Audio: Antenne Brandenburg | 03.02.2021 | Amtstierarzt Achim Wendlandt

Dritter Fall in Brandenburg - Geflügelpest in der Uckermark nachgewiesen - 14.000 Puten getötet

In Brandenburg gibt es einen neuen Fall der Vogelgrippe. Rund 14.000 Puten mussten in einem Betrieb in der Uckermark getötet werden. Das Virus hielt Einzug, obwohl der Hof in einem Gebiet liegt, in dem schon länger strengere Schutzmaßnahmen gelten.

Zum dritten Mal innerhalb weniger Wochen ist in einem Brandenburger Mastbetrieb die Geflügelpest nachgewiesen worden. Der Inhaber des Betriebs im Landkreis Uckermark hatte zunächst erhöhte Tierverluste festgestellt und das Veterinäramt informiert. Der Bestand wurde sofort durch die Behörde gesperrt. Im Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) wurde letztlich eine Variante des Geflügelpesterregers H5N8 nachgewiesen.

Nonnemacher: "Seuchensituation weiter angespannt"

Die 14.000 Mastputen am Standort wurden auf Anordnung des Veterinäramtes getötet. In dem Ort gilt bereits die seit dem 13. Dezember 2020 angeordnete Aufstallungspflicht. "Wie der Erreger trotz aller Vorsichtsmaßnahmen in den Betrieb gelangen konnte, wissen wir noch nicht. Der erneute Fall zeigt aber deutlich: die Seuchensituation ist weiterhin sehr angespannt. Ich bitte darum alle Geflügelhalter weiter um erhöhte Wachsamkeit", teilte Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) mit. Die Gefahr eines Eintrages des Geflügelpesterregers in Geflügelhaltungen wird durch das FLI weiterhin als hoch eingeschätzt.

Strenge Maßnahmen für Geflügelhalter

Das Veterinäramt des betroffenen Landkreises Uckermark hat die in der Geflügelpest-Verordnung vorgesehenen Schritte angeordnet. Dazu gehören die Einrichtung eines Sperrbezirkes im Radius von mindestens drei Kilometern und eines Beobachtungsgebietes im Radius von mindestens zehn Kilometern um den Ausbruchsbestand. Außerdem müssen Geflügelhalter nun etwa nach jedem Betritt ihres Stalls Schuhe und Kleidung wechseln und das Futter außerhalb der Reichweite von Wildvögeln aufbewahren. Die Maßnahmen gelten mindestens einen Monat.

Der zuständige Amtstierarzt Achim Wendlandt sagte dem rbb: "Der betroffene Stall wird jetzt gereinigt und desinfiziert. In der Zwischenzeit müssen alle Geflügelhalter in den Sperrgebieten kontrolliert und Proben genommen werden. Wenn sich soweit alles beruhigt und keine weiteren Anzeichen der Geflügelpest auftreten, können die Maßnahmen aufgehoben werden." Davon ausgenommen ist die Stallpflicht. Sie gilt in ausgewählten Gebieten der Uckermark bereits seit Mitte Dezember.

Dritter Fall in einem Betrieb

Es ist der dritte Fall in einem Nutzgeflügelbestand innerhalb weniger Wochen im Land Brandenburg. Der Geflügelpesterreger H5N8 war Ende Dezember 2020 in einer Kleinsthaltung im Landkreis Spree-Neiße und Ende Januar 2021 bei einem gewerblichen Putenbestand in der Prignitz festgestellt worden. Außerdem wurde das Virus in den zurückliegenden Monaten bei bislang sieben Wildvögeln in Brandenburg nachgewiesen. Zuletzt wurde Ende Januar im Landkreis Uckermark ein mit dem Virus infizierter Wildvogel aufgefunden.

Für Menschen gibt es nach bisherigem Forschungsstand nur ein sehr geringes Ansteckungsrisiko mit dem Geflügelpesterreger. Trotzdem empfiehlt das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) vorsorglich, dass Beschäftigte, die unmittelbaren Kontakt zu infizierten Tieren hatten, zehn Tage lang auf grippeähnliche Symptome achten sollen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 03.02.2021, 10 Uhr

13 Kommentare

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  1. 13.

    Ich freue mich, dass die Tiere von ihrem Leben vorzeitig erlöst worden sind und noch mehr, dass die Inhaber hoffentlich keinen einzigen Cent eingenommen haben. #govegan

  2. 12.

    Was durch eifrige Autofahrer in Wolfslake und Oberkrämer in den letzten Wochen ja auch bereits mehrfach passiert ist (Auch ich spare mir das Ironie off an dieser Stelle.)

  3. 11.

    Was ich damit sagen will: Anscheinend arbeiten desöfteren in einschlägigen Betrieben Menschen, die es mit Tierrechten nicht so genau nehmen-- und dann vllt. mit den Hygienemaßnahmen gegen H5N8 auch nicht...

  4. 10.

    Ich finde gehobene deutsche Sprache angesichts der allgemeinen fortschreitenden Sprachverflachung/-vereinfachung sehr angenehm zu lesen und auch die Bezeichnung "hielt Einzug" überhaupt nicht verniedlichend oder verharmlosend. Das wäre z.B. der Fall, wenn man von "neutralisieren" spricht im Zusammenhang mit dem Töten von Gegnern in kriegerischen Auseinandersetzungen. Zum Thema Puten: Gerade heute wurde im RBB-Vorabendprogramm über Tierquälerei in einem Putenmastbetrieb in OPR berichtet, der kurioserweise von einer Tierärztin geleitet wird. Diese beteuerte zwar, man hätte die betreffenden Mitarbeiter auf den gezeigten (durch Tierschützer heimlich gemachten) Videos ausgetauscht, aber ich weiß ja nicht...
    Wobei ich den Tierschützervideos auch nicht immer uneingeschränkt traue, speziell bei Nahaufnahmen kranker Tiere ohne den Hintergrund ist es gut möglich, dass Bilder aus mehreren Betrieben vermischt werden. Bei den Aufnahmen in der Totalen hat die Betriebsleiterin Verstöße eingeräumt.

  5. 9.

    Der Wolf natürlich! Deshalb muss er auch sofort "der Natur entnommen" werden! Muss ich noch "Ironie off" schreiben?

  6. 8.

    Ich hoffe das der Mensch von Mutter Natur bald in die Knie gezwungen wird und endlich anfängt über sein Verhalten gegenüber allen Lebewesen nachzudenken und vor allem über sein übertriebenen Fleischkonsum !!!

  7. 6.

    Wer ist nun der größere Abschlachter ?
    Der Wolf oder der Mensch ?

  8. 5.

    Die Tiere werden so oder so nicht leben gelassen. Sie hätten ansonsten eventuell ein paar Monate länger zu leben, bevor sie geschlachtet werden. Wenn das einen stört sollte man einfach aufhören ihr Fleisch zu essen.

  9. 4.

    Ich finde es ganz furchtbar wie wir mit anderen Lebewesen umgehen.

  10. 3.

    Warum kann man die Vögel nicht leben lassen?
    Wenn sie die Krankheit überwunden haben, sind sie doch immun und die Kinder ebenfalls?
    Warum wird immer alles gleich getötet, was man nicht mehr braucht?
    Schrecklich!

  11. 2.

    Ja, leider. Es kotzt mich auch an, dass tausende Tiere sterben müssen, nur weil der Mensch Billigfleisch will.

  12. 1.

    "Das Virus hielt Einzug" klingt beim Tod von tausenden Lebewesen, die dem Billigwahn zum Opfer fallen, ziemlich niedlich, oder?

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