Symbolbild: Überprüfung einer Trinkwasserprobe in einem Wasserwerk in Brandenburg. (Quelle: P. Pleul)
Audio: Antenne Brandenburg | 23.06.2020 | Bild: dpa/P. Pleul

Sulfatbelastung der Spree - Finanzierung von Müllroser Wasserwerk weiter unklar

Das Wasserwerk Müllrose (Landkreis Oder-Spree) muss für die weitere Trinkwasserversorgung von 65.000 Menschen ertüchtigt werden. Allerdings sind mögliche Fördergelder jetzt nicht mehr abrufbar. Das teilte die Landesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Abgeordneten Bettina Fortunato (Linke) in der vergangenen Woche mit.

Förderprogramm des Landes ausgelaufen

Zehn Millionen Euro würde die Sanierung des Wasserwerkes kosten. Zehn Prozent davon sollte das Land Brandenburg übernehmen, doch ein passendes Förderprogramm läuft Ende dieses Jahrs aus und komme nicht mehr in Betracht. Dabei war vor sechs Jahren genau für diesen Fall die Förderung in den Raum gestellt worden.

Jedoch gibt es bislang noch nicht einmal ein Gutachten zur Gefährdungsabschätzung. Dies sei vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Energie erst im Oktober 2019 beauftragt worden und solle nun im Sommer vorliegen, heißt es jetzt in der Antwort der Landesregierung.

Dann erst kann auch geklärt werden, ob sich die Bergbauunternehmen als mögliche Verursacher für die erhöhte Sulfatbelastung in der Spree an den Kosten beteiligen. Im Rahmen der Braunkohlesanierung wäre das Land dort ebenfalls finanziell beteiligt.

Mehr Sulfat durch Trockenperioden

Das Trinkwasser für Frankfurt (Oder) und Umgebung stammt aus der Spree und muss aufgrund steigender Sulfatbelastung aufwendig im Wasserwerk Briesen aufbereitet werden. Die Linke befürchtet bei weiteren Trockenperioden einen weiteren Anstieg der Schadstoffe, die eine Schließung der Briesener Werkes nach sich ziehen könnte. Aus diesem Grund will die Frankfurter Wasser- und Abwassergesellschaft das Wasserwerk Müllrose zur Unterstützung sanieren. Laut Landesregierung ist der Grenzwert für die Trankwasserbelastung bisher zuverlässig eingehalten worden.

Sendung: Antenne Brandenburg, 23.09.2020

2 Kommentare

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  1. 1.

    Ist doch ganz einfach wer das bezahlt, 43% die LMBV mit Steuergeldern für die DDR Altlasten und mit 57 % der derzeitige Verursacher LEAG als Betreiber der Tagebaue.
    @RBB, bitte bei der LMBV nachfragen. Ein von denen veröffentlichtes Gutachten hat schon vor Jahren belegt mit welchem Prozentsatz die aktiven Tagebaue nach 1990 an der Verunreinigung mit Sulfat und Ocker beteiligt sind.Oder soll hier für "billigen" Kohlestrom zum wiederholten male der Steuerzahler gemolken werden?
    Das die bisherigen Grenzwerte eingehalten wurde widerspricht diversen Meldungen von deren Überschreitung, mag sein das es da um Berlin ging.

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