Container für tote Wildschweine nahe dem Wildgehege Wriezen
Sendung: Antenne Brandenburg | Michel Nowak | 17.11.2020 | Bild: rbb / Michel Nowak

Afrikanische Schweinepest in Märkisch-Oderland - Streit in Wriezen um Container für tote Wildschweine

Um die Afrikanische Schweinepest einzudämmen, erschießen Jäger derzeit besonders viele Wildschweine. Aber wohin mit den toten Tieren? Um Container für tote Schwarzkittel ist in Wriezen Streit entbrannt.

Die Ruhe ist gestört im Wriezener Wildgehege. Dort leben mehr als 20 Tierarten, darunter Waschbären, Uhus, Rehe und auch neun Wildschweine. Deren Gatter reicht bis an die Straße. Von dort sind es noch rund 15 Meter bis zu ein paar silbergrauen Containern. Deren Inhalt: Möglichst viele tote Wildschweine. Jäger sollen dort gegen Prämien abgeschossene Schwarzkittel aus der Pest-Pufferzone gegen die Afrikanische Schweinepest ablegen.

Tote Schweine ins Industriegebiet?

"Ein Skandal", sagt Wildgehege-Mitarbeiter Eckard Peetz. "Jede Ratte läuft mehr als 15 Meter und jeder Vogel trägt es weiter. Mir kann keiner garantieren, dass das hier so sauber ist." Peetz fürchtet alle Schweine im Gehege töten zu müssen, sollte sich eines von ihnen mit der Afrikanischen Schweinepest infizieren.

Schützenhilfe bekommt Peetz von Wriezens Bürgermeister Karsten Ilm: "Die Fachleute müssen entscheiden, welche Flächen geeignet sind", sagte der CDU-Politiker. "Doch hier wird auch für den Laien sehr deutlich, dass diese Fläche nicht zu den geeigneten gehört." Die Stadt hat inzwischen auch schon eine Alternative gefunden: Ein nahe gelegener Bauservice-Betreiber hat sich bereit erklärt, die toten Schweine bei sich im Industriegebiet zu lagern, wenn ihm die Kosten erstattet werden.

Eckard Peetz mit Wildschweinen im Wildgehege WriezenEckard Peetz mit Wildschweinen im Wildgehege Wriezen.

Landkreis hält an Standort fest

Aber auf Kreisebene will man sich darauf nicht einlassen: "So dramatisch ist die Lage nicht", sagte Friedemann Hanke, Beigeordneter im Landkreis Märkisch-Oderland. "Wir haben verschließbare Tonnen. Wir haben einen Bereich der eingezäunt ist. Und wir sehen da keine direkte Übertragungsmöglichkeit." Der CDU-Mann betont auch, dass die Kadaver beprobt und nach spätestens einem Tag abtransportiert würden. "Wir glauben, dass wir diesen Standort unter diesen Bedingungen weiter betreiben können."

3 Kommentare

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  1. 3.

    Ich verstehe ehrlicherweise nicht das Problem. Da hat der Landkreis in dieser blöden ASP Situation einen Platz schaffen müssen wo die Jäger ihre in der Pufferzone geschossenen Wildscheine hinbringen wenn sie die Prämie des Landes (30 oder 50 €)haben wollen. Die Schweine werden nicht aufgebrochen sondern sind bis auf ein (manchmal 2) kleine Löcher im Pelz unversehrt. Tiere aus dem Kerngebiet oder dem gefährdeten Gebiet, also den Berichen mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit kommen gar nicht zu diesem Platz. Sondern nur allerwahrscheinlichkeit gesunde Tiere aus der Pufferzone. Das die Freunde vom Wildgehege das doof finden und subjektiv betroffen sind kann ich verstehen. Das der Bürgermeister sich nicht gegen seinen Wildgehegeverein stellen kann ist auch klar. Aber ganz im Ernst. Die Metalltonnen sind außer wenn ein Schwein rein kommt immer verschlossen. Die Ratte die sich durch die Blechtonne frist will ich erstmal sehen (oder besser nicht).

  2. 2.

    Das find ich sogar ernsthaft eine gute Idee. Schweinepest ist nicht auf den Menschen übertragbar. Wir schmeißen also tonnenweise nutzbare Lebensmittel weg. Die Wildschweine werden nur getötet, damit sie die Schweine der Massentierhaltung nicht anstecken. Welche eh bald in die Pfanne kommen. Ein sinnloses Abschlachten mit viel Gewinn und viel Müll. An das Wohl der Tiere denkt da niemand.

  3. 1.

    Kann Tönnies die Viecher nicht noch verarbeiten, als billige Sonderangebote finden sich bestimmt dankbare Kunden.

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