Saufänge in Spree-Neiße zur Bekämpfung der ASP.
Video: rbb|24 | 03.12.2020 | Material: Marie Stumpf, Brandenburg aktuell | Bild: rbb / Marie Stumpf

Afrikanische Schweinepest - Fallen sollen bei Wildschweinjagd in Brandenburg helfen

182 Fälle von Afrikanischer Schweinepest gibt es aktuell in Brandenburg. Am Dienstag wurden in der weißen Zone rund um das erste Kerngebiet Wildschweinfallen aufgestellt. Doch die Methode gegen die Ausbreitung der Seuche ist umstritten. Von Marie Stumpf

Ein großer Kasten aus Metall mit zwei Türen, vorne und hinten: So sieht eine der Fallen aus, die seit Dienstag in der weißen Zone bei Neuzelle im Landkreis Oder-Spree stehen. 120 sind es in der gesamten Zone um das erste Kerngebiet der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Sie sind mit Körnermais präpariert, um die Wildschweine anzulocken. Betreut werden die Fallen von Jägern des Landesforstbetriebes.

Weiße Zone fast vollständig umzäunt

Die Falle schließt nicht automatisch, sobald ein Schwein darin ist. Der Jäger sitzt in einiger Entfernung in seinem Auto und sieht per Videoübertragung, wie viele Schweine in der Falle sind. Die Jäger sind angehalten zu warten, bis möglichst viele Schweine drin sind und dann erst die Türen per Funk zu schließen. Danach werden die Schweine gezielt per Kopfschuss erlegt und anschließend beprobt. Die Methode ist unter Jägern umstritten, weil die Tiere nicht in freier Wildbahn geschossen werden.

Bevor die Fallenjagd allerdings losgehen kann, muss erst die weiße Zone vollständig umzäunt sein. Das soll in den nächsten Tagen passieren. Die Staatssekretärin für Verbraucherschutz des Landes, Anna Heyer-Stuffer (Grüne), rechnet nach eigener Aussage damit, dass der Zaun in den nächsten Tagen fertig wird.

Entspannung für Landwirte

Bisher galt ein Bewirtschaftungsverbot für Landwirte und Förster. Sobald die Zäune um die weiße Zone stehen, dürfen sie im ASP-Kerngebiet und in der weißen Zone wieder auf ihre Felder und in ihre Wälder. Allerdings mit Einschränkungen. Sie müssen ihre Felder vorher noch nach eventuell verendeten Wildschweinen absuchen. Und es darf zwar geerntet werden, aber die Ernte nicht außerhalb der Zone verkauft werden. Diese Einschränkungen gelten nicht für das Gefährdungsgebiet, da darf uneingeschränkt geerntet und verkauft werden.

Finanzierung

Finanziell dürfte das für Landwirte weiterhin Einbußen bedeuten. Laut der Tierseuchenverordnung sind die Landkreise verpflichtet, die Entschädigungen zu zahlen. Weil das die finanziellen Mittel der Kreise aber weit übersteigen würde, hat das Land Brandenburg schon vor längerer Zeit zugesagt zu helfen. Staatssekretärin Heyer-Stuffer bestätigte dem rbb, dass das Land dafür im nächsten Jahr 32 Millionen Euro eingeplant habe. Darin enthalten sind auch die Kosten für die jetzt aufgestellten Fallen.

Unklar bleibt, wann das Geld genau fließen wird. Beantragen können es Landwirte und Förster bereits jetzt.

Sendung: Antenne Brandenburg, 01.12.2020, 16:40

Beitrag von Marie Stumpf

5 Kommentare

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  1. 5.

    Endlich haben die Wild(schwein)hasser freie Bahn! Am besten gleich Wölfe, Waschbären und Stadtfüchse mit fangen und beballern. Ich musste allerdings lachen, als ich die Box sah... die Wildschweinderl hier in Zehlendorf/Kleinmachnich würden die Teile grunzend umwerfen, oder zu zehnt reintraben und sprengen. Ich fürchte, bei dem Teil ist der Wunsch der Vater des Gedankens....

    Ein fester Zaun anstelle eines "Vogelschutzgewebes" marke Volleyballnetz hätte vielleicht auch gereicht.

  2. 4.

    Toll ... die Sau ist tot. Ok, sie war gesund - shit happens.
    Kann man gefangene WIldsäue nicht erst beproben und dann entscheiden?
    Also natürlich nicht x-Tage in der Falle belassen - separieren z.B.

  3. 3.

    Fallen aufstellen ist eine uralte Methode der Menschheit , ok , Mammuts konnte man nicht in Fallen fangen

  4. 2.

    Doch die Methode gegen die Ausbreitung der Seuche ist umstritten.

    was ist in Deutschland nicht umstritten ?

  5. 1.

    " Die Methode ist unter Jägern umstritten, weil die Tiere nicht in freier Wildbahn geschossen werden. "

    das ist natürlich nicht waidgerecht , aber hier geht es um möglichst effektive Maßnahmen gegen die Ausbreitung der ASP .
    und zu " nicht in freier Wildbahn geschossen " : sitzen die Jäger nicht oft auf Hochsitzen , mit Nachtglas und Zielfernrohr ?? ist das waidgerecht ? bitte um Korrektur wenn ich mich irre. und nicht selten wurden Treiber angeschossen und tödlich verletzt

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