13.06.2020, Polen, Slubice: Passanten stehen vor der Stadtbrücke zwischen dem polnischen Slubice und Frankfurt (Oder) in Deutschland und warten auf die Grenzöffnung. (Quelle: dpa/Pleul)
Video: rbb|24 | 13.06.2020 | Material: NonStopNews | Bild: dpa/Pleul

Corona-Pandemie - Polen öffnet Grenze: Worauf Reisende achten sollten

Nach drei Monaten hat Polen die Grenze zu Deutschland wieder für EU-Bürger geöffnet. Doch für Bummeln und Einkaufstouren im Nachbarland gelten besondere Regeln. Bei Verstößen drohen vierstellige Bußgelder.

Die Grenzkontrollen und Quarantänepflicht sind für alle EU-Bürger, die nach Polen einreisen, sind seit Samstag entfallen - es soll nur noch stichprobenartig kontrolliert werden. Erlaubt sind Ein- und Ausreisen sowie der Transitverkehr. Besonders beliebt seien bei Deutschen Handwerksleistungen, Kosmetik-Besuche und Einkäufe bei den polnischen Nachbarn, sagt Katarzyna Guzenda, Leiterin der Deutsch-Polnischen Verbraucherzentrale in Brandenburg.

Strengere Regeln

In Polen seien die dort geltenden Sicherheits- und Hygieneregelungen zu beachten, sagt Guzenda weiter. "In den Geschäften, Kirchen und im ÖPNV gilt die Pflicht, Mund-Nasen-Schutz zu tragen.  Im öffentlichen Raum ist der Abstand von zwei Metern zu anderen Personen einzuhalten." Kinder unter vier Jahre müssen keine Masken tragen. Die bisher geltende Regel, dass Kinder und Jugendliche unter 13 Jahren nur mit einem Erziehungsberechtigten auf die Straße dürfen, gilt nicht mehr.

Wer die Regelungen missachtet kann mit Geldstrafe Von 5.000 bis 30.000 Złoty belegt werden. Das sind 1.250 bis 6.750 Euro.

Handschuhpflicht in Geschäften, Tankstellen und Banken

Kosmetik- und Friseurdienstleistungen dürfen nur mit strengen Hygienevorkehrungen angeboten und genutzt werden. Termine müssen vorher vereinbart werden. Auch die Wartebereiche der Kosmetikstudios sind gesperrt, es empfiehlt sich also nicht zu früh zu kommen.

Auch Schwimmbäder und Fitnessstudios sind wieder geöffnet - doch die Besucherzahl ist begrenzt.

In Restaurants, Bars und Cafés läuft der Betrieb mit Hygienevorschriften und Abstandsregeln. Gäste dürfen ihre Masken erst absetzen, wenn sie am Tisch sitzen. Clubs und und Diskos bleiben geschloßen.

In Geschäften, Tankstellen und Banken müssen Kundinnen und Kunden Handschuhe tragen oder sich vorher die Hände desinfizieren. "Handschuhe und Desinfektionsmittel müssen die Händler zur Verfügung stellen", sagt Katarzyna Guzenda.

Geld zurück erst nach einem halben Jahr

Unterkünfte, die die hohen Hygienestandards der staatlichen Gesundheitsbehörde erfüllen, sollen als "Bezpieczny Objekt" ("Sicheres Objekt") gekennzeichnet werden.

Bei Corona-bedingten Hotelstonierungen können deutsche Urlauber ihr Geld zurückverlangen, wenn sie bei einem deutschen Reiseanbieter gebucht haben.

Wenn man in Polen gebucht hat, ist das schwieriger. Ein neues polnisches Gesetz erlaubt es Hotels in solchen Fällen, zunächst lediglich Gutscheine auszustellen. Dann braucht man Geduld. "Der Verbraucher ist nicht verpflichtet diesen Gutschein zu akzeptieren, er kann eine Auszahlung zurückfordern, die aber bis zu 180 Tage dauern kann", erklärt Katarzyna Guzenda.

Sendung: Antenne Brandenburg, 12.06.2020, 15:30 Uhr.

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24 Kommentare

  1. 24.

    Ich kann da nur zustimmen,auch wir fahren jedes Jahr nach Polen. Es gefällt uns sehr gut und wirDeutschen können viel lernen in Fragen Höflichkeit, Sauberkeit und Gastfreundlichkeit.
    Wir sind glücklich das die Grenze wieder auf ist

  2. 23.

    Ja bin auch grad in Gdansk und Kartuzy. Masken in Geschäften tragen evtl 20%. Komme mir echt bescheuert vor wen man fast alleine hier mit Maske rum rennt.

  3. 22.

    Naja von wegen strenge Regeln. War heute in Slubice, Kaum ein Pole hält sich an die Regeln, keine Maske, nix wirsd desinfiziert. Nett war auch anzusehen wie ältere deusche Mitbürger, sich der Situation angepasst haben als wenn's in Polen kein Virus gibt

  4. 21.

    Was soll das heißen, typisch Polen. Bei sowas schwill mir echt die Krawatte. Polen stehen eben nicht so viele Mittel zur Verfügung, wie uns in Deutschland. Ist doch völlig legitim, dass sie dann solch drastische Maßnahmen ergreifen. Während bei uns in Deutschland die Corona-Krise wütet, Arbeitsplätze schwinden, wir Mitarbeiter bei den Eiern gepackt werden, zwar Kurzarbeitergeld bekommen, für das wir dann auch noch nächstes Jahr bei der Einkommenssteuererklärung ein zweites Mal bluten werden, versucht Polen seine Infrastruktur mit einfachsten Mitteln am Laufen zu halten. Ich bin auch kein Freund von Handschuhen und Maske, aber wenn es so gewollt ist, dann wird es halt gemacht. Mit uns Deutschen kann man es ja machen. Aber in Polen wäre es ein Supergau. Und wer darf's dann bezahlen? Wenn ich mich zurecht erinnere, gingen 2018 13,4 Mrd.€ aus D in den europäischen Pott. Dreimal dürfen Sie raten, wer 12,3 davon kassiert hat?

  5. 20.

    Kein Mensch hat das Recht, einem anderen seine sexuelle (politische, kulturelle, weltanschauliche ...) Ausrichtung zu verbieten - völlig egal, welcher Nationalität der eine oder der andere ist. Wer andere in ihrer Freiheit beschränken will, verstößt gegen grundsätzliche Menschenrechte. Die 'LGBT'-freien Zonen sind nicht die Regeln Polens, sondern eines intoleranten Teils der polnischen Bevölkerung. So lange sie bestehen, werde ich dort nicht mehr hinfahren: Denn ich dürfte dort eben nicht sein, wie polnische (!) LGBTs sind!

  6. 19.

    Zu früh ist es mit Sicherheit nicht. Wenn die Pendler, Schüler und LKW Fahrer schon lange über die Grenze reisen können, warum nicht wir normale Bürger? Kann die andere Reise Gruppe kein Virus haben?Sind die irgendwie anders geschützt? Wo ist hier die Logik. Mensch ist Mensch ob Pendler oder nicht ein Virus kennt keine Grenzen. Die Polen hätten die Grenzen für EU Bürger gar nicht zu machen sollen. Meiner Meinung nach.

  7. 18.

    Typisch für immer noch sehr,sehr,sehr vielen Deutschen die denken sie sind das Salz dieser Erde!
    Meine Frau und ich fahren schon seit vielen Jahren in Urlaub nach Polen und fühlen uns dort wohl.
    Die Menschen sind freundlich höflich und zuvorkommend was will man mehr (wie man in den Wald ruft so
    schallt es heraus) leider gibt es noch immer diese Arroganz der Deutschen sie seien was besseres. Wenn man sich mal die Mühe macht und genauer hinschaut wird man feststellen das wir viel von den Polen lernen können. ZB. Sauberkeit der Städte, Parkanlagen, Straßen, Straßenbau da gibt es noch viele Sachen.
    Wenn Polen wie die DDR damals das viele Geld vom Westen und der EU gehabt hätte wären sie auch schon etwas weiter, so mußten sie es aus eignen Kräften und ein Teil EU mitteln schaffen und das was sie geschafft haben kann sich sehen lassen. Um den Vorurteilen vorzubeugen, die vielen Autodiebstähle gingen auf Deutsch-Polnische Banden zurück wobei die Meisten Chefs Deutsche waren.

  8. 17.

    Hallo Fr Wasser, ich lass das mal den rbb erklären: https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2020/06/lgbt-freie-zonen-polen-staedtepartnerschaft-berlin-brandenburg.html

  9. 16.

    Richtig, bei den Bildern konnte einem schlecht werden. Keine Masken, keinen Mindestabstand und eine Meute von Journalisten, die nicht genug drängeln konnten um unnötige Bildchen zu machen.
    Wo waren nur die Ordnungshüter?

  10. 15.

    Schön das man auf die Regeln explizit hingewiesen wird. Offen gelten diese nicht für Politiker und Presse! Die Grenzen wurden aufgrund der Pandemie geschlossen und beim öffnen zeigen uns die Politik was man alles falsch machen kann. Ich hoffe alle haben auch bei der Veranstaltung ihr Daten hinterlegt! Es wäre ein Witz wenn ihr kein Verfahren zur zu Stande kommt. Politik sind eben was besseres als Bürger denen die Notwendigkeit der Maßnahmen immer wieder klar gemacht wird.

  11. 14.

    Bin sehr verunsichert ob das viel zu früh ist mit den Grenz Öffnungungen.
    Im Allgemeinen.

  12. 13.

    Typisch verbohrter Deutscher oder -- was der Bauer nicht kennt ,das frisst er nicht. Wie will man sich denn ein Bild von einem Land machen welches man nicht kennt . Vllt. sollten die Polen froh sein, dass sie von Ihnen verschont bleiben.

  13. 12.

    Bitte erklären Sie mir ostdeutschem Landei mal genau, was Sie mit "LGBT-freie Zonen" meinen. Ich kenne mich leider nicht in allen Lebensphären Ihrer Welt aus, lerne aber gern dazu! Vielleicht könnte ich als regelmäßige Grenzgängerin neues in Polen entdecken, was mir bisher verborgen blieb - aus welchen Gründen auch immer...

  14. 11.

    Es ist doch gut die Hygiene und Abstandsregeln im Nachbarland zu kennen. Und wer sich nicht daran hält, was es dann an Strafe kostet.
    Mehr steht doch in dem Artikel nicht drin.

  15. 9.

    Schön, dass Sie nicht nach Polen fahren, ist echt besser so, bei Ihren Vorurteilen.

    Zum Glück denken nicht alle so wie Sie, meine Familie und ich haben jedenfalls nur gute Erfahrungen mit den Menschen dort gemacht und machen gerne weiterhin Urlaub in unserem Nachbarland.

  16. 7.

    Was haben Sie denn für ein Problem? Erst das Land loben und dann ein „geh ich nicht mehr hin“? In jedem Land hält man sich an dessen Regeln. „ wenn du in Rom bist, benimm dich wie ein Römer“. Einfach so sein wie die Polen auch sind.

  17. 6.

    Typisch Polen? In unseren vielen Urlauben haben wir viele gastfreundliche und hilfsbereite Menschen kennengelernt, viele kinder- und familienfreundliche Orte und Einrichtungen besucht, leckere Gerichte probiert und interessante Begegnungen gehabt. Bei Gerhard Schöne heißt es so schön: "Du hast es nur noch nicht probiert, und darum glaubst du's nicht!"
    Vielleicht sollten Sie es einfach mal probieren. Kleiner Tipp: Vorurteile sind ein schweres Gepäck, lassen Sie sie einfach zu Hause.

  18. 5.

    ....diese ".....freien Zonen" gab es doch auch schon vor der Grenzschließung...da hat doch auch keiner gewarnt.

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