Ein Eurocity steht am 15.02.2021 zwischen Berlin und Frankfurt nach einem Brand der Windschutzscheibe infolge von Steinwurf auf freier Strecke. (Quelle: BLP)
Audio: Antenne Brandenburg | 16.02.2021 | Michel Nowak | Bild: BLP

Bahnstrecke Berlin-Frankfurt (Oder) - Eurocity gerät nach Steinwürfen in Brand

Zwei Kinder haben durch Steinwürfe einen Brand in der Lok eines fahrenden Zugs ausgelöst. Ein Stein traf die Frontscheibe, offenbar durch auslaufendes Öl und beschädigte Heizdrähte entstand ein Feuer. Der Fahrzeugführer musste ins Krankenhaus.

Nachdem ein Eurocity (EC 48) auf der Bahnstrecke Frankfurt (Oder)- Berlin mit Steinen beworfen und beschädigt wurde, hat die Bundespolizei zwei Kinder als mutmaßliche Täter ausgemacht.

Wie ein Sprecher sagte, hätten Zeugen beobachten, wie ein elf- und ein 13-jähriger Junge den Zug mit Steinen bewarfen. Bei Jacobsdorf (Oder-Spree) wurden die Kinder in Gewahrsam genommen und später den Erziehungsberechtigten übergeben. Beide sollen aus Frankfurt (Oder) stammen. Gegen sie wird wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr und Sachbeschädigung ermittelt.

Am frühen Montagnachmittag sollen die Jungen Steine auf den Zug geschleudert haben. Nach ersten Ermittlungen gaben sie an, sie hätten Steine über den Zug hinüber werfen wollen. Sie trafen jedoch die rechte Frontscheibe der Lok, die bei Tempo 170 splitterte. In Folge brach ein Feuer im Zugcockpit aus.

Ein Eurocity steht am 15.02.2021 zwischen Berlin und Frankfurt nach einem Brand der Windschutzscheibe infolge von Steinwurf auf freier Strecke. (Quelle: BLP)
Bei Fangschleuse kam der Zug zum Stoppen. | Bild: BLP

Lokführer mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung

Der Lokführer stoppte den Eurocity, kam nahe des Bahnhofs Fangschleuse (Oder-Spree) zum Stehen. Er konnte die Flammen noch vor dem Treffen der Feuerwehr selbst löschen, hieß es. Mit dem Verdacht auf Rauchgasvergiftung musste der 53-Jährige Lokführer in ein Krankenhaus gebracht werden. Die Bahnstrecke Frankfurt(Oder)- Berlin war für mehr als eine Stunde voll gesperrt. Auch danach kam es zu massiven Verspätungen im Zugverkehr.

Steinwürfe werden von der Bundespolizei nicht als "Kavalierdelikt" gewertet. Es handele sich um eine hochriskante, lebensbedrohliche Aktion, sagte Polizeisprecher Jens Schobranski dem rbb-Studio Frankfurt. Er mahnte: "Das Auflegen von Hindernissen oder Bewerfen von Zügen sind keines Falls 'Dumme-Jungen-Streiche', sondern sind gefährlich und strafbar. Insbesondere Jugendliche unterschätzen dabei häufig die Folgen ihrer Taten."

Öl durch Strom vermutlich in Brand geraten

Feuerwehrkräfte vermuten, dass der Führerstand aufgrund der Scheibenkonstruktion in Brand geriet. Die Front bestehe aus zwei Scheiben, die voneinander durch eine Ölschicht und eine Folie getrennt sind, sagte Norman Elsner, Chef der Feuerwehr Grünheide dem rbb. Mutmaßlich geriet Öl in Brand, als es mit der Scheibenheizung in Kontakt geriet. Die Unfallanalyse laufe noch, sagte Schobranski.

Geprüft wird demnach auch, wer für die Schäden haftet. Die Eltern müssten sich möglicherweise wegen einer Aufsichtspflichtverletzung verantworten. Die Lok ist inzwischen in eine Werkstatt nach Polen abtransportiert worden. Im Zug selbst befanden sich zum Unglückszeitpunkt knapp 30 Passagiere. Sie wurden nicht verletzt.

Sendung: Antenne Brandenburg, 16.02.2021, 16:10 Uhr

27 Kommentare

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  1. 27.

    Das ist ein allgemeiner Irrtum: Eltern haften nicht für ihre Kinder. Sie können höchstens ihre Aufsichtspflicht verletzen.
    Das allerdings nachzuweisen ist nicht sehr einfach.

  2. 26.

    Es gilt immer der Zeitpunkt der Tat. Wie will man jemanden der nicht straffähig ist bestrafen?

    13 und 11 ... sind keine 14.

    Die brauchen also sich nie dafür Verantwortung übernehmen da ja die Eltern dafür haften.

    Gibt also die nächste Zeit kein Taschengeld mehr Strafe wird es nicht geben. Maximal noch Hausarrest aber das war es dann.

  3. 25.

    Wie bitte? wollen sie jetzt ernsthaft dem Lokführer eine Mitschuld geben oder wie? Nee ne?

  4. 24.

    Sie haben es erkannt... die Kinder sind nicht in der Schule.

    Beschäftige die Kinder ansonsten beschäftigen sie dich.

    Hier sind aber die Aufsichtspersonen auch zunehmend die wohl nicht wirklich aufgepasst haben. Ja 13 und 11 Jahre da muss man nicht die ganze Zeit dabei sein. Nur sollte man den Kindern erklären das Gleise kein Spielplatz und Steine nur die Doofen werfen.

  5. 23.

    Ähhh es ist bekannt das alles Zu ist was Sie aufgezählt haben?

    Ich meine ja nur das die Rotzlöffel wohl zu viel Langeweile hatten und nicht wussten wie man die Zeit rumkriegt. Ist natürlich keine Entschuldigung für das Verhalten der beiden.


    Es heißt nicht umsonst... beschäftige die Kinder ansonsten beschäftigen sie dich ...

    Aber wie schon gesagt es ist alles geschlossen und daher keine Freizeitgestaltung vorhanden. Hätten Sie ja auch drauf kommen können.

  6. 22.

    Vermutlich wird es so kommen. Ich würde mir jedoch schon wünschen, dass die Kinder ein paar Arbeitsstunden zur Wiedergutmachung ableisten müssen.

  7. 21.

    Das sind immer noch Kinder und wenn überhaupt, haben hier die Eltern die Verantwortung und in der Erziehung etwas vergessen zu vermitteln... mal drüber nachdenken. Aber so eine Hetze und Feinbilderzeugung sind heutzutage unangebracht und nicht zeitgemäß. Danke !

  8. 20.

    Tatsache ist erst einmal, dass die Kinder juristisch gesehen strafunmündig sind. Den Eltern nachzuweisen, dass sie die Aufsichtspflicht bei einem 11 und 13-Jährigen verletzt haben, dürfte auch nicht ohne weiteres möglich sein. Gerade falls sie gearbeitet haben sollten und keine Präsenzschule ist. Insofern wird niemand bestraft und keiner muss für den Schaden aufkommen. Sofern die Eltern so vernünftig sind eine Privathaftpflichtversicherung zu haben zahlt diese.

  9. 19.

    Dass die von Ihnen genannten Freizeitaktivitäten derzeit aus gutem Grund nicht möglich sind, sollte eigentlich klar sein. Trotzdem sollten Kinder wissen, dass man keine Steine schmeißt. Allerdings erscheint es mit ein wenig fragwürdig, ob ein kindlicher Steinwurf wirklich einen Brand auf einer Lok auslösen kann. Das wird aber genau zu ermitteln sein. Und wenn da tatsächlich ein kausaler Zusammenhang besteht, sollten die Kinder sich einen guten Beruf suchen, in welchem sie gutes Geld verdienen, um so schnell wie möglich die Schulden abzubezahlen. Die lassen sich nämlich auch durch eine Privatinsolvenz nicht aus der Welt schaffen.

  10. 17.

    Egal wie dumm das von den Kindern war, aber hätten sie genug Auslastung wäre sowas innerhalb der Woche mit Schulpflicht nicht passiert. Erziehung passiert offensichtlich nicht nur zu Hause, also brauchen die Kinder auch eine starke Hand an der Seite, die ihnen ein korrektes Bild von Moral vermittelt.

    Ohne Schule und soziale Einrichtungen läuft die Welt schief, also macht die sch... Schulen einfach wieder auf!

  11. 16.

    An einem frühen Montagnachmittag gehören Kinder in die Schule, in eine AG, nehmen an Vereinssport teil, treffen sich im Jugendfreizeitzentrum... Finde den Fehler

  12. 15.

    Warum haben die Züge keine hochauflösenden Kameras mitlaufen? Damit könnte man auch prima den Zustand der Strecke auswerten per KI, und man hat die Dummen die es leider gibt auf der Welt auch mit drauf.

  13. 14.

    Dumm Tüch, was Sie hier schreiben. Wen interessiert in diesem Falle die Geschwindigkeit, auch mit weit weniger Tempo wäre der Schaden eingetreten, und Menschen hätten schwer verletzt werden können. Ich glaube, den Flitzpiepen sind die Folgen ihres "Spasses" gar nicht bewussten gewesen, was aber keine Entschuldigung ist.

  14. 13.

    Wieder schön vom Thema abgewichen! Das Problem ist nicht die Geschwindigkeit, sondern das Steine geworfen wurden. Das ist wohl einigen entgangen. Der Bericht ist zur Information und an sich selbst korrekt.

  15. 12.

    Jaja, sie wollten also angeblich den Stein über den Zug werfen. Und trafen "aus Versehen" direkt die Frontscheibe .....
    Mit 13 Jahren sollte man wohl wissen, dass man keine Steine auf Fahrzeuge wirft.

  16. 11.

    Ganz einfach die zulässige Geschwindigkeit wird, im gegensatz zum Auto, bis auf wenige Ausnahmen wo es technisch nicht möglich ist, ständig überwacht. Und der Tf wird bei Überschreitung der zulässigen Geschwindigkeit gewarnt, bzw. das Fahrzeug ggf. zwangsgebremst. Deswegen können die beiden Geschwindigkeitsangaben schon in einem gewissen Widerspruch stehen.
    Klar gibt es auch eine Toleranz , bzw. Ungenauigkeit, aber wie groß diese genau ist vermag ich auch nicht zusagen. Diese Frage könnte ein Tf warscheinlich am ehesten beantworten.
    Die genaue Geschwindigkeit würde wenn im Fahrtenschreiber des Fahrzeuges stehen, diese Auszuwerten wäre wenn denn Sache der Ermittlungsbörden.

  17. 10.

    Für mich ist dieses Hirnlos egal wer so etwas getan hat hier geht's um Menschenleben.

  18. 9.

    Das muss ja nicht gleich falsch recherchiert sein - warum kann der Zug nicht 10 km/h schneller als normal unterwegs gewesen sein? Vielleicht musste er eine kleine Verspätung aufholen - pipapo. Ist aus meiner Sicht völlig unerheblich - oder soll jetzt der Lokführer mit schuld sein?

  19. 8.

    Gut es war ein Unfall und die Eltern werden zur Rechenschaft gezogen. Aber wie krank ist unsere
    Gesellschaft wenn ich hier lese ob es nun 170 km/h sind oder nur 100. sind wir wieder dabei es
    Schön zureden.

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