Brandenburg - Agrarministerium lässt Wolfsabschüsse nur unter bestimmten Voraussetzungen zu

Symbolbild - EinWolf steht in einem Wald (Bild: dpa/Klaus-Dietmar Gabbert)
Audio: Antenne Brandenburg | 23.07.2020 | Bild: dpa/Klaus-Dietmar Gabbert

Das Brandenburger Landwirtschaftsministerium lehnt die Forderung nach einem verstärkten Abschießen von Wölfen wegen zunehmender Nutztierrisse ab. Ein Abschuss von Wölfen ohne die erforderlichen Ausnahmevoraussetzungen sei nicht mit geltenden EU-Recht vereinbar und damit unzulässig, teilte die Sprecherin des Ministeriums Frauke Zelt der Deutschen Presseagentur (dpa) mit, wie diese am Donnerstag berichtete.

Aus diesem Grund gebe es bereits zwei Vertragsverletzungsverfahren der EU gegen Schweden. Weidetiere müssten immer ausreichend vor Übergriffen geschützt werden. Daran würde auch der Abschuss einzelner Wölfe nichts ändern, so Zelt weiter.

Fast 400 Wolfsrisse im ersten Halbjahr

Brandenburg ist das Land mit den meisten Wolfsrudeln in Deutschland. Insgesamt 41 Rudel wurden im Dezember 2019 gezählt. Die Zahl gerissener oder verletzter Nutztiere bei denen der Wolf als Verursacher nachgewiesen wurde oder nicht ausgeschlossen wird, war zuletzt gestiegen. Im Jahr 2019 seien rund 410 Tiere geschädigt worden, im Jahr 2018 seien es rund 400 Tiere gewesen, berichtet das Landesamt für Umwelt. Für die ersten sechs Monate dieses Jahres gibt die Behörde bereits über 380 Fälle an.

Freie Bauern fordern Abschussquote

Die Freien Bauern in Brandenburg, eine Interessenvertretung bäuerlicher Familienbetriebe, forderte am Mittwoch von der Landesregierung, den Populationszuwachs jährlich zum Abschuss freizugeben und verweist dabei auf Schweden. "Wenn die Jäger in Brandenburg jedes Jahr 100 Wölfe legal erlegen dürften, würde das Raubtier seine Scheu zurückgewinnen und die Probleme wären zumindest entschärft", wurde Landessprecher Marco Hintze in einer Mitteilung zitiert.

Der Wolf ist in der EU streng geschützt. Die Brandenburgische Wolfsverordnung lässt Ausnahmen zur Tötung zu. Das gilt etwa bei Gefahren für die menschliche Gesundheit, zur Abwendung drohender landwirtschaftlicher Schäden oder wenn ein Wolf oder mehrere Wölfe mehrfach Nutztiere gerissen haben. Das Land fördert Vorsorge vor Übergriffen durch Wölfe wie Zäune.

Sendung: Antenne Brandenburg, 23.07.2020, 11:30 Uhr

5 Kommentare

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  1. 5.

    Wenn die Hobbyjäger 100 Wölfe zum Abschuss frei bekommen, dann bleibt es nicht bei dieser Anzahl.
    Wer soll das überprüfen, wer soll das kontrollieren?
    Diese Leute werden schon genug widerrechtlich abschießen, das steht außer Zweifel.
    Und warum überhaupt pauschal 100?
    Es gibt Wölfe die noch kein einziges Nutztier gerissen haben, in solchen Rudeln die Sozialstruktur zu zersprengen heißt im Endeffekt alle Rudelmitglieder machen bei Verlust eines Alphatieres was sie wollen und reißen dann vielleicht auch Weidetiere.
    Wo ist da die LogiK?

  2. 4.

    "Wenn die Jäger in Brandenburg jedes Jahr 100 Wölfe legal erlegen dürften, würde das Raubtier seine Scheu zurückgewinnen und die Probleme wären zumindest entschärft." Das ist ein Beleg für das Nicht-Wissen oder die bewusste öffentliche Täuschung, die hier einige Nutztierhaltende wie Jagdverbände an den Tag legen. Der Wolf kann seine Scheu nicht wiedergewinnen, weil er sie grds. nicht verliert. Tiere, die dem Menschen tatsächlich nahegekommen sind, waren stets Tiere, die entweder von Menschen gehalten oder angefüttert wurden. Zudem würden 100 Abschüsse pro Jahr den Wolf hier in kurzer Zeit ausrotten.

    Der Wolf reißt Nutztiere, ja, aber selbst wenn man diese Risse unter wirtschafltichen Kosten subsumiert, werden sie mehr als nur kompensiert durch die Risse von Nicht-Nutztieren, v.a. Schalenwild, das allein in Brandenburg zu Zehntausenden geschossen wird pro Jahr. Spitzen-Predatoren sind essenziell für eine ausgewogenere Umwelt.

  3. 3.

    Sie verbreiten hier Fake-News. Die Wolfsrudel in Deutschland sind überwacht und auch bestens dokumentiert.

  4. 2.

    Über die Entwicklung bei den Wolfsrudeln haben wir längst die Kontrolle verloren. Unser ultragrünen laufen den Problemen hinterher und machen eine Politik die an den betroffenen Landwirten völlig vorbeigeht. Dabei verstecken sie sich hinter EU Richtlinien die ihnen angeblich die Hände binden. Wer bitteschön hat den diese Gesetze beschlossen und zugelassen. Es wird immer wieder vom grünen Tisch gelabert aber das Problem wird nicht gelöst.

  5. 1.

    mal wieder typich statt eine bessere lösung zu suche zum beispiel bessere stabile zäune lieber den wolf abknallen super einfalslos und was die vorraussetzungen angeht nach dem abschuss kann man ja alles behaupten.
    echt arm

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