Das Ufer des Serwestersee hat sich aufgrund Wassermangels stark zurückgezogen. An dieser Stelle, an der Fischer Peter Erdmann steht, war der See 1,50 Meter tief.
Audio: Antenne Brandenburg | 23.11.2020 | Martina Rolke | Bild: Georg-Stefan Russew/ rbb

Drei Dürrejahre in Folge - Dramatischer Rückgang der Wasserspiegel in Nordbrandenburg

Trocknet Nordbrandenburg aus? Aktuell ist zu beobachten, dass Seen in der Region nach und nach verschwinden. So ist der Wasserspiegel des Parsteiner Sees bereits um mehr als einen halben Meter gesunken.

Peter Erdmann ist 80 Jahre alt und hat am Parsteiner See im Barnim mehr als 50 Jahre als Fischer gearbeitet. Nun betreibt er am benachbarten Serwestersee bei Ziethen einen Campingplatz. An beiden Gewässern beobachtet Erdmann seit Jahren dramatische Rückgänge der Wasserspiegel. Am Parsteiner, dem drittgrößten natürlichen See Brandenburgs, sei das Wasser bereits um mehr als einen halben Meter gesunken, so Erdmann.

Und auch an Erdmanns jetzigem Arbeitsplatz sehe es nicht besser aus. Wo früher noch das Ufer war, stehen jetzt Bungalos für Feriengäste, beobachtet er. Das Wasser hat sich um sechs bis sieben Meter zurückgezogen, sodass die Sandflächen immer tiefer in den See hineinreichen, erklärt Erdmann. Von dort, wo er nun besorgt seinen Blick schweifen lässt, hätte er vor wenigen Jahren noch bis zur Hüfte im Wasser gestanden. "Die Situation ist zurzeit sehr, sehr schlecht. Es fehlt jede Menge Wasser. So war es noch nie, dass knapp ein dreiviertel Meter an Pegel fehlt."

Und auch an Erdmanns jetztigem Arbeitsplatz sehe es nicht besser aus. Wo früher das Ufer war, stehen jetzt Bungalows für Feriengäste. Das Wasser hat sich um sechs bis sieben Meter zurückgezogen, erklärt er: "Die Situation ist zurzeit sehr, sehr schlecht. Es fehlt jede Menge Wasser. So war es noch nie, dass, sagen wir mal, knapp ein drei Viertel-Meter fehlt."
Und auch an Erdmanns jetztigem Arbeitsplatz sehe es nicht besser aus. Wo früher das Ufer war, stehen jetzt Bungalows für Feriengäste. Das Wasser hat sich um sechs bis sieben Meter zurückgezogen, erklärt er: "Die Situation ist zurzeit sehr, sehr schlecht. Es fehlt jede Menge Wasser. So war es noch nie, dass, sagen wir mal, knapp ein drei Viertel-Meter fehlt."
Und auch an Erdmanns jetztigem Arbeitsplatz sehe es nicht besser aus. Wo früher das Ufer war, stehen jetzt Bungalows für Feriengäste. Das Wasser hat sich um sechs bis sieben Meter zurückgezogen, erklärt er: "Die Situation ist zurzeit sehr, sehr schlecht. Es fehlt jede Menge Wasser. So war es noch nie, dass, sagen wir mal, knapp ein drei Viertel-Meter fehlt."
Und auch an Erdmanns jetztigem Arbeitsplatz sehe es nicht besser aus. Wo früher das Ufer war, stehen jetzt Bungalows für Feriengäste. Das Wasser hat sich um sechs bis sieben Meter zurückgezogen, erklärt er: "Die Situation ist zurzeit sehr, sehr schlecht. Es fehlt jede Menge Wasser. So war es noch nie, dass, sagen wir mal, knapp ein drei Viertel-Meter fehlt."
Und auch an Erdmanns jetztigem Arbeitsplatz sehe es nicht besser aus. Wo früher das Ufer war, stehen jetzt Bungalows für Feriengäste. Das Wasser hat sich um sechs bis sieben Meter zurückgezogen, erklärt er: "Die Situation ist zurzeit sehr, sehr schlecht. Es fehlt jede Menge Wasser. So war es noch nie, dass, sagen wir mal, knapp ein drei Viertel-Meter fehlt."

Folgen des Klimawandels?

Die Gründe für den Rückgang sieht der ehemalige Fischer im menschengemachten Klimawandel. "Die Sonne wird immer aggressiver", sagt Erdmann, "und wenn es fast gar nicht regnet, naja, dann kommt kein Wasser dazu." Wenn der Trend der letzten Jahre anhalte, befürchtet er eines Tages ganz auf dem Trockenen zu sitzen.

Martin Flade vom LandesumweltamtMartin Flade vom Landesumweltamt

Martin Flade von der Angermünder Außenstelle des Landesumweltamts will noch nicht explizit von Folgen des Klimawandels sprechen. Doch auch er bestätigt ein Niederschlagsdefizit von etwa der Hälfte der üblichen Menge in den vergangenen drei Jahren. "Es sind ungefähr 250 Liter pro Quadratmeter - und wir hatten relativ milde Winter mit wenig Schnee. Dadurch sind die Wasserstände überall gesunken. Und wir haben viele Seen, die keinen richtigen Zu- und Abfluss haben", sagt Flade.

Seen verdunsten vehement

Dem Uckermärkischen Umweltdezernenten Karsten Stornowski (SPD) zufolge, macht den Seen noch ein weiteres Phänomen zu schaffen: "Die Verdunstung von Seen erhöht sich vehement und das wird unterschätzt. Wir haben auch Temperaturerhöhungen, die prognostiziert werden und jetzt sichtbar werden."

Davon betroffen sei auch das Grundwasser, welches immer tiefer absacke. Für Stornowski sei es nun nötig, umzudenken. Zum einen müsse der Waldumbau vorangebracht werden, da Mischwälder als natürliche Wasserspeicher dienten. Zum anderen seien auch anderen Formen der Landwirtschaft gefragt. Laut Stornowski müssten beispielsweise zuvor künstlich trockengelegte Moorlandschaften wieder volllaufen dürfen, um das Grundwasser aufzufüllen.

Viel Zeit hierfür bliebe der sprichwörtlichen Sandbüchse Uckermark allerdings nicht mehr. "Wenn wir so weitermachen, wird die Region bald austrocknen", befürchtet der Umweltdezernent.

Sendung: Antenne Brandenburg, 23.11.2020, 14:10 Uhr

14 Kommentare

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  1. 14.

    Die Grünen sind immerhin die einzige Partei, die ein ernstzunehmender Umwelt- und Klimaschutz zugetraut werden kann, um die Probleme wie die Austrocknung Brandenburgs noch halbwegs aufzufangen. Gängeleien sollten nicht vorkommen. Allerdings ist dies auch immer eine Frage der Perspektive: Ich fühle mich vom Autoverkehr gegängelt und wünsche mir daher dafür drastische Einschränkungen.

  2. 13.

    Viel früher war der Wasserspiegel dort so oft zu hoch, dass man Gräben zog für den Abfluss. Zur Zt. der DDR wurde dann aber dort massenhaft Wasser für die Landwirtschaft entnommen. Wenn ich aber lese, dass der Fischer 1,5 m im Wasser gestanden hätte und im Hintergrund den Boots ?-Schuppen betrachte, der auch seine besten Jahre hinter sich hat erscheint mir vieles unglaubhaft. Unser See hier hatte im Hitzesommer so 2 cm weniger Wasser.

  3. 12.

    Einem bodenständigen fleißigen Fischer spreche ich gar nichts ab. Wenn er seine Erfahrungen dem Klimawandel zuschreibt ist das ernst zunehmen. Ich glaube nicht, das er "menschengemachter" Klimawandel gesagt und gemeint hat (bitte noch einmal nachlesen und verstehen). Man kann ihm so etwas auch tendenziell "in den Mund legen". Wir können das nicht überprüfen. Von grünen Politikern ist das Handeln, so wie von mir angemahnt, eher nicht zu erwarten. Tendenziell wollen diese moralisierend verbieten ... das sind aber keine Lösungen.

  4. 11.

    Das ist jetzt aber eine "neue Baustelle". Gebundenes Chlor ist im privaten Bereich zu vernachlässigen und wirklich kein Sondermüll ;-). Es muss auch nicht durch die Feuerwehr abgepumpt werden. Die Konzentrationen sind so gering, das man auch von "Impfung" sprechen kann (nicht zu vergleichen mit Schwimmbädern). Hat sich das freie Chlor verflüchtigt, kann man das Wasser an die Natur zurückgeben. In der Praxis wird das auch so gemacht. Aber nun genug von dieser unsinnigen moralisierenden Diskussion - sonst haben wir nach dem Kaminverbot bald auch ein Poolverbot usw. usf. - nur der VW-Bulli darf dann noch weiterfahren...

  5. 10.

    Gebundenes Chlor ist im privaten Bereich zu vernachlässigen und wirklich kein Sondermüll ;-). Es muss auch nicht durch die Feuerwehr abgepumpt werden. Die Konzentrationen sind so gering, das man auch von "Impfung" sprechen kann (nicht zu vergleichen mit Schwimmbädern). Hat sich das freie Chlor verflüchtigt, kann man das Wasser an die Natur zurückgeben. In der Praxis wird das auch so gemacht.

  6. 9.

    Soso - Sie sind also Doktor Allwissend und sprechen einem Fischer, der dort mit und vom See lebt, seinen Bildungstand bzw sein Wissen aufgrund gemachter Erfahrungen ab?
    Recht arrogant von Ihnen - finden Sie nicht auch?

  7. 8.

    Sind auch die Chloramine flüchtig, für deren Entstehung das Poolwasser überhaupt erst gechlort wir?

  8. 7.

    In dem man nichts macht und das Wasser stehen lässt. Chlor ist sehr schnell flüchtig. Man sieht es an der Farbe des Wassers.

  9. 6.

    Brandenburg verfeuert weiter Braunkohle. Ist nicht oft so, dass Regionen, die den Klimawandel maßgeblich mit anfeuern gleichzeitig auch stark betroffen sind. Leider ist das auch nicht fair, wie man vielleicht denken könnte. Denn die Verursacher bekommen von den Folgen selbst nix zu spüren.

  10. 5.

    Natriumthiosulfat (auch Fixiersalz genannt - Analogfotografie) ... sagt Google. Ich wusste es auch nicht.

  11. 4.

    Wie kriegt man denn den Chlor aus dem Poolwasser?-gechlort sind die bestimmt alle...

  12. 3.

    wenn Sie sich in Brandenburg umschauen, dann sehen Sie, dass flächendeckend die Wasserspiegel der Seen zurückgehen, nicht nur punktuell dort wo besonders viel Wasser entnommen wird. Die gemessenen Regenmengen sind ja auch entsprechend zurückgegangen, wie im Artikel berichtet. Der rbb sollte hier noch viel fundierter und allgemeiner berichten. Schließlich geht es um die Brandenburger und Mecklenburger Seen insgesamt, da hängt viel dran, Erholung, Tourismus, Fischerei, der Erhalt von Ökosystemen usw. usw.

  13. 2.

    Wer gibt Antwort: ? Wenn das Grundwasser immer weiter absackt stellt sich die Frage wer da wo und wieviel zur Trinkwassergewinnung o.ä. abpumpt. Schließlich wird doch oft genug das Abwasser nach Behandlung in Klärwerken oft genug in Flüsse oder Kanäle geleitet, die alle letztlich in die Ostsee fließen. Der Straussee in Strausberg verliert doch auch erst so viel Wasser und das erst nach Bau der neuen Brunnen. Alles Wasser, dass verdunstet kommt irgendwo als Regen zurück bis auf die Mehrmenge in der Luft als Feuchtigkeit.

  14. 1.

    "Die Gründe für den Rückgang sieht der ehemalige Fischer im menschengemachten Klimawandel." Der Mensch hat einen Einfluss, aber wie hat der Fischer das ermittelt oder wie hoch ist denn der menschengemachte Klimawandel (unter 1%)? Für links/grüne Meinungstreiber ist der sehr beliebte SUV schuld? Oder gar der Poolbesitzer (der das Wasser ja gereinigt und ohne Chlor, nach der Saison, wieder zurückgibt)? Was für eine wahnsinnige Unkenntnis. Komplexe Probleme bedeuten komplexe Antworten: Hochwasserschutz länderübergreifend, abgestimmt mit dem Niedrigwasserhaushalt unter Einbeziehung der Flüsse und Kanäle. Das grün geführte Ministerium hat bisher was genau erreicht? Gibt es Pläne in den Verwaltungen und bei den Versorgern? Das Interview mit Herrn Vogel zeigt deutlich, wie man Nichtstun mit Meinung kaschiert und so tut als ob...man hat ja auch den Maisanbau für Biogas/Biokraftstoffe wie E10 fehlerhaft favorisiert.

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