Skelett-Fund bei einer Ausgrabung in Brandenburg, einer womöglich 4000 Jahre alten weiblichen Person. (Quelle: archaeros.de)
Bild: archaeros.de

Bei Grabung in der Uckermark - Tausende Jahre altes Skelett in der Uckermark gefunden

Sie ist wahrscheinlich 4.000 Jahre alt und versetzt Archäologen in Ekstase: Beim Bau von Windrädern in der Uckermark haben Wissenschafter das Skelett einer Frau entdeckt. Nun erhoffen sie sich Erkenntnisse über die Kulturgeschichte - nicht nur in Brandenburg.

Bei Grabungen in der Uckermark ist ein Frauenskelett gefunden worden, das vermutlich mehrere tausend Jahre alt ist. Christof Krauskopf vom Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege sagte dem Evangelischen Pressedienst am Mittwoch, die Bestattung könne etwa zwischen 2.200 und 2.500 vor Christus stattgefunden haben. Die genaue Datierung könne erst nach weiteren Untersuchungen eingegrenzt werden.

Fund bei Grabungen für Windkraftanlage

Die beiden Archäologen Philipp Roskoschinski und Christoph Rzegotta fanden das Skelett bei Grabungen für eine Windkraftanlage bei Bietikow in der Nähe von Prenzlau. Die Frau wurde in hockender Stellung gefunden. Roskoschinski sagte dem Evangelischen Pressedienst, diese Hockerbestattung sei eine der ältesten Formen der Niederlegung von Verstorbenen. Die meisten Funde gebe es von der Jungsteinzeit bis zum Beginn der Bronzezeit, in den Jahren 5500 bis 2000 vor Christus. Anhand von Proben solle nun das Alter und die genetische Herkunft der Frau ermittelt werden. Auch die Zähne würden mittels einer Strontiumisotopenanalyse untersucht, so Roskoschinsky.

Vom Einzelbefund zur europäischen Geschichte

Laut Christof Krauskopf vom Landesamt für Denkmalpflege, wurde die Frau nicht auf einem Friedhof sondern in einer Siedlungsgrube beigesetzt. Grabbeigaben seine nicht gefunden worden. Mit etwas Glück lasse sich bei den weiteren Untersuchungen auch die Todesursache feststellen. Der Fund sei von hoher wissenschaftlicher Bedeutung. "Im Zusammenhang mit den darum liegenden Siedlungsbefunden können wir Fragen zur Ausbreitung der Kulturen in der Entwicklung der Menschheit beantworten", sagt Krauskopf, "Man kann da vom Einzelbefund letztlich zum großen Rahmen der gemeinsamen europäischen Geschichte kommen."

Öffentliche Präsentation?

"Ob und in welcher Form die Bestattung bei Bietikow öffentlich präsentiert werden kann, hängt besonders auch vom Erhaltungszustand und von restauratorischen Erwägungen ab", so Christof Krauskopf.

Vor mehr als fünf Jahren hatten Archäologen in Schmölln, nahe des jetzigen Fundorts gut erhaltene Gräber aus der Jungsteinzeit entdeckt. Es war der bis dahin größte Fund in Brandenburg.

Sendung: Antenne Brandenburg, 20.05.2020, 14:00 Uhr

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4 Kommentare

  1. 4.

    Diese Dame lebte viele Jahrhunderte vor der Entstehung irgendwelcher "Germanen". Sie gehörte wohl eher eine Vorläuferkultur an. Von Germanen kann frühestens seit der späteren Eisenzeit (Mitte bis Ende des letzten Jahrtausends v. Chr.)gesprochen werden. Ostara passt daher leider nicht in den zeitlichen Rahmen des Fundes.

  2. 3.

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    Durch zufall habe ich in den Nachrichten ihren Leichenfund gesehen.
    Dieser Leichenfund stammt noch aus der Hünenzeit, das kann man an der Bestattung sehen,
    die tatsächlich sehr alt ist. An den alten Handelswegen die auf einer Geest oder in Sachsen-
    Anhalt auf einer Börde sich befanden, denn zu der damaligen Zeit war der Wasserstand noch
    ca. 1m höher als heute. Die Geest oder Börde entstand schon in der Eiszeit durch
    Anschwemmungen von Sand, Lehm und Holzresten, es ist also eine höhere Kante auf
    der sich die alten Handelswegebeliefen. An diesen Handelswegen hat man schon in der
    Hünenzeit in Lehm und Sand die Hünen bestattet, noch heute sind jede Menge alter Hünengräber die mit Steinen abgedeckt sind zu besichtigen. In der Bronze- / Germanenzeit hat man die Menschen schon verbrand und in Urnen als Hügelgräber auch in dem Lehm- und Sandboden also Trocken bestattet und nicht in Mooren. Es gibt auch Einzelgräber.
    (Folgend, siehe Kommentar Nr.4 )

  3. 2.

    Da der Fund aus der Uckermark stammt, wie wäre es mit
    "Omi Merkel" ?

  4. 1.

    Der Vorname der Dame könnte „Ostara“ sein. Eine vermutliche germanische Frühlingsgöttin hieß so.

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