Archivbild: Till Backhaus (SPD), Landesagrarminister von Mecklenburg-Vorpommern, steht an der Grenze zwischen Polen und Deutschland an dem neuen Grenzschutzzaun zum Schutz vor der Afrikanischen Schweinepest neben der Figur eines Wildschweines. Ein Zaun soll im Fall der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) an der Grenze eine Überlaufen von Wildschweinen verhindern. (Quelle: dpa/S. Sauer)
Audio: Antenne Brandenburg | 14.01.2021 | Gernot Schmidt | Bild: dpa/S. Sauer

Brandenburg - Zaun zur Eindämmung der Schweinepest noch nicht fertig

Der Schutzzaun gegen die Afrikanische Schweinepest in Brandenburg läuft weiterhin. Der Zaun an der Grenze zu Polen sei noch nicht ganz fertiggebaut, sagte ein Sprecher des Umweltministerium. "Der Landkreis Uckermark hat erst am Montag mit seinem Zaunbau begonnen. In Frankfurt (Oder) geht es aufgrund von Kampfmittelfunden nur schleppend voran." Hier stünden noch sechs Kilometer Zaun noch aus.

Keine infizierten Wildschweine außerhalb der Kernzone in Märkisch-Oderland gefunden

In Märkisch-Oderland sind bislang 38 von insgesamt 72 Kilometer Zaun errichtet worden. "Wir haben aber einen Elektrozaun bis nach Hohensaaten hochgezogen, also den Oderdeich mit einem provisorischen Zaum abgesichert", sagte Landrat Gernot Schmidt (SPD) am Donnerstag dem rbb. Zudem sei man aktuell in der Kernzone, nahe der Insel bei Küstrin-Kietz, dabei die feste Zaunanlage zu installieren.

Schmidt zeigte sich froh darüber, dass außerhalb dieser Zone keine mit der Afrikanischen Schweinepest infizierten Tiere gefunden seien. Die zahlreichen Maisverschläge hätten die Wildscheine in dem Areal gehalten, sagte er weiter. Bereits fertiggestellt sind die Zaunabschnitte in Oder-Spree, im Barnim und Spree-Neiße.

 

Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) kritisierte am Mittwoch im zuständigen Landtagsausschuss, dass immer wieder Zäune beschädigt würden. "Wir haben immer wieder das Problem mit massivem Vandalismus", sagte die Ministerin. Feste Zäune würden niedergetreten und zerschnitten, Elektrozaun werde gestohlen. Sie warnte: "Der Infektionsschutz bei weiterhin sehr, sehr starkem Druck aus Polen heraus kann dann natürlich nicht gewährleistet werden."

Vandalismus an den Zäunen

Nach Angaben der Ministerin vom Mittwoch wurden bislang 478 tote Wildschweine mit Schweinepest in Brandenburg nachgewiesen. Rund um die Fundorte seien Zäune gebaut worden oder befänden sich teils noch im Bau, sagte Nonnemacher. Das Ziel sei dort, den Bestand von Wildschweinen stark zu senken. Auch eigene Suchhunde sowie Staffeln aus anderen Bundesländern - etwa aus Mecklenburg-Vorpommern - würden eingesetzt.

Die Tierseuche ist eine ansteckende Krankheit, die für die betroffenen Schweine fast immer tödlich verläuft und unheilbar ist. Für Menschen und für andere Tierarten ist sie nicht ansteckend oder gefährlich. Die Schweinepest wurde auch in Sachsen nachgewiesen.

Die Oberste Jagdbehörde in Brandenburg verlängerte die Jagdzeit auf Schalenwild - dazu gehören Wildschweine - über den 15. Januar hinaus bis Ende Januar für die von der Schweinepest betroffenen Kreise und die Städte Frankfurt (Oder) und Cottbus.

Sendung: Antenne Brandenburg, 14.01.2021, 14:30 Uhr

2 Kommentare

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  1. 2.

    Zäune über Wege? Da gab es doch eine Erfindung - ah, genau: Tore und Schleusentore ;)
    Reduziert vielleicht den "massiven Vandalismus" von Passanten.

  2. 1.

    In MOL ist der feste Zaun vielerorts über die Zufahrten zu Loosehöfen und über Fahrradwege gebaut worden. Dass der dann zerschnitten wird, ist doch wohl kaum verwunderlich. Viel mehr verwundert ( zumindest mich) die Planung dieser Zäune. Außerdem finde ich es sehr bedauerlich, dass, ganz ohne gesellschaftliche Diskussion, der Steuerzahler für diesen
    Zaun aufkommt. Einen Nutzen davon haben aber nur Schweinefleischerzeuger, die ihr Fleisch weltweit exportieren (Exportverbot weg. ASP in nicht EU-Länder wie China). Diese aber bekommen sowieso schon mehr als genug völlig ungerechtfertigte Förderungen aus dem EU-Agrarfond - mit den altbekannten Folgen Tierwohlmissachtung, Gülleseen und Zerstörung lokaler Märkte in der sog. dritten Welt. Bitte diskutieren!

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