

  16. 10.

    Das Problem sind diese offensichtlich, seit Jahrzehnten, nicht erkannten Baumängel und wieder einmal, von der Politik, vertuschten und nicht zugegebene Fehlkonstruktion, dieser vermaledeiten Brücke, abreißen und neu bauen, dieses Mal den Untergrund mit einplanen , der ist nämlich das Problem dieser Dauerbaustellenbrücke! Ein Fall von deutlicher Steuerverschwendung und dem Team von Mario Barth. Dann müssen sich diese besonders beliebten Raserkritiker nicht mehr über ihr, ach so dröges Thema ,aufregen !

  17. 9.

    Also, erstmal ja, es muss die Geschwindigkeit gehalten werden, aber Leute, ihr stellt das 20km/h Schild hin, gefühlt ewig kommt nichts, das 60km/h Schild in Sicht.
    Was machen 98% der Leute, die das Schild sehen, aber noch nicht am Schild vorbei sind? Genau, Gas geben! Und kurz vor dem 60km/h Schild kommt das Provisorium.
    In der Dunkelheit ein absolutes Risiko, da man es kaum sieht.

    Tipp für die nächste Planung, dass nächste Schild, was die vorgegebene Geschwindigkeit aufhebt, erst nach dem Gefahrenbereich in Sichtweite aufstellen!

  18. 7.

    Wenige Irre? Mich interessiert wirklich mal, wie hoch der der Anteil jener ist, die diese Stelle tatsächlich mit 20 km/h passieren und wie viele mit, ich sage mal, mehr als 30 km/h durchziehen. Gibt es dazu Zahlen?
    Aus persönlicher Erfahrung mit dem Verhalten von deutschen Autofahrerinnen und -fahrern im Bereich von Geschwindigkeitsbegrenzungen - insbesondere auf Autobahnen - würde ich schätzen, dass 90 % mit mehr als 30 km/h dort passieren.

    Gruß
    Hajakon

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