04.12.2018, Brandenburg, Groß Schönebeck: Ein Wildschwein (Sus scrofa) liegt auf dem Waldboden (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
Bild: dpa/Patrick Pleul

Offener Brief - Landwirte schlagen wegen Schweinepest bei Merkel Alarm

Schweinehalter aus Ostdeutschland haben sich mit einem Hilferuf an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gewandt. Sie solle den Kampf gegen die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) zur Chefsache machen und koordinieren. Länder und Landkreise gingen "nicht grundlegend und mit der nötigen Durchsetzungskraft" gegen die Seuche vor, hieß es am Dienstag in einem offenen Brief der fünf Schweinehalter-Verbände aus Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen.

Die Seuche kostet die deutsche Schweinefleisch-Branche mit ihren 23.000 Betrieben nach Angaben der Verbände jährlich mehrere Milliarden Euro. "Etliche landwirtschaftliche Betriebe mussten wegen der Folgen der ASP schon aufgeben, viele weitere stehen vor dem Ruin", hieß es in dem Schreiben.

Übersprung aufs Hausschwein wäre ruinös

Die Afrikanische Schweinepest grassiert seit September 2020 unter Wildschweinen in Deutschland. Bislang sind Brandenburg und Sachsen betroffen mit rund 900 verendeten Tieren, bei denen die Krankheit nachgewiesen wurde. Sie ist für Menschen ungefährlich, für Hausschweine endet sie aber meist tödlich.

Ein Überspringen der Seuche auf Hausschweine würde nach Einschätzung der Verbände "sofort einen weiteren ruinösen Preisverfall bewirken." Der Preis für Schweinefleisch sei bereits stark gesunken, weil wichtige Abnehmer fehlen. Es bestehen Ausfuhrverbote von Schweineteilen in Nicht-EU-Staaten, besonders in asiatische Länder.

Bau des Schutzzauns kommt nur schleppend voran

Der Bau von Schutzzäunen komme nur schleppend voran, für die Ausrottung der Seuche gebe es kein schlüssiges Konzept, kritisierten die fünf Verbände. Der Bund verweise an die Länder, die Länder verwiesen an die Landkreise und die Kreisverwaltungen hätten nicht die nötigen finanziellen Mittel, um mit professionellen Zaunbaufirmen schnell und gründlich Gebiete abzusperren.

Der offene Brief wurde im Übrigen von den Vorsitzenden der Interessengemeinschaften der Schweinehalter Brandenburgs, Sachsens und Thüringens, vom Vorsitzenden des Schweinewirtschaftsverbandes Sachsen-Anhalt sowie dem Fachausschussvorsitzenden der Schweinehalter im Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern unterschrieben.

Sendung: Antenne Brandenburg, 06.04.2021, 10 Uhr

3 Kommentare

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  1. 3.

    ... Warum tut mir das nicht Leid? Die Bauern müssten einen Tag wie Ihre Schweine leben. Dann wüssten sie, was Elend ist! Wir brauchen eine neue und andere Ernährung. Dafür muss man bei Merkel auf der Matte stehen!

  2. 2.

    "Landwirte schlagen wegen Schweinepest bei Merkel Alarm"
    Könnte auch zweideutig sein - die Überschrift. Ich wünsche ihr mal vorsorglich gute Besserung ;-).

  3. 1.

    Nur ihre Interessen spielen eine Rolle anderen nicht. Worum es geht hat man deutlich mitbekommen wenn es um alternative Haltungsformen geht (Bio). Für diese die Lobby ja nicht spricht und sie hat kaum etwas dazu beitragen. Weder die Haltungsformen, Fütterung, Schlachtung und Preis. Alles muss aus ihrer Sicht getan werden um das System des billigen Fleisches am Leben zu halten. Wurst, ob das Trinkwasser verseucht ist, Antibiotika Resistenzen oder an sonst was zu Grunde gehen. Betrachtet man die Anzahl der Probleme, ASP,Geflügelpest, usw. muss dringend darüber nachgedacht werden ob der Steuerzahler noch dafür aufkommen sollte. Ein weiter so damit man das billige Fleisch wieder in Massen auf der Welt verteilen kann ist nicht mehr tragbar.

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