Schweinebetrieb in Zinndorf bei Strausberg (Bild: rbb/Animal Rights Watch)
Video: Brandenburg Aktuell | 26.01.2021 | Michael Lietz | Bild: rbb/Animal Rights Watch

Märkisch-Oderland - 1.000 Schweine aus verwahrlostem Stall abtransportiert

1.000 Mastschweine aus einem Zinndorfer Mastbetrieb (Märkisch-Oderland) sind in andere Ställe gebracht worden. Tierschützer hatten zuvor auf unhaltbare Zustände hingewiesen. Selbst nach mehrmaligen Aufforderungen durch den Landkreis waren die Missstände in dem Betrieb mit insgesamt 3.000 Schweinen nicht beseitigt worden.

Ein Drittel der Tiere jetzt im Oderbruch

In den vergangenen Wochen hatte der Landkreis bereits einen Teil der Tiere abholen lassen und sich um einer Verbesserung der Zustände bemüht. "Wir haben die Futtersituation verbessert und die klimatische Situation, also Heizung und so weiter, in die Hand genommen. Wir werden den Betrieb auch in der nächsten Zeit begleiten", sagte Landrat Gernot Schmidt dazu.

Schweine aus Zinndorf nimmt unter anderem Landwirt Wolfgang Brand auf. Die Tiere würden schmutzig aussehen, machten aber einen gesunden Eindruck, sagte er dem rbb. "Man darf sie so nicht behandeln", betonte er zugleich. Brand sieht den Zinndorfer Landwirt aber auch in einer Zwickmühle: "Wenn ich einen Läufer [ein junges Schwein, Anm.d.Red.] für 70 Euro kaufe und stecke nochmal Futter für 70 Euro rein - und ich dann nur bis zu 120 Euro für ein Schwein bekomme, dann bin ich irgendwo am Ende", erklärte Brand, der die Tiere nun bis zur Schlachtreife behält.

Kreis verteidigt Handeln

Anfang des Jahres hatte die Tierschutzorganisation "Animals Rights Watch" Bilder aus dem Betrieb in Zinndorf bei Strausberg veröffentlicht. Kranke Tiere waren zu sehen, die in ihrer eigenen Gülle standen und auch schlafen mussten. Unhaltbare Zustände, die den Landkreis veranlassten, dem Bauern die Betriebserlaubnis für die Tierzucht zu entziehen. Die Vorwürfe waren schon seit längerem bekannt, gehandelt wurde aber erst nach Veröffentlichung der Bilder.

"Die äußeren Rahmenbedingen haben zu dieser Zuspitzung geführt, auch die Rahmenbedingungen im Betrieb. Wir mussten am Ende handeln", betont Schmidt. Es seien ja schon im Vorfeld massive Auflagen gestellt worden. "Es war am Ende aber notwendig, dass der Landkreis einen Schlussstrich zieht." Etwa 2.000 Schweine stehen jetzt noch in Zinndorf im Stall - unter Aufsicht des Landkreises. Bis spätestens Sommer sollen auch sie geschlachtet sein.

Sendung: Antenne Brandenburg, 26.01.2021, 16:10 Uhr

5 Kommentare

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  1. 5.

    "Alfred aus Eberswalde" - Der Verbraucher in Deutschland erfährt in nur sehr geringen Fällen woher das Schweinefleisch stammt, hier, wo das Schwein gemästet wurde. Die Deutschen essen überwiegend Schweinefleisch von Schweinen, die in Dänemark und anderswo gemästet wurden. Deutsche Schweine werden nach Polen und China importiert und dort verabreitet und auf dem Weltmarkt verkauft.

    Die grundsätzlichen Fragen, die sich der LR Gernot Schmidt nicht stellen will, ist:
    1)Weshalb wird eine derart überdimensionierte Anlage in einem wasserschutzrechtlichen Gebiet genehmigt? (Zinndorfer Mühlenfließ)
    2) Wieviel Schweinefleisch benötigt das deutsche Volk und weshalb fahren wir in Deutschland eine Überproduktion aus rein monitären Gründen und belasten damit unsere Lebensräume, Böden, Grundwasser und Trinkwasser?

  2. 4.

    Teure Autos, teure Handys und hastenichtgesehen, aber das Fleisch kann ruhig der billigste Mist sein. Und das alles auf Kosten der armen Tiere.

  3. 3.

    Icke kann dit oooch allet nicht mit an sehen und ooooch nicht verstehen, wie die Leute immer noch nach dem billigsten Fleisch greifen!

  4. 2.

    Dann gehen Sie bitte mit gutem Beispiel voran und kaufen kein Schweinefleisch im Supermarkt, so & nur so können SIe solche Zustände als Verbraucher verhindern.

  5. 1.

    Die Verwaltung ist kein Deut besser wie der der sich Bauer nennt, ekelhaft was hier möglich ist.
    Wie wir alle seit einem Jahr sehen können, die Natur hat die Schnauze voll von uns.....

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