Audio: Antenne Brandenburg | 21.10.2019 | Eva Kirchner-Rätsch
Audio: Antenne Brandenburg | 21.10.2019 | Eva Kirchner-Rätsch | Bild: imago/Dirk Sattler

Frankfurt (Oder) - Frau in eiskalte Oder gestoßen: Prozess hat begonnen

Die Oder soll nur drei Grad kalt gewesen sein, als im Januar eine Frau in den Fluss gestoßen wurde. Zuvor wurde sie stundenlang misshandelt. Den mutmaßlichen Täterinnen wird nun in Frankfurt (Oder) der Prozess gemacht.

Wegen versuchten Mordes wird seit Montag gegen zwei Frauen vor dem Landgericht Frankfurt (Oder) verhandelt. Die 19 und 31 Jahre alten vorbestraften Angeklagten sollen im Januar eine Frankfurterin in die eiskalte Oder gestoßen haben.

Die Frauen nahmen die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft regungslos zur Kenntnis. Aus ihr geht hervor, das die beiden gemeinsam mit drei weiteren Tätern zunächst ihr Opfer über Stunden misshandelt, gequält und unter Drogen gesetzt haben sollen.

Opfer konnte aus dem Fluss klettern

Die Vorwürfe reichen von Diebstahl über Raub, schwere körperliche Misshandlungen bis hin zum Verabreichen von Drogen. Unter anderem sollen der Frau die Haare rasiert, Pfefferspray ins Gesicht gesprüht und zwei Ecstasy-Tabletten eingeflößt worden sein. Zudem spricht Staatsanwalt Scherding von Tritten und Schlägen. Nach dieser Gewaltorgie sollen die Angeklagten den Entschluss gefasst haben, ihr 33-jähriges Opfer in die eiskalte Oder zu stoßen. Am Frankfurter Winterhafen, im Bereich einer alten Industriebrache, sei dies dann auch geschehen.

Eine Rekonstruktion des Falls bei einem Vor-Ort-Termin habe ergeben, dass die Frau damals rund 100 Meter von der Strömung mitgerissen worden sei, bevor sie sich an einer Leiter habe aus dem Wasser ziehen können. Das Wasser soll damals nur knapp über drei Grad kalt gewesen sein. Es sei ein Wunder, dass das Opfer überlebt habe, kommentierte Danny Knispel von der Frankfurter Wasserwacht das Geschehen. Selbst geübte Schwimmer hätten bei der Strömung und der niedrigen Wassertemperaturen Probleme ans Ufer zu kommen.  

Als Motiv nimmt die Staatsanwaltschaft die Verdeckung der vorangegangen Taten an.

Die beiden Frauen sitzen seit Januar in Untersuchungshaft. Der Prozess wird am kommenden Montag mit ersten Zeugenaussagen fortgesetzt. Für das Verfahren gegen die beiden Frauen sind bis Anfang Januar zehn Verhandlungstage angesetzt. Die mutmaßlichen Mittäter aus der Gruppe werden gesondert verfolgt.

Sendung: Antenne Brandenburg, 21.10.2019, 15.40 Uhr

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Antwort auf [Pionta] vom 22.10.2019 um 20:18
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5 Kommentare

  1. 5.

    Das ist das Ergebnis einer Klage der Zeitungsverlage, die den ÖR Medien den Text im Netz nicht gönnen und damit auch nicht den Beitragszahlern. Der rbb ist hier "Opfer" schlechter Verhandlungen der Medienpolitik. Leider. App löschen löst das Problem bedauerlicherweise nicht.

  2. 4.

    Aber in diesem Artikel steht doch Text?!

    Und in der App machen reine Video-Artikel nur einen kleinen Prozentsatz aus.

  3. 3.

    So... normalerweise würde ich jetzt einen Kommentar zu dieser Tragödie schreiben...aber da Sie ja meine Meinung zensieren/nicht veröffentlichen, werde ich Ihre App JETZT LÖSCHEN !
    Es hat mich u.a. auch genervt, dass fast jeder Artikel nur noch in Videoform vorlag...wer hat denn so viel Geld für Flatrates, um ständig diese blöden Videos abzuspielen?? Ich kann doch lesen und bin kein Kleinkind, was nur den Sinn durch Bilder erfassen kann !!

  4. 2.

    Und ich hoffe und bitte um die Vervollständigung des Gebets: mit Komma, mit das mit 'ß' bzw. doppel 's' und mit komplettem Verb wie z. Bsp. 'werden'.
    Aus rein rechtlicher Sicht wünsche ich den Angeklagten auch eine Verurteilung wegen Mordes, da es sehr nach der dritten Alternative des § 211 aussieht.

  5. 1.

    Ich hoffe und bete das sie wirklich hart bestraft

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