Ein totes Wildschwein liegt auf einer Wiese. (Bild: rbb)
Video: Brandenburg aktuell | 19.10.2020 | Michael Lietz | Bild: rbb

Afrikanische-Schweinepest - Vermeintlich "sterbenskranke" Wildschweine auf der Oderinsel verschwunden

Vor zwei Wochen war eine Rotte Wildschweine auf der Oderinsel gesichtet worden - tot oder sterbenskrank, hieß es damals. Nun zeigt sich: Das war eine Fehleinschätzung. Offenbar hatten die Tiere einfach geschlafen. Nun sind sie verschwunden. Von Lucia Heisterkamp

Auf der Oderinsel ist eine Rotte Wildschweine verschwunden, die zunächst auf der Basis von Drohnenbildern als krank oder tot eingeschätzt worden waren. Womöglich lagen sie aber einfach auf dem Boden, weil sie schliefen. Denn Ende vergangener Woche waren die Wildschweine auf der umzäunten Oderinsel plötzlich verschwunden. Auf einem Drohnenbild waren sie nicht mehr am Fundort zu sehen, wo sie sich zuvor zusammengerottet hatten. Ob sich die Wildschweine noch auf der Insel befinden, kann der stellvertretende Landrat Friedemann Hanke (CDU) am Montag nicht mit Sicherheit sagen. "Wir wissen das nicht genau. Es ist auch unklar, ob die Tiere tatsächlich krank waren oder ob es eine andere Ursache hatte, dass sie da lagen."

Vermeintlich tote und sterbenskranke Tiere

Am vorletzten Wochenende hatten Mitarbeiter des Landkreises bei einer großangelegten Fallwild-Suchaktion per Drohne eine Wildschweinrotte auf der Oderinsel entdeckt. 17 Tiere seien tot und 30 erkrankt, hieß es zunächst von Seiten des Landkreises. Nun räumt der Vize-Landrat ein, dass es sich um eine Fehleinschätzung handelte: “Wir haben die Tiere nur auf dem Monitor gesehen und sind davon ausgegangen, dass sie tot oder sterbenskrank waren.” Bei einem Drohnen-Kontrollflug in der vergangenen Woche habe man jedoch festgestellt, dass die vermeintlich toten und verletzten Tiere nicht mehr am Fundort lagen. Offenbar hatten sie sich dort nur zum Schlafen niedergelassen. "Für uns entspannt das die Lage etwas", so Hanke.

Schließlich hätten 17 tote Tiere bedeutet, dass die Seuche bereits weit verbreitet sei. Ob die Wildschweine auf der Insel tatsächlich mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP) infiziert sind, bleibt weiterhin unklar. Am Vorgehen des Landkreises ändert das Verschwinden der Wildschweinrotte erst einmal nichts.

Die Zahl der Wildschweine reduzieren

Man wisse durch Drohnenflüge, dass sich weiterhin mindestens 50 oder 60 Tiere auf der Insel befinden, so Hanke. Ihre Zahl soll nun drastisch reduziert werden. Dazu hat der Landkreis Ende vergangener Woche einen doppelten Elektrozaun rund um die Oderinsel errichtet, jeweils rund sechs Kilometer lang. Zudem wurden Futterstellen für die Tiere ausgelegt, damit sie auf der Insel bleiben. Der Landkreis will im nächsten Schritt Fallen errichten, um die Tiere dann zu erlegen.

Zudem plant der Landkreis, einen festen Zaun um das gesamte Kerngebiet in Märkisch-Oderland zu bauen. Wann der Bau beginnt und wann mit einer Fertigstellung zu rechnen ist, bleibt allerdings weiterhin unklar. "Ich hoffe, dass wir eher von Wochen reden und nicht von Monaten", so Hanke.

Sendung: Antenne Brandenburg, Sendung 19.10.2020, 16:10

Beitrag von Lucia Heisterkamp

19 Kommentare

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  1. 19.

    Häme ist an dieser Stelle wohl das Mindeste! Das Einzige, was man Landrat und Landkreismitarbeiter*n tatsächlich hoch anrechnen muss ist, dass sie den Fehler eingestehen. - Wir haben überall viel zu oft mit Leuten zu tun, die ohne ausreichende Wissensbasis voreilige Schlussfolgerungen ziehen und diese massiv verbreiten. Damit wird Panik verbreitet, die das Denken einschränkt. So dass echte Probleme UND echte Lösungen zum zigsten Mal in Vergessenheit geraten.

  2. 18.

    Erklärbär bitte ! Konnte Ihrem Post keinen Sinn entnehmen, vllt.gehts mal klarer. Auch ich bin kein Freund der Massentierhaltung, aber der Zusammenhang erschließt sich mir nicht, sorry

  3. 17.

    Warum diese Häme ?? Irren ist menschlich, und dass sich auf der Oderinsel Wildschweine aufhalten, ist ja unbestritten.Und wenn die Drohne das Gebiet über fliegt, während die Schweine gerade Siesta halten, dann kommt eben so was zustande. Vllt hätte man die Drohne mehrmals und zu unterschiedlichen Tageszeiten losschicken sollen. Nun sind sie weg und lachen sich eins. Hauptsache gesund !

  4. 16.

    Bei "The walking Dead" gibt es allerdings keine zombiefizierten Tiere. Bei einer anderen "Dokumentarfilmreihe" (habe gut gelacht) allerdings schon: "Resident Evil".

  5. 15.

    Hauptverursacher ist die Fleischindustrie und die soll die kosten für Zäune etc. auch übernehmen! Im Sinne der Allgemeinheit kann dies nicht sein, er im Interesse am billigen Fleisch. Das Wildschwein ist nur das Bauernopfer. Das wird gerne unter den Tisch gekehrt.

  6. 14.

    Ich freue mich immer, wenn jemand einen Irrtum einräumt und die neue Erkenntnis mitteilt. Gerade bei Gefährdungen finde ich das wichtig. Deshalb brauchen wir Behörden und Wissenschaftler, die und verfolgen lassen, wie sich Wissen weiterentwickelt.

  7. 13.

    Einfach nur peinlich, viel Panik um Nichts.... vielleicht sollte man Leute ranlassen, die Ausbildung und Erfahrungen diesbezüglich haben und nicht irgendwelche Möchtegerne, die heut dies und morgen wieder etwas anderes können wollen. Dazu noch unnütz Steuergelder in Form von 90 cm hohen Kunststoffgeflecht ohne Strom verbraten, über das jedes Schwein lacht und springt......

  8. 12.

    Haben sich die Schweine in Luft aufgelöst oder sind sie vielleicht in der deutsch-polnischen Grenzregion auf einigen Tellern gelandet?

  9. 11.

    Och menno! Ich dachte, die hätten sich getrollt und könnten sich jetzt gesund und munter ihres Lebens freuen-- aber nein, Erlegung geplant... Schade!

  10. 10.

    Das kommt davon,wenn man sich ausschließlich auf Technik mit Fernansicht verlässt und nicht zeitnah am Boden kontrolliert. Nicht gerade proffessionell. Ist die Seuche dann doch nicht so gefährlich,wenn man damit so fahrlässig umgeht?

  11. 9.

    Einfach nur peinlich.
    Vielleicht verschwindet so auch das Corona-Virus.
    Heute da, Panik, morgen weg.

  12. 8.

    Zum Glück sind ja bei der anderen Pandemie Fachkräfte am Werk.

  13. 7.

    mit stolpes cargolifter wär das nicht passiert

  14. 6.

    Der Witz ist man hat den Oder-Neiße Radweg gesperrt. Danke auch für diese unnötige und unverhältnismäßige Maßnahme.

  15. 5.

    Reingefallen! Selbst die Experten lassen sich von den Wildschweine an der Nase herumführen. Jetzt haben sich die ASP´ler auf den Weg zu Wounded Knee begeben, um dort zu sterben.

  16. 4.

    Das ist schon ein dicker Fauxpas... Gewiß gibt es jetzt die ersten ASP-Leugner unter den Schweinen - egal ob die vier oder zwei Beine haben....

  17. 3.

    Also seit der Dokumentarfilmreihe "The Walking Dead" wissen wir ja was inzwischen passiert und weshalb die toten Tiere nicht mehr da sind wo sie waren.....Zombieschweine, so beginmt es also!

  18. 2.

    Ich lach mich schlapp! Ob die sich, vor der Drohne fürchtend, tot gestellt haben? Oder ihrem natürlichen Schlaf/Wachrhythmus folgend einen nachhaltigen Mittagsschlaf hatten? Bei uns sind die Schweinderl auch nur ab Dämmung aktiv. Es gibt Schlafplätze, die aber gut getarnt sind.

    Man riecht sie ;-)

  19. 1.

    Bei einer so professionellen Seuchenbekämpfung muss man sich zum Glück keine weiteren Sorgen machen.
    Vielleicht wurden die toten Tiere ja von Artgenossen wiederbelebt ....
    Auch hier hat man scheinbar alles im Griff.
    Danke dafür.

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