Julia Klöckner (CDU), Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, lächelt während der Auftaktveranstaltung zum Start des Bundeszentrums Weidetiere und Wolf und hält am 31.03.2021 ein braunes Lamm der Coburger Fuchsschafe auf dem Arm. (Quelle: dpa/Soeren Stache)
Audio: Antenne Brandenburg | 31.03.2021 | Maximilian Horn | Bild: dpa/Soeren Stache

Bundeszentrum in Eberswalde - Co-Existenz von Wölfen und Weidetieren wird untersucht

Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) hat am Mittwoch das neue Bundeszentrum Wolf und Weidetiere eröffnet. Es soll sich künftig unter anderem mit der Frage befassen, wie Wölfe und Weidetiere besser nebeneinander existieren und Interessenkonflikte verringert werden können. "Nicht nur der Wolf hat Schutz verdient. Sondern auch Weidetiere haben Schutz verdient", sagte Klöckner in Eberswalde.

Symbolbild: Ein Wolf (Canis lupus) am 20.04.2020 in einem Gehege im Wildpark Schorfheide. (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
Bereits 50 Rudel leben in Brandenburg wieder. | Bild: dpa/Patrick Pleul

Ansprechpartner sollen bei Problemen weiterhelfen

In dem "Zentrum zur Lösungsfindung", wie Klöckner die neue Einrichtung nannte, sollen die in den Bundesländern angewandten Herdenschutzmaßnahmen wie Zäune und Herdenhunde gesammelt und bewertet werden. Bestehende Methoden sollen verbessert und Fragen der Finanzierung des Herdenschutzes geklärt werden. Auch der Dialog zwischen Weidetierhaltern, Verbänden des Naturschutzes und der Öffentlichkeit steht auf der Agenda. Bei tiefergehenden Problemen stehen auch Ansprechpartner für alle Bundesländer zur Verfügung.

Seit Jahren nimmt die Zahl der in Deutschland lebenden Wölfe zu. 128 Rudel und 35 Wolfspaare sowie zehn sesshafte Einzelwölfe sind nach Daten des Bundesamtes für Naturschutz für das Monitoring-Jahr 2019/20 bestätigt. Die meisten Tiere sind in Brandenburg heimisch. 2020 wurden knapp 50 Wolfsrudel gezählt. Deutschlandweit wurden den Angaben zufolge 2019 rund 2.900 Weidetiere von Wölfen verwundet oder gerissen.

Neues Zentrum in Eberwalde angesiedelt

Das neue Zentrum ist Teil der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) und räumlich am Thünen Institut für Waldökosysteme angesiedelt. Für die Jahre 2021 und 2022 wird die Einrichtung mit jeweils 300 000 Euro und drei Vollzeitkräften ausgestattet. Derzeit
laufe das Ausschreibungsverfahren für die Stellen. In einigen Monaten soll es nach Angaben des BLE losgehen.

Regulierung des Wolfsbestands soll kein Tabu sein

Der Deutsche Bauernverband begrüßte die Einrichtung des Zentrums, mahnte jedoch, es dürfe sich nicht nur auf Fragen des Zaunbaus und Herdenschutzes beschränken, sondern müsse auch die Regulierung des Wolfes mit einbeziehen. "Vor allem müssen Wölfe und Rudel, die wiederholt Weidetiere reißen, konsequent entnommen werden", sagte Verbandspräsident Joachim Rukwied.

Die Weidetierhaltung werde in Deutschland dringend gebraucht, unterstrich die agrarpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, Kirsten Tackmann. Die Rückkehr des Wolfes sei eine Belastung, mit der die Betroffenen nicht allein gelassen werden dürften.

Sendung: Antenne Brandenburg, 31.03.2021, 16:40 Uhr

14 Kommentare

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  1. 14.

    Zitat: "Wo kommen wir denn hin wenn jeder Bürger ohne Angst im Wald rumspaziert wie früher." . . . "Man könnte ja mal dran denken die Bürger mit einem Naturprodukt zu versorgen ( Rehbraten ). Der ist leider nicht für Normalbürger zu haben. Jungrehe -Kitze- sind für den Wolf bestimmt."

    Wölfe stellen eine Bedrohung für Waldspaziergänger dar? Das wäre mir neu. Und Ihre Aussage zu "Rehbraten", der ohne die Wölfe dem "Normalbürger zur Verfügung gebracht werden könnte, ist ja wohl, nun ja, ziemlich 'lustig', TRAM88.

  2. 13.

    Zitat: "Also sollten die Steuergelder lieber für eine Prämie für erlegte Wölfe verwendet werden. Alles andere ist grüner Blödsinn!"

    Ja genau, man sollte weniger "grünen Blödsinn" wie Umwelt-, Naturschutz und Tierwohl fördern, als vielmehr das Gegenteil davon subventionieren. Die übervollen Fleischtheken in den Supermärkten, aus denen jährlich hunderttausende Tonnen im Müll landen, haben schließlich einen unstillbaren Hunger nach billigem Nachschub.
    Und Tiere die nicht der billigen Nahrungserzeugung dienlich sind oder den Menschen zum Streicheln einladen, sollte man einfach wegballern.

  3. 11.

    Haben sie das nie ihre Mutter gefragt ? Ganz früher waren die Menschen eben irgendwann da wie die Tiere. Zuerst im Einklang mit der Natur. Dann wollte man die Natur besiegen; zum Untertan machen und das ging so schief. Heute brauchen aber nur einige die anderen Menschen weil einige wie Wölfe sind. Oder so-irgendwie.

  4. 10.

    Diese Frage deuten die Wolfbefürworter als Provokation. Wo kommen wir denn hin wenn jeder Bürger ohne Angst im Wald rumspaziert wie früher. So viele Schäden durch Wölfe geht der Dame mit dem Lamm ( Foto ) doch wohl sonstwo vorbei. Man könnte ja mal dran denken die Bürger mit einem Naturprodukt zu versorgen ( Rehbraten ). Der ist leider nicht für Normalbürger zu haben. Jungrehe -Kitze- sind für den Wolf bestimmt. Der Wolf ist aber listig und holt sich obendrein die Lämmchen oder mehr. Freie Auswahl hat der ja.

  5. 9.

    Zitat: "Wozu brauchen wir in Deutschland Wölfe?"

    Wozu brauchen wir in Deutschland überhaupt noch Tiere, die nicht der billigen Nahrungserzeugung oder als Haustier dienen? Das ist eine Frage, die man sich wirklich mal stellen sollte.

  6. 8.

    Vom intrinsischen Wert habe ich gehört, aber nicht gwöhrt. Auch habe ich darüber nachgedacht, wozu ich wichtig bin. Das hier niederzuschreiben nimmt aber zu viel Zeit und Platz in Anspruch.

  7. 7.

    Wirklich-jetzt!?! Schon mal was vom INTRINSISCHEN WERT gwhört?! ....!! Eine Frage, dieich dazu immer gern zurück stelle: "Wozu bist du /sind Sie denn wichtig? Wozu braucht man Sie?" Denken Sie mal darüber nach!!!!

  8. 6.

    Wenn Wölfe mal die Gegenfrage stellen würden, wozu brauchen wir Menschen!

  9. 5.

    Diese Frage stelle ich mir auch immer. Bislang ist keine erhellende Antwort gegeben worden. Die Frage die sich mir jetzt stellt, ist die, ob dafür Steuergelder verschwendet werden müssen? Wolf und Weidetier haben sich noch nie vertragen. Also sollten die Steuergelder lieber für eine Prämie für erlegte Wölfe verwendet werden. Alles andere ist grüner Blödsinn!

  10. 4.

    Zwischen Löwen und den Nutztieren in Afrika soll es ja auch eine wunderbar funktionierende Co-Existenz geben. Eifach mal dort bei den Bauern nachfragen.

  11. 3.

    Frau Klöckner eröffnet ein Bundeszentrum ohne Angestellte für das Zentrum? War sie zur Eröffnung Alleinunterhalterin? Aber es ist schon mal ein Anfang, immerhin ist Frau Klöckner nun wenigstens im "Zentrum für Lösungsfindung".

  12. 2.

    Wozu brauchen wir in Deutschland Wölfe?

  13. 1.

    Ich hoffe mal, das vorsorgliche Abschlachten von Nutzvieh wird mit einberechnet.
    Nur mal so die Frage, wie viele Puten wurden im Land Brandenburg bisher gekeult und verbrannt ?

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