Organisierte Kriminalität - Weitere Festnahme nach Razzia in Ostbrandenburg

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Audio: Antenne Brandenburg |15.03.2021 | Audio: Dorett Kirmse | Bild: Marie Stumpf/rbb

Kiloweise Kokain und Marihuana, dazu mehrere hunderttausend Euro Bargeld haben Polizisten bei Razzien Anfang Februar in Frankfurt (Oder) und im Landkreis Oder-Spree gefunden. Fünf Männer wurden festgenommen. Jetzt gab es eine weitere Festnahme.

Nach einer Drogenrazzia in Frankfurt (Oder) Anfang Februar hat die Staatsanwaltschaft am Montag neue Details bekannt gegeben. Unter anderem wurde ein weiterer Beschuldigter festgenommen. Nach Angaben der Frankfurter Staatsanwaltschaft wurden bislang insgesamt sechs Männer im Alter zwischen 24 und 47 Jahren verhaftet.

Bei dem zuletzt Festgenommenen handelt es sich um einen 24 Jahre alten Mann aus Frankfurt (Oder). Der Hobby-Rapper thematisiert in seinen Songs illegale Geldgeschäfte. Er soll einer Rockervereinigung angehören, die als Unterstützerclub der Hells Angels gilt. Dem Mann wird genau wie den anderen fünf Festgenommenen Drogenhandel in großem Stil vorgeworfen. Einer von ihnen, ein 34-Jähriger aus Fürstenwalde wurde mittlerweile aus gesundheitlichen Gründen aus der Untersuchungshaft entlassen. Alle anderen befinden sich weiter in unterschiedlichen Haftanstalten.

Organisierter Drogendeal

Zwischen März und Juni vergangenen Jahres sollen sie unter anderem Marihuana und Kokain im Wert von mehr als zwei Millionen Euro verkauft haben. Bereits Anfang Februar wurden unter anderem in Frankfurt, Müllrose und Fürstenwalde insgesamt 40 Wohnungen, Restaurants und Geschäftsräume durchsucht.

Dabei wurden unter anderem 55 Kilogramm Marihuana, zehn Kilogramm Kokain und 300.000 Euro Bargeld gefunden. Unter den Festgenommenen war auch ein 47 Jahre alter Gastronom aus Frankfurt, der in der Oderstadt und in Müllrose mehrere Restaurants betreibt. Über zwei Millionen Euro an Werten aus den Drogengeschäften, unter anderem Luxuslimousinen, hat die Staatsanwaltschaft eingezogen.

Verschlüsselte Handydaten halfen bei Ermittlungen

Staatsanwältin Ricarda Böhme führte aus, dass die Ermittlungen seit Anfang 2020 andauern würden: "Wir hatten einen Anfangsverdacht aufgrund von Zeugenaussagen, darüber hinaus kamen verschlüsselte Handydaten."

Ob die verschlüsselten Handydaten aus dem sogenannten Encrochat stammen, scheint zwar wahrscheinlich, die Frankfurter Staatsanwaltschaft will sich dazu allerdings nicht äußern. Vor allem Straftäter benutzen diese verschlüsselten Handysysteme, die nicht abgehört und deren Nachrichten nicht zurückverfolgt werden können. Doch im vergangenen Jahr konnten französische und niederländische Polizisten eines dieser Systeme knacken und Millionen Daten sichern, die bereits zu zahlreichen Ermittlungen, auch in Ostbrandenburg, geführt haben.

Die Ermittlungen der Frankfurter Staatsanwaltschaft dauern noch an.

Sendung: Antenne Brandenburg, 15.03.2021, 15:10

4 Kommentare

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  1. 3.

    Wer im z... aus der Mediathek die Reihe ,,Der Clan der Ndrangheta" gesehen hat, weiß das der Erfolg nur ein Tropfen auf den heißen Stein war!

  2. 2.

    Einfach aus Interesse und weil ich mir die Musik mal anhören möchte: Wer ist der Rapper? Kennt man den? :-)
    Danke für die Berichterstattung und Lieben Gruß <3

  3. 1.

    Die gesamte Rockerszene muss systematisch durchkämmt werden, wenn sich keine rechtsfreien Räume bilden sollen.

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