670 Kilo Heroin wurden am 31.05.2019 in einem Lastwagen an der deutsch-polnischen Grenze in Frankfurt (Oder) gefunden und sichergestellt. Es war als Halva, einer Süßigkeit, deklariert. (Quelle: rbb/Matthias Bartsch)
Bild: rbb/Matthias Bartsch

Frankfurt (Oder) - Angeklagter in Drogenkurier-Prozess verweigert Aussage

Weil er 658 Kilo Heroin in seinem Wagen hatte, muss sich ein Lastwagenfahrer seit Dienstag vor dem Landgericht Frankfurt (Oder) verantworten. Am ersten Verhandlungstag verweigerte der Angeklagte die Aussage. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm die Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge sowie Hilfeleistung beim Handel damit vor. Dafür drohen dem Angeklagten zwei bis 15 Jahre Haft.

Zollfahnder hatten den Mann Ende Mai auf der Autobahn A12 kontrolliert. Sie fanden auf der Ladefläche des aus Kirgistan kommenden Transporters die größte in Deutschland jemals auf einen Schlag entdeckte Menge dieses Rauschgifts. Den Verkaufswert der Ware haben Ermittler auf mehr als 40 Millionen Euro geschätzt.

Die Drogen stammten nach Angaben des Zollfahndungsamtes Berlin-Brandenburg aus dem Iran. Sie waren in Plastikschachteln versteckt, die als türkische Süßigkeiten getarnt wurden. Laut Anklage sollte der 63-jährige LKW-Fahrer das Heroin im Auftrag einer international agierenden Bande nach Holland bringen. Der Angeklagte sitzt seit seiner Festnahme in Untersuchungshaft. Ein internationales Team aus Polizei, Staatsanwaltschaften und Zollfahndern versucht, die Hintermänner zu ermitteln. 

Letzter großer Fund im Jahr 2014

Man gehe davon aus, dass der Fahrer vom Heroin in der Ladung Kentniss hatte, sagte der Leiter der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder), Helmut Lange, dem rbb kurz nach der Gewahrsamnahme des Angeklagten im Juni.

Niederländische Ermittler, die zuvor schon 170 Kilo Heroin von derselben internationalen Bande sichergestellt hatten, hatten ihren deutschen Kollegen einen Hinweis gegeben. Dabei wurde auch der Lkw bekannt, der daraufhin europaweit zur Fahndung ausgeschrieben wurde. Erste Auffälligkeiten wurden beim Röntgen der Ladung entdeckt. Der Frachtraum und alle Kartons wurden geöffnet.

Der letzte große Fund war Fahndern 2014 in Nordrhein-Westfalen gelungen. Damals hatten die Ermittler 330 Kilogramm Heroin entdeckt, mit einem Straßenverkaufswert von etwa 50 Millionen Euro. Die Drogen waren in einer Ladung eingelegter Gurken und Knoblauch versteckt.

Der Prozess in Frankfurt, für den sechs Verhandlungstage angesetzt sind, soll in der kommenden Woche fortgesetzt werden.

Sendung: Antenne Brandenburg, 10.12.2019, 15:40 Uhr

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