Symbolbild: Zwei Männer fahren mit einem Tatra 603 und wehender DDR Flagge übers Land. (Quelle: imago images/Jens Koehler)
Audio: Antenne Brandenburg | 07.10.2019 | Michel Nowak | Bild: imago images-Symbolbild/Jens Koehler

Alternative Einheitsfeier - Ostalgiker feiern 70. Jahrestag der DDR-Gründung

Mit einer "Alternativen Einheitsfeier" hat ein Zusammenschluss von ehemaligen DDR-Vereinigungen am Montag des 70. Jahrestages der DDR-Gründung gedacht. Die Feier bedient ordentlich Ostalgie und auch Kritik an der aktuellen Politik. Von Michel Nowak   

Der 70. Jahrestag der DDR-Gründung am 7. Oktober 1949 ist für das sogenannte Ostdeutsche Kuratorium von Verbänden nach wie vor ein feierlicher Anlass. Der Zusammenschluss von ehemaligen DDR-Vereinigungen hatte jedenfalls zur "Alternativen Einheitsfeier" eingeladen. Die Feier in Neuenhagen (Märkisch-Oderland) bei Berlin sollte dabei auch ein Protest gegen die aktuelle Politik sein.  

Hans Modrow redet bei den Feierlichkeiten zum 70. Jahrestag der DDR-Gründung
Bild: rbb/Michel Nowak

Stargast Hans Modrow stellt die Friedensfrage

Im vollbesetzten Festsaal des Neuenhagener Bürgerhauses warten 500 Gäste - nahezu ausschließlich im fortgeschrittenen Alter - auf den Beginn der alternativen Einheitsfeier: Sie beginnt tatsächlich mit der DDR-Nationalhymne. So etwas wie der Stargast ist Hans Modrow, letzter Vorsitzender des DDR-Ministerrats. Der inzwischen 91-Jährige spricht über vertraute Themen: Frieden und Antifaschismus.

Die Friedensfrage sei bis heute die wichtigste, so sieht es Modrow, mittlerweile Vorsitzender des Ältestenrats der Linken: Deutschland werde nur "als antifaschistisches demokratisches Deutschland" in Europa einen geachteten Platz haben.

Sehnsucht nach Geborgenheit und Gemeinschaft

Deutlich drastischere Sätze fallen danach bei Anja Mewes von der Berliner Friedensglockengesellschaft. "Mit dieser feindlichen Übernahme der DDR durch die BRD hat man mir meine Heimat genommen", sagt sie. "Aber eines hat man mir nicht nehmen können: die Sehnsucht nach dem Gefühl von Geborgenheit und Gemeinschaft."

Die ehemalige DDR sei heute so etwas wie eine Kolonie Westdeutschlands, heißt es in einer Erklärung. Gegen diese Ungerechtigkeit müsse protestiert werden, so Joachim Bonatz vom Präsidium des Ostdeutschen Kuratoriums. "Es geht darum: Tu etwas, dass soziale Gerechtigkeit und die Versprechungen eingelöst werden."

Hans Modrow redet bei den Feierlichkeiten zum 70. Jahrestag der DDR-Gründung
Bild: rbb/Michel Nowak

Wohlfühlprogramm zwischen Jähn und Ulbricht

Diese Botschaft - eingepackt in ein Wohlfühlprogramm mit Konzert und Foto-Präsentationen mit Kosmonaut Sigmund Jähn oder DDR-Staatschef Walter Ulbricht - kommt bei den Gästen an. Sie finden hier die eigene Vergangenheit.

Mit Friedenslied und Willkommenserklärung endet die Alternative Einheitsfeier nach zweieinhalb Stunden. Wie oft es sie noch geben wird, ist angesichts des Alters vieler Teilnehmer ungewiss. Die sehen sich übrigens nicht als ewig Gestrige. Mit dem Deutschland des Jahres 2019 sind sie aber alles andere als einverstanden.

Beitrag von Michel Nowak

51 Kommentare

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  1. 51.

    Nun, da brauche ich mich nicht zu "erkundigen". Die "Ossis", denen ich begegnet bin und das sind teils teils (Studierte und Nicht-Studierte) haben KEINE gute Allgemeinbildung.
    Vielleicht kommt es allerdings auf den Standpunkt drauf an, von dem aus man guckt.

  2. 50.

    Der Westen hat den Anschluss nur mit Lügen von Blühenden Landschaften und keinem wird es schlechter gehen ermogelt.

  3. 49.

    Auch wenn der ein oder andere es nicht wahr haben will, vielen in Osten geht es heute witschaftlich sau schlecht.

  4. 48.

    Ist nicht Ihr Ernst, oder sind Sie einfach nur sehr sehr jung und eigentlich nicht an Geschichte interessiert? Die aktuellen Demos in Berlin wären in der ehem. DDR mit Panzern und Soldaten beantwortet worden. Erkennen Sie den Unterschied?

  5. 47.

    Liebe Vera, ganz Ihrer Meinung, allerdings bekommt man den Eindruck, dass da doch wieder die gleichen Leute in der Regierung sitzen.

  6. 46.

    Ich denke, wir haben in unserer Demokratie eine hervorragende Meinungsfreiheit, ohne dass man Angst haben muss - egal, wie man Frau Merkel findet (dass muss Frau Merkel halt aushalten). Hätte man früher gesagt, Herr Honecker ist doof, dann konnte man nie wissen, was einem passieren wird. Demokratie bedeutet auch, etwas dafür zu tun und "rummeckern" ist auch ein Teil davon. Und wenns einem nicht passt, kann man ja wählen gehen.

  7. 45.

    Welche Meinungsfreiheit? Es wird doch trotzdem vorgeschrieben, was man sagen kann oder nicht. Für mich ist es kein Unterschied. Es sind nur andere Leute an der Regierung und machen jetzt ihre Vorschriften und Regeln. Bei denen hätte es wohl keinen friedlichenWechsel geben.

  8. 44.

    In Summe ist das wohl der erste Beitrag von Ihnen, dem ich mal beipflichten muss. Lediglich zwei Punkte sehe ich anders. Wagenknecht ist wohl die einzig wirkliche und glaubhafte Person in dieser Partei und dafür habe ich durchaus Bewunderung, obwohl ich ihren politischen Standpunkt nicht teile. Mit rechtspopulistischen Narrativen hat das aber nicht das Geringste zu tun. Sie lehnt Zuwanderung ja nicht generell ab, sie lehnt sie aber ab, wenn sie zu Lasten von gering qualifizierten Arbeitnehmern geht. Das ist eine zutiefst linke Einstellung. Und zum Zweiten: ob die Polizeireform in Brandenburg wirklich grundgesetzwidrig ist oder nicht vielmehr den aktuellen Gegebenheiten Rechnung trägt, müsste das Verfassungsgericht entscheiden. Ich bin hier anderer Auffassung als Sie.

  9. 43.

    Sorry, muss mich korrigieren. Bisky ist nicht drin, hab ich verwechselt. Aber zu Ihrem Vorwurf der einseitigen Westperspektive: Mitherausgeber Hartmut Zwahr stammt aus der ehem. DDR und hat zuletzt in Leipzig gelehrt.

  10. 42.

    Nehmen Sie doch mal die Scheuklappen runter. Sie hätten es selbst wissen können, so kundig wie Sie sich hier geben. Kaelbles Herausgeber(!)-Werk ist der Klassiker. Auch Lothar Bisky hat sich darin verewigt. Noch Fragen?

  11. 41.

    Je länger etwas zurückliegt, desto güldener erscheint es natürlich in der verklärenden Erinnerung. Außerdem waren diese Herrschaften im Wegschauen, Verdrängen und (Schön-) Lügen schon immer ganz groß. Zum Glück löst sich das Problem mit vielen Ewiggestrigen aber nach einiger Zeit auf natürliche Weise.

    Das kennen wir ja von den Überbleibseln des anderen Sozialismus.

  12. 40.

    Tja, doch, ist sehr wohl ernst gemeint! Bin ein Wende-Kind und habe in der 6. (nach Wiedervereinigung) das wiederholt was wir in der 4. (DDR) schon hatten! Das zieht sich bis zum Abitur. Man kann ruhigen Gewissens behaupten das Abiturienten heutzutage sehr viel weniger lernen als damals. Aber wozu auch... Konsumenten die zuviel wissen, kaufen ja fast nichts mehr!

  13. 39.

    Nöö, denen war es egal, solange nicht selbst betroffen. Genauso wie jetzt den meisten Krieg, Waffenhandel, Umweltschutz am Po vorbei geht...
    Sicher jetzt kann man alles sagen, es interressiert bloss keinen

  14. 38.

    Egal wie es gewesen ist.....aber über die Schulbildung in der ehemaligen DDR sollten Sie sich mal erkundigen.Da brauchen Sie nicht zu "schmunzeln"

  15. 37.

    Ich erinnere mich gerne an meine Kindheitstage in der DDR und die Geborgenheit in meiner Familie. Dankbar bin ich vor allen meinen Eltern, dass es ihnen trotz des Eingesperrtseins in einer Diktatur gelungen ist, mich freiheitlich denkend zu erziehen. Dankbar bin ich aber auch gerade den Menschen, die mutiger waren als ich und meine Eltern und auf der Straße mit einer friedlichen Revolution großen Anteil am „Erkämpfen“ auch meiner Freiheit haben. Aufgehoben fühle ich mich in einem Rechtsstaat, der den Ostalgikern zwar ihr Recht gewährt, ihre Meinung zu äußern und mir aber die Angst nimmt, dass Menschen, die Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen haben, sie rechtfertigen oder leugnen, wieder an die Macht gelangen können. Kritik an einer Gesellschaftsordnung darf jeder äußern. Die DDR war aber gewiss nicht die bessere erstrebenswerte Gesellschaftsordnung.

  16. 36.

    Meine Heimat ist die DDR. Leider wurde diese von der BRD annektiert. Aber vergessen wird man sie nie. Da können die Besatzer und ihre ostdeutschen Helfershelfer noch so viel giften und geifern.

  17. 35.

    Ihrere Argumentation zufolge, sind die Bürger der Ex-DDR verführte, unschuldige Kinder. Wie wäre es mal mit Erwachsenwerden? Gitte hat das nachvollziehbar in einfachen Worten auf den Punkt gebracht.

    Das West-Fernsehen kannten viele und damit war auch bekannt, dass nicht alles Gold in der BRD war, was glänzt. Außerdem ursächlich (abgesehen von den Entwicklungen in der UDSSR und Polen) war der tiefe Vertrauensverlust in die DDR-Bonzenriege. Den hat auch die CDU verursacht? Niemand wurde davon abgehalten, die SPD zu wählen oder sich gegen die sog. Wiedervereinigung zu stellen. Die meisten hatten aber keinen Bock auf eine politische Auseinandersetzung und Neugestaltung politischen Lebens in Eigenregie. Das ist das Ergebnis jahrzehntelanger Bevormundung, eine Zivilgesellschaft war praktisch nicht vorhanden, die Widerstandsbewegung hatte wenig Substanz und wurde vor allem von jenen aufgebläht, die weiterhin eine Rundumversorgung wünschten, jetzt im Kapitalismus.

  18. 34.

    Was ist das denn für eine alberne Frage? Werden Sie sich erst mal einig, welche Sozialgeschichte der DDR Sie meinen - Bauerkämper oder Kaelble? Und ja, wenn sie die üblichen Klischees kolportiert, ist sie genau das. Was glauben Sie denn wohl? Bauerkämper ist in Detmold geboren, sein Buch erschien in München und er agitiert an der FU. Kaelble analog. Was erwarten Sie denn da?

  19. 33.

    Wir wollten alle die Freiheit, die ist aber mit Geborgenheit nicht kombinierbar. Das wusste aber damals keiner. Scheinbar wissen es auch jetzt einige nicht. Was ist nun besser ? Beides geht nicht.

  20. 32.

    Wir wollten alle die Freiheit, die ist aber mit Geborgenheit nicht kombinierbar. Das wusste aber damals keiner. Scheinbar wissen es auch jetzt einige nicht. Was ist nun besser ? Beides geht nicht.

  21. 31.

    PS: Was halten Sie von dem Klassiker "Sozialgeschichte der DDR". Auch eine Anhäufung von Horrorgeschichten aus Wessi-Sicht?

  22. 29.

    Die alten Leute kannten Bautzen II wohl nicht. Ich finde es gruselig, daß man diesen Greisen noch Beachtung schenkt. Größtenteils sind ihre Enkel AfD Wähler. Ebenso betonköpfig wie die Alten. Hört mal nach 30 Jahren endlich auf darüber zu berichten.
    Es ist einfach nur vorbei, auch für die, die heute eine schöne Rente (trotzdem) jeden Monat frech kassieren-

  23. 28.

    Kohl hat den Schwung nicht "mitgenommen", er hat ihn verursacht und mit aller Macht forciert. Wer hat denn mit 40 Millionen DM Budget und seinem gesamten Wahlkampfapparatismus in der DDR Wahlkampf geführt, um eine überstürzte Währungsunion und Einheit durchzusetzen, um anschließend die Beute unter sich aufteilen zu können? Das war Kohls CDU (West). Das war eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten, der die übrigen Parteien im Osten nichts entgegenzusetzen hatten. Demokratische Wahlen sehen anders aus. Wer hat denn (neben der Bild) den Spruch "Wir sind ein Volk" etabliert und mit 12.800 Plakaten und 400.0000 Aufklebern verbreitet? Das war die "CDU-Bundesgeschäftsstelle, Abteilung Öffentlichkeitsarbeit, 5000 Bonn 1"
    https://de.wikipedia.org/wiki/Volkskammerwahl_1990#Wahlkampf

  24. 27.

    "Die Geschichtsaufarbeitung in der heutigen Bundesrepublik ist geprägt durch vereinfachte westliche Erfolgsgeschichten auf der einen und durch ostdeutsche Horrorgeschichten auf der anderen Seite. Geschichtsbetrachtung wird von aktuellen Westnormen bestimmt, ostdeutsche Erfahrungen werden marginalisiert. Der Einigungsprozess wird dadurch stark belastet."

    (Prof. Andrew H. Beattie in "Learning from the Germans? History and Memory in German and European Projects of Integration", University of Technology Sydney, 2007)

    Wie erfolgreich diese jahrzehntelange Indoktrinierung ist, läßt sich daran ablesen, wie sie in Kommentarspalten nachgeplappert wird.

  25. 26.

    Wunderbar Ihr Beitrag, besser kann man es nicht formulieren.

  26. 25.

    Leider waren die Macher in der BRD nicht bereit, etwas aus der DDR in das sogenannte Vereinte Deutschland mitzunehmen. Es galt und gilt bis heute,alles zu vernichten, was dem ehemaligen Bürger der DDR an seine Identität erinnern könnte. Bestes Beispiel:Abriss des Palastes der Republik. Begründung, asbestverseucht. Das ICC im Westen von Berlin ist ebenfalls asbestverseucht. Es steht immer noch. Westasbest ist wohl nicht so gefährlich.
    Die Macher aus dem Westen sind bis heute nicht bereit, die Lebensleistung der DDR-anzuerkennen. Von der Politik hört man nur Phrasen und Floskeln, das nun schon seit 30 Jahren . Immerhin sind wir wieder wer. Deutsche Waffen werden in aller Herren Länder verkauft, wenn der Profit stimmt. Da ist es egal ob Demokratie oder Diktatur. Man schiesst nicht selbst,man lässt schliessen.

  27. 24.

    Leider ließen sich viele DDR-Bürger von Herrn Kohl blenden. Mir war von Anfang an klar, dass es Jahre dauern wird bis es einheitliche Lebensverhältnisse geben wird. Die gab es in der BRD übrigens damals auch nicht.
    Man kann allerdings die sozialen Verhältnisse in der damaligen BRD nicht mehr mit den heutigen vergleichen. Mit verschwinden der sozialistischen Konkurrenz zeigte das Finanzkapital sein wahres Gesicht.
    Die Treuhand und alte Seilschaften taten dann das Übrige.
    Ich weine der DDR keine Träne nach, wünsche mir aber mehr Verständnis untereinander und kann dieses „mein Auto, mein Haus, mein Boot-Getue „ nicht ausstehen.

  28. 23.

    "Vermissen die Ostalgiker auch die Stasi? " Nein, zum großen Teil waren die wohl die Stasi. Anders ist deren Sichtweise kaum zu erklären.

  29. 22.

    Geschichtsvergessenheit - danke :-)
    Das beinhaltet für mich auch die Jahre 1929 bis 1945, gerade in Thüringen und Sachsen, wobei ich es toll finde, wie viele Menschen dort mit der braunen und tiefroten Soße nichts am Hut haben und, zwar kritisch, aber unserer Demokratie zugewandt und optimistisch sind.

  30. 21.

    Wer wollte die DM?
    Wer hat bitte die Herren Brandt und Kohl bejubelt?
    Wer rief "Deutschland einig Vaterland"?
    Wer hat das "Begrüßungsgeld" mitunter mehrfahch kassiert: andere Stadt, Stempel entfernt und nochmal 100 Mark...
    Wer hat sofort alles, was aus dem Osten kam, weggeworfen, Westschund gekauft, sich auch über den Leisten ziehen und einiges an eigenem Stolz auf der Strecke liegen lassen?
    Macht bitte nicht immer nur "den Westen" verantwortlich - es war der Zeit und den überbordenen Gefühlen geschuldet, dass die Blindheit mit forcierte - packt aber auch an die eigene Nase, bevor auf andere geschimpft wird, reflektiert und überlegt - ständige Schuldzuweisungen an den Westen sind fehl am Platze.
    Wobei die Worte Willy Brandt´s etwas wahres hatten: wir hätte mehr Zeit zum Zusammenwachsen benötigt! Aber Kohl hat den Schwung mitgenommen - auf Kosten des Ostens und jetzt des Westens, Angie macht´s nicht besser, die Ungleichheit ist nach wie vor präsent und das ärgert mich.

  31. 20.

    Zweierlei führte die Wende herbei:
    - Gorbatschows Perestroika
    - in der DDR der Widerstand, der sich hinter Kirchenmauern lange formierte - das einzige (!) Terrain, das nicht gänzlich unter staatlicher Kontrolle stand.

    Ihre Vergleiche sind unangemessen. Natürlich ist es widerwärtig, wie Deutschland sich zwecks ökonomischer Absicherung an Diktatoren herankuschelt. Das eine hat nur so rein gar nichts mit dem anderen zu tun.

    Die Mehrheit der Ex-DDR-Bürger hat die Kohl-CDU gewählt, sie war ganz besessen vom Einheitsgedanken und wollte sich nicht auf andere Übergangslösungen, wie sie von Teilen der DDR-Bürgerrechtsbewegung in Erwägung gezogen wurden, einlassen. Sie hatte einfach die Nase voll von den ach so tollen sozialistischen Errungschaften. Nun haben wir den Salat, war alles vorhersehbar, auch die Geschichtsvergessenheit. Letzteres ist das Schlimmste.

  32. 19.

    Aha - die Mehrheit hatte also Interesse am Schießbefehl, an fehlenden Freiheiten, wie z.B. Reisefreiheit, Meinungsfreiheit, Freiheit der Wahl des Ausbildungs- oder Studienplatzes, Wehrdienstverweigerungsrecht. Mal eben ein Auto seiner Wahl kaufen ohne jahrzehntelange Warterei waren auch Errungenschaften des Sozialismus?
    Die freie Wohnungswahl ist ja auch zum Wohle der Mehrheit gelöst worden durch Zuteilung - sensationell - will ich auch haben!
    Sie malen ein interessantes Bild - dann bitte, baut Eure Scheiß-Mauer doch wieder auf, aber lasst vorher die Menschen, die sich nicht einkerkern lassen wollen, vorher gehen - bin gespannt wie entvölkert Euer "Staatsgebiet" sein wird.
    Hausptsache Ruhe - wa?
    Ich war schon als Westkind nicht mit allen Dingen der sogenannten freien Welt einverstanden und bin es heute z.T. auch nicht, jedoch durfte und darf ich meine Meinung sagen ohne Angst vor Knast oder Bespitzelung zu haben.
    Vermissen die Ostalgiker auch die Stasi?

  33. 18.

    Wie kam es dann zur Wende, wenn keine freie Meinungsäusserung- bildung möglich war!?
    Die Probleme in der DDR waren für jedermann klar sichtbar, benennbar und kaum zu relativieren! Dennoch, wurden viele Aufgaben für die Gesellschaft zum Wohle und im Interesse der Mehrheit gelöst.

  34. 17.

    Das ist so nicht ganz richtig! Der Wert der Gesamten Volks-Wirtschaft/Infrastruktur etc wurde auf 600 Milliarden DM geschätzt.(Rohwedder) Ohne die Immobilien, die ja auch Volkseigen waren. Die Besitzer, nämlich die Bevölkerung, hat davon nicht sehr viel abbekommen, eigentlich nischt!
    Ist ihnen schon mal der Gedanke gekommen, das die ´Eckdaten der sozialen Marktwirtschaft der alten Bundesrepublik´ nur zustande gekommen sind, weil die DDR exestierte? Sozusagen um bei der Sozialen Frage konkurrenzfähig zu bleiben. Oder wie erklären sie sich, das seit der Wende, systematisch viele Soziale Errungenschaften wieder zurück genommen werden.
    Und nochmal, dieser Diktatur-Vorwurf verblasst doch massiv im Kontext unseres Umgangs mit heutigen (richtigen) Diktaturen. Siehe Türkei, Saudi A., Mexiko, Kolumbien u.v.a. Aber verstehe schon der Urlaub ist da so schön billig und der Markt hat immer REcht!

  35. 16.

    Diese alternative Einheitsfeier ist Ausdruck gelebter Demokratie in der Bundesrepublik. Demokratie und Meinungsfreiheit, die es in der DDR so nicht gab, sind hierzulande zu Recht geschützt- und das ist gut so. Natürlich hätte die staatliche Einheit nach Artikel 46 Grundgesetz wohl tatsächlich zu einer Vereinigung führen können, aber dafür gab es bei der Volkskammerwahl März 1990 (leider) keine Mehrheit. Aber aus der staatlichen Einheit Deutschlands "eine f e i n d l i c h e Übernahme der DDR durch die BRD" k o n s t ru i e r e n zu wollen, wie auch aus der rbb-Berichterstattung aus Neuenhagen zu vernehmen war, geht an der Lebenswirklichkeit, wohl nicht nur der zitierten Rednerin, meilenweit vorbei.

  36. 15.

    @Dickster
    " Top Bildungssytem," *schmunzel*
    Das meinen Sie jetzt aber nicht ernst, oder?
    Wie auch den Rest Ihres Beitrages.

  37. 14.

    Das Schlimme ist: das wächst nach, wie eine Hydra. Und zwar in braun und in rot.
    Finde die Idee von @Sonderling (1.) sehr fein.

  38. 13.

    Systemmfrage? Reden wir. Mir persönlich würden die Eckdaten der sozialen Marktwirtschaft der alten Bundesrepublik reichen. Eine wirtschaftlich gescheiterte Diktatur, die ihr Dasein seit dem 17.6.53 auf sowj. PANZER, später auf Mauer und Schießbefehl, und die letzten Zuckungen mit Krediten des klassenfeindes realisiert hat, ist wahrlich kein Vorbild. Und um nur eins ihrer Beispiele aufzugreifen, die Veränderungen wurden genau dann zugelassen, als einer der Bausteine nicht mehr zur Verfügung stand. Die sowj. PANZER.

  39. 12.

    Tja, dann kann man noch mehr Blödsinn verbreiten. Ich war auch im DDR-Museum, außer dass da viel Blödsinn erzählt wurde und der junge Mann keine Ahnung hatte, wurde mir nur schlecht. Die BRD hatte politisch und gesellschaftlich auch so seine "Sternstunden".

  40. 11.

    Einer Million Spitzel, zehntausenden unschuldig im Knast, teilweise gefoltert, Wirtschaft vor dem Bankrott, Straßen, Häuser, Infrastruktur komplett verrottet, eingesperrt im Osten, keine freie Meinungsäußerung oder -bildung, etc etc, ja, worauf sollte man eigentlich nicht stolz sein, wenn man seinen Beitrag dazu geleistet hat. Chapeau!

  41. 10.

    Sie sind nicht gefragt worden - Übernahme.
    Ich frage mich manchmal, wo die Freiheitskämpfer heute sind. Es ist auch jetzt nicht alles so toll. Ach ja ruhig gestellt. Wie würde die jetzige Regierung reagieren.

  42. 9.

    Tafelsilber? Welches Tafelsilber? Dass ich nicht lache! Fragen Sie lieber die Altgenossen wo zig Millionen SED-Parteivermögen abgeblieben sind.

  43. 8.

    Nur noch vier gegen den 7.Oktober...
    Die sterben halt alle aus....lol

  44. 7.

    Warum sollten Menschen, die die Werte der DDR ernst genommen haben und ihren Beitrag geleistet haben, nicht stolz sein dürfen!? Auf zb.: niedrige Mieten, erstklassiges Gesundheitssytem, Top Bildungssytem, extrem günstige Öffentl. Verkehrsmittel, so gut wie keine Arbeitslose/Obdachlose, ein menschlicher Umgang von dem man heute nur noch träumen kann, stattl. Antifaschismus! Letztendlich wurde Veränderung zugelassen.
    Was ist denn jetzt besser? Das wir in alle WElt unsere Waffen verkaufen können. Mit jeder Diktatur kuscheln, wenns Monete bringt, Ne wohnung mittlerweile die hälfte des Lohn kostet. Umweltschutz verkauft werden kann!
    Tja, wer immer noch glaubt, ohne die Systemfrage zu stellen, die Probleme unserer Zeit lösen zu können, ist für mich ein ewig Gestriger. lg

  45. 6.

    Bald klappt der Kapitalismus zusammen.

  46. 5.

    Jeder der lesen will, kann sehen, dass z.B. die Runden Tische Vorschläge hatten, wie Ost und West zusammenkommen, und dabei die Interessen der Bevölkerung (Ost) gewahrt bleiben - z.B. Anteilsscheine für die VEBs - davon blieb nichts übrig. Da sind der Kohl, Genscher, Sarrazin(!) mit der Dampfwalze drübergefahren. Arbeitsmarkt, Wohnungsmarkt, ärztliche Versorgung - kann ja nicht gut sein, haben ja die Kommunisten gemacht, weg damit - das Tafelsilber zu Spottpreisen an West-Konzerne verramscht, alles andere in die Luft gejagt. Das Wort "feindliche Übernahme" - das ja von kapitalistischen Unternehmen kommt, eins "frisst" das andere ohne Mitspracherecht - das trifft es leider recht gut.
    Ja, vieles war kaputt in der DDR - aber mal Hand aufs Herz: Geheimdienstwühlerei, Polizeigewalt, Justizwillkür, Tote an der Grenze, Berufsverbote - ist das wirklich alles verschwunden? Oder trifft es einfach andere als früher?

  47. 4.

    Ein "Gefühl von Geborgenheit und Gemeinschaft" gab es also in Mewes' Augen in der DDR? Nur nicht für alle, was? Autoritäre Diktaturen sind ja so "toll": mit Polizeistaatsprinzip, Willkürjustiz, ohne Regierungsverantwortung, Volkssouveränität, Oppositions-, Rede- und Meinungsfreiheit oder Gewaltenteilung. Und Blut hat man auch an den Händen, ob per Schießbefehl oder Hinrichtungen. Sicher, schlimmer geht/ ging immer, wie die NS-Zeit zweifelsfrei zeigt: mit Weltkrieg, Konzentrationslagern und 60 Mio. Toten. Das ist allerdings kein Grund, die DDR über den grünen Klee zu loben. Dass Modrow bei solchen Veranstaltungen auftritt, zeigt auch, wie sehr er "Reformer" war - gar keiner.

    Diese Ewig-Gestrigen, die instransparente Umgangsweise mit SED-Geschichte, die rechtspopulistische Narrative aufnehmenden Querfrontler*innen um Wagenknecht, Antisemit*innen und der Beitrag in Brandenburg, eine verfassungswidrige Polizeireform mitzutragen, sind gute Gründe, nicht zu den Linken zu gehören.

  48. 3.

    Mauer, Stacheldraht, Schießbefehl, Mangelwirtschaft, politische Gefangene, Zwangsadoptionen,,Berufsverbote, Zwangsenteignung, gleichgeschaltete Presse, Staatssicherheit, Rechtsbeugung, Missachtung der Menschenrechte, wirklich alles Gründe zum Feiern. Na dann hoch die Tassen, Altgenossen.

  49. 2.

    Aber die Rente vom Klassenfeind wird dann doch gern genommen, gelle? Na ja, in einigen Jahren hat sich auch dieses Ärgernis auf ganz natürliche Weise erledigt. So lange halten wir das noch aus und füttern die mit durch. Wir sind ja tolerant.

  50. 1.

    Wenn die das nächste Mal zusammenkommen, lasst uns schnell eine Mauer drum bauen. Dann sind sie glücklich, und wir haben etwas mehr Ruhe.

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