Archivbild: Polizeitaucher bei der Arbeit (Quelle: dpa/Rob Engelaar)
Audio: Antenne Brandenburg | 27.01.2021 | Sabine Tzitschke/Dilan Polat | Bild: dpa/Rob Engelaar

Bislang kein Fund - Polizei sucht nach Leichen im Uckersee

Es klingt fast wie eine Räuberpistole. Doch die Polizei nimmt die Hinweise auf mögliche Gewaltverbrechen sehr ernst. Im Uckersee bei Suckow soll ein Mann aus dem Rotlichtmilieu Leichen versenkt haben. Bislang wurden keine sterblichen Überreste entdeckt.

Minutiös haben Polizeitaucher am Mittwoch den Uckersee abgesucht. Sie gehen Hinweisen nach, wonach ein Mann in dem Gewässer fünf Leichen entsorgt haben will. Und die Geschichte dazu liest sich wie ein Krimi.

Im Februar 2020 kommt ein Zeuge zur Polizei und sagt, ein Bekannter hätte ihm gestanden, dass er fünf Menschen umgebracht und in der Suckower Lanke versenkt hat. Den Tatverdächtigen kann die Polizei aber nicht mehr verhören, da dieser kurz nach seinem Geständnis stirbt. Seit vergangenem Sommer suchen Polizisten also nach den sterblichen Überresten.

Weitere Tauchtage geplant

Bis dato haben die Taucher der Brandenburger Polizei nichts gefunden. Aber aufgeben will man nicht. Deshalb sind noch weitere Tauchtage geplant. Allerdings gibt es bis auf eine Zeugenaussage - so unter dem Motto: Ich habe gehört, der hat gesagt - keine konkreten Anhaltspunkte. Nicht für die Tötungsdelikte, nicht dafür, dass fünf Menschen im Uckersee versenkt wurden.

Trotzdem nimmt die Polizei die Aussagen sehr ernst. Es gibt einen Kommissar in Berlin, der tatsächlich mit vielen vermissten Personen aus dem Rotlichtmilieu befasst war. Es seien immer wieder Menschen spurlos verschwunden, sagt er - auch in den 1990er Jahren - Männer und Frauen.

Trotz vager Anhaltspunkte wird Suche fortgesetzt

Bekannt ist, dass der inzwischen verstorbene, mutmaßliche Mörder, also der Selbstbezichtiger, oft am Uckersee gezeltet hat. Da sei es nicht ganz ausgeschlossen, dass man in der Wildnis andere spurlos verschwinden lassen kann. Daher werden die Behörden mit Nachdruck weitermachen, so die Aussage. Denn es bleibt natürlich die Pflicht, ein Verbrechen aufzuklären, egal ob ein Verbrecher tot ist oder nicht. Schließlich gibt es auch Angehörige von Verschwundenen, die ein Recht auf Klarheit haben. Und dann gibt es ja noch die beiden anderen Varianten: Entweder hat der Zeuge die Unwahrheit gesagt oder der Verstorbene.

Sendung: Antenne Brandenburg, 27.01.2021, 16:10 Uhr

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