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Sendung: Antenne Brandenburg | 15.01.2020 | Quelle: M. Szaniawska-Schwabe

Durch Diebe und Wanderer

Schweinepest-Zäune werden immer wieder beschädigt

Spaziergänger klettern drüber und reißen Lücken, Diebe nehmen Kabel mit und schalten den Strom ab: Brandenburg hat Mühe, die Zäune zum Schutz gegen die Schweinepest auf Stand zu halten.

Die Schutzzäune gegen die Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest entlang der Grenze zu Polen sind im Stadtgebiet von Frankfurt (Oder) erneut beschädigt worden. Es handele sich jedoch um Einzelfälle, sagte eine Sprecherin der Stadt am Mittwoch. Die Weidezaunanlagen würden täglich kontrolliert; die Schäden seien bereits wieder behoben worden.

Bereits in der letzten Woche hatte Tierärztin Diana Holland vom Landesamt für Gesundheit geschildert, dass es schon kurz nach der Fertigstellung der Beschädigungen gegeben habe. Holland zufolge seien es vor allem Spaziergänger, die über die Zäune klettern und sie niederreißen würden. Auch der Diebstahl der Stromkabel, die im Zaun eingelassen sind, sei ein Problem. Aufgrund der Beschädigungen könne die durchgehende Stromversorgung beeinträchtigt werden.

Stadtsprecher Uwe Meier sagte am Mittwoch, Unbekannte hätten auch ein Stromgerät abmontiert. So habe ein Teil des Zauns eine gewisse Zeit nicht unter Strom gestanden. Die Oderdeiche, an dem die Weidezaunanlagen auf einer Länge von 14 Kilometern stehen, werden laut Meier täglich kontrolliert.

Interview

Interview | Landesbauernverband Brandenburg

"Das Problem bei der Schweinepest-Ausbreitung ist der Mensch"

    

Ministerium droht mit Strafen

Das Brandenburger Verbraucherschutzministerium warnte eindringlich vor Zerstörung oder Diebstahl der Schutzanlagen. "Finger weg von diesem Zaun, der hat eine wichtige Funktion. Unsere Zielsetzung ist, die Einschleppung durch infizierte Tiere zu verhindern", sagte der stellvertretende Sprecher des Verbraucherschutzministeriums, Gabriel Hesse. Vandalismus und Diebstahl an den Schutzzäunen würden strafrechtlich geahndet.

Zaun nur aus Draht und Schnüren

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist für Menschen ungefährlich, für Wild- und Hausschweine aber tödlich. Bisher ist bundesweit noch kein ASP-Fall nachgewiesen worden. Allerdings wurde kürzlich in Polen nur rund 21 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt ein an der Tierseuche verendetes Wildschwein gefunden.

Wegen der grenznahen Fälle ist - zur Abwehr von Wildschweinen aus Polen - auf einem 120 Kilometer langen Abschnitt in den Kreisen Spree-Neiße, Oder-Spree und in Frankfurt (Oder) ein Wildschutzzaun errichtet worden. Er reicht bis zur sächsischen Grenze. Anders als in Dänemark, wo an der Grenze zu Deutschland ein festes Gitter installiert wurde, handelt es sich in Brandenburg um mobile, elektrische Drahtzäune.

Nach Angaben des Verbraucherschutzministeriums sind die Kreise und kreisfreien Städte dafür verantwortlich, dass diese Zäune nicht beschädigt werden.

 

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