Gefahr für die Umwelt befürchtet - Aktivisten überreichen Petition gegen Oderausbau

Dreharbeiten im Nationalpark Unteres Odertal (Quelle: rbb) (Quelle: rbb)
Audio: Antenne Brandenburg | 05.03.2021 | Klaus Lampe | Bild: rbb

Eine Petition mit mehr als 4.000 Unterschriften für die Bewahrung der naturnahen Flusslandschaft wurden am Montagmittag in Potsdam übergeben. Gleichzeitig fand die Übergabe einer polnischen Petition bei der Vertretung der Europäischen Kommission in Wrocław (Polen) statt. Über die Landesgrenze hinweg engagieren sich deutsche und polnische Organisationen gegen den geplanten Ausbau der Oder. Anlass ist der Internationale Aktionstag der Flüsse.

Ausbauvorhaben stark kritisiert

Die beiden Initiatorinnen der deutschen Petition sind Katrin Dobbrick aus Stolzenhagen (Barnim) und Elizabeth Pankhurst aus Hohenwutzen (Märkisch-Oderland). Letzten Sommer starteten sie die Aktion digital. In der Petition gegen den geplanten Oderausbau wird die Politik zum Handeln aufgefordert.

Ihre Kritik lautet vor allem, dass das geplante Ausbauvorhaben für die Oder seltene Arten gefährden könne. Zudem komme es zu einem massiven Eingriff in den Landschaftswasserhaushalt, die Grundwasserneubildung und die natürliche Fließdynamik der Oder. Befürchtet wird auch ein steigendes Hochwasserrisiko. Unterstützt wird die Online-Petition von den Brandenburger Naturschutzverbänden Nabu und Bund.

"Mit Hilfe der europäischen Wasserrahmenrichtlinie sollen unsere Flüsse seit 20 Jahren wieder ein Stück weit lebendiger werden", erklärte Brandenburgs Nabu-Vorsitzender Friedhelm Schmitz-Jersch: "Das Ausbauprojekt an der Oder wirkt hier wie aus der Zeit gefallen und steht dem entgegen." Der Ausbau der Oder würden die erfolgreiche Naturschutzarbeit der vergangenen 30 Jahre durchkreuzen betonte Schmitz-Jersch. Wenn weiterhin an dem Oderausbau politisch festgehalten werde, müssten die Umweltverbände im Zweifel juristisch dagegen vorgehen.

Einengung und Vertiefung der Oder geplant

Mit der Verbesserung des Hochwasserschutzes argumentiert seit Jahren die polnische Seite, um die Pläne zum Ausbau der Oder voranzutreiben. Das Flussbett soll vertieft und durch Längsdämme verengt werden. Damit soll eine konstante Wassertiefe und eine höhere Fließgeschwindigkeit erreicht werden. Wirtschaftliche Interessen gibt es allerdings auch auf deutscher Seite. Die Schwedter Papierfabrik Leipa möchte vom dortigen Hafen aus mit Küstenmotorschiffen die Ostsee erreichen. Dafür müsste jedoch ein Teilabschnitt der Oder in Richtung Stettin ausgebaggert werden. Leipa sieht jedoch keinen Zusammenhang mit den übrigen Ausbauplänen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 15.03.2021, 12:30

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