Proteste gegen Abtreibungsverbot (Quelle: imago images/Pierre Le tulzo)
Audio: Antenne Brandenburg | 30.10.2020 | Autor: Robert Schwaß | Bild: www.imago-images.de

Proteste gegen das Abtreibungsgesetz in Polen - Aktivistinnen aus Frankfurt unterstützen Demos in Slubice

Demonstranten und Aktivisten aus Frankfurt (Oder) haben sich am Freitagabend den Protesten gegen die Abtreibungsgesetze in Polen angeschlossen. Mit einer Aktion auf der Frankfurter Stadtbrücke unmittelbar an der Grenze zu Polen wollten sie auf die Situation von Frauen in der Nachbarstadt und in Polen aufmerksam machen. Einige traten dort mit schwarzen Regenschirmen auf, dem Protest-Symbol der Frauenstreik-Bewegung.

"Die Grenze ist der beste Ort, um ein Zeichen zu setzen und um zu zeigen: wir sind da und wir helfen euch. Wir haben euch nicht vergessen. Wir bleiben und wir warten auf euch", sagt Urszula Bertin, die sich aus Berlin dem Protest angeschlossen hat.

Seit fünf Jahren der erste Moment für klare Proteste

"Das ist seit fünf Jahren der erste Moment, wo es diese Chance gibt, seine Meinung so klar zu sagen und gegen die Regierung zu sein. Ich denke, man darf diesen Moment nicht verpassen - trotz der Pandemie", sagte Pola Ostalowska, Studentin aus Frankfurt (Oder), die sich Protesten in Warschau anschließen will, dem rbb im Vorfeld der Demos. Ostalowska glaubt, wenn jetzt nicht demonstriert wird, beschließt die Regierung in Zukunft noch härtere Gesetze.

Solidarität über die Grenze

Auch in Slubice sollte es am Freitag wieder eine Kundgebung gegen das umstrittene Abtreibungsgesetz geben. "Für uns ist die Solidarität über die Grenze hinweg sehr wichtig, sagte Organisatorin Wiktoria Gorkiewicz. "Ich möchte eine Stiftung gründen, die Frauen bei legalen Abtreibungen in Deutschland hilft. Denn es sieht nicht so aus, dass dies bei uns sobald möglich sein wird.".

Wegen der hohen Corona-Neuinfektionen sind Versammlungen in Polen ab mehr als fünf Personen eigentlich verboten. Die Demonstranten setzen sich über die Maßnahmen hinweg. So auch in Warschau, wo für Freitagabend wieder tausende Menschen aus ganz Polen auf den Straßen erwartet werden.

1 Kommentar

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  1. 1.

    Reisende linksgrüne Revolutionäre aus Berlin sollten sich zurückhalten. Das müssen die Polen unter sich ausmachen, und sich nicht besagte selbsternannte "Aktivisten" in Polen einmischen und der PIS Regierung noch einen Vorwand bieten, wegen Einmischung in die innerpolnischen Belange die Zügel anzuziehen.

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